Alle Mann für Artaban

 

Das große gemeinsame KDG-Weihnachtswerk ist längst Kult

von Joachim Freund in NRZ vom 19. Dezember 2009

Wesel. "Go, Artaban, go", stand über der Aula-Tür. Das ist wohl die zeitgemäße Form, einen "Klassiker" anzukündigen, der am Konrad-Duden-Gymnasium schon so lange angeboten wird, dass er mittlerweile Kult-Status erlangt hat. "Der Weise, der zu spät kam", heißt das Weihnachtsstück, das an dieser Schule von den Sextanern schon traditionell als Musical dargeboten wird. Am Donnerstag erneut -zum 14. Mal, wie Volker Haubitz mitgezählt hat, der es mit dem Kollegen Hans-Günther Bothe und 120 Kindern wieder federführend einstudierte.

Artaban benötigt - anders als mancher Schüler - für sein Zuspätkommen gar keine findigen Ausreden. Zwar holt er die drei Weisen auf dem Weg nach Bethlehem nicht mehr ein, aber nur deshalb nicht, weil er unterwegs immer wieder Menschen hilft und damit dem Jesuskind in Wahrheit ganz nahe ist.

Das auf die Bühne zu bringen, ist jedes Mal ein Kraftakt. 120 Kinder sollen nicht nur viel Disziplin an den Tag legen, sie sollen sich auch in ganz andere Menschen und Situationen hineinversetzen. Und dann sollen sie auch noch viel lauter sprechen und richtig betonen.   Und   dem   Publikum nicht den Rücken zuwenden. Irgendwie klappte es am Ende doch. Dank der beeindruckenden Kinder, die die Bühne beim gemeinsamen Schlusslied kaum fassen konnte, dank des von Alfred Opel geleiteten Orchesters, dank der Bühnenbildner der Fachschaft Kunst und der fleißigen Eltern, die Kostüme genäht und tolle Rüstungen aus Metall angefertigt hatten, so dass jetzt endlich ein richtiger Fundus geschaffen wird.

Wichtige Leute im Hintergrund

Auch dank des Fördervereins und der das Projekt begleitenden erfahrenen Pädagogen. Und nicht zuletzt derer, die bei solchen Anlässen immer gerne vergessen werden: Das Technik-Team werkelt im Hintergrund, aber ohne Licht und Ton wäre eine Aufführung wie diese niemals so gelungen.

Zwölftklässler Dominik Bruns  ist unter ihnen ein "alter Hase". Seit vier Jahren ist der Computer-Spezialist, der Ton und Film schneidet, dabei. Privat hat er schon häufiger den DJ gemacht. Sebastian Schellewald ist 16, vom Vater technisch "vorbelastet" und für Ton- und Musikeinspielungen zuständig. Fabrice Kunze (Klasse 9) darf dem Tontechniker im Bühnenhaus helfen und ist auf dem Gebiet auch für die Musikschule aktiv. Und dann sind da noch die 17-jährigen Oslislo-Zwillinge. Alexander, fürs Licht zuständig, spielt E-Gitarre, hat ein Praktikum als Veranstaltungstechniker absolviert - vielleicht eine Berufsperspektive. Sein Bruder Philipp hat gefilmt. Sie alle stehen bei sämtlichen Schulveranstaltungen parat, bei denen sie gebraucht werden.

Es gibt Ex-Schüler, die sich zehn Jahre nach dem Abitur an Artaban erinnern und gerne bewegte Bilder davon haben möchten, erzählt der die Technik betreuende Lehrer Karl Hömberg. Wer will, kann über die Schule eine Filmkopie vom erneut viel beklatschten Musical-"Dauerbrenner" beziehen.

EINSTIMMUNG Jetzt wird's Weihnacht
"Wenn Artaban gelaufen ist, dann ist Weihnachten", sagt KDG-Leiter Heinzgerd Schott. Das Musical gelte bei den Mitschülern wie bei den Familien als Ereignis und gehe "unter die Haut". Auch Ute Pürschel, die das Stück als Lehrerin einst einführte und inzwischen pensioniert ist, war, gerade aus Costa Rica zurück, begeisterte Zuschauerin.
 
Mehr Bilder zu Artaban demnächst im Fotoalbum
 

Viel Beifall für Weihnachtsmusical im KDG

WESEL (kwn) Wenn kurz vor Weih­nachten im Konrad-Duden-Gym­nasium das Musical „Der Weise, der zu spät kam" aufgeführt wird, ist die KDG-Aula stets ausverkauft. Auch gestern wollten hunderte Eltern und Verwandte den Auftritt der 120 Fünftklässler erleben. Aber auch äl­tere Schüler hatten ihre Freude an dem Stück, das im KDG längst Kult­charakter hat.

Jede der vier fünften Klassen ge­staltete mindestens eine der sechs Szenen. Die Mädchen und Jungen, die seit Mitte November die Texte im Deutschunterricht gelernt und die zwölf Songs zusammen mit den Musiklehrern Volker Haubitz und Hans-Günther Bothe einstudiert hatten, wurden nach einer Stunde für ihre Leistung mit viel Beifall be­dacht. Applaus gab's natürlich auch für das KDG-Orchester unter der Leitung von Alfred Opel, das für den guten Ton sorgte. Die Fachschaft Kunst hatte das Bühnenbild gestal­tet.

Erzählt wurde die Geschichte des Weisen Artaban, der wegen seiner Unpünktlichkeit den Aufbruch der drei Weisen Kaspar, Melchior und Balthasar vom persischen Hof ver­passt und vergeblich versucht, sie auf dem Weg nach Bethlehem ein­zuholen. Doch in Wahrheit ist er als einziger dem Jesuskind ganz nahe, weil er unterwegs immer wieder Menschen hilft, die Not leiden oder in Gefahr sind.

Die frühere KDG-Lehrerin Ute Pürschel hatte das Stück 1995 in England entdeckt und zusammen mit einer Kollegin ins Deutsche übersetzt. Die Songs dagegen wer­den weiter in der Urfassung gesun­gen. Seither führen stets die Fünft­klässler das Stück im Rahmen ihrer Weihnachtsfeier öffentlich auf.

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