Austauschschülerin Eboni aus den USA

 

NRZ, 13.05.2014

Rees. Austauschschülerin Eboni Carter erhielt Besuch von Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks. Sie dankte deren Gastfamilie Sonja und Herbert Schramm für die Aufnahme.

Radfahren konnte Eboni Carter glücklicherweise schon. Für die meisten Amerikaner keine Selbstverständlichkeit. Aber hier in Deutschland vermittelt dieses Können Eboni ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. „Ich kann einfach losfahren, um Freunde zu treffen, Eis essen zu gehen“, macht sie Beispiele. Das Rad haben Eboni Carter deren Gasteltern Sonja und Herbert Schramm geliehen. Bei ihnen wohnt die 16-Jährige seit September vergangenen Jahres.

Eboni nimmt an einem Austauschprogramm des Deutschen Bundestages und des Amerikanischen Kongresses teil. Die Partnerschaft für sie hat die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und Kreis Klever SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Hendricks übernommen. Gestern traf sich die Bundesministerin mit Eboni und deren Gastfamilie bei Kaffee und Kuchen.

Eboni Carter hat sich um diesen Austausch beworben, die Schramms haben ihr eingereichtes Profil gelesen und gemeint: „Sie könnte in unsere Familie passen!“ Womit sie Recht behalten sollten. Doch bevor die junge Amerikanerin zur vierköpfigen Gastfamilie nach Mehr übersiedelte, stand ein vierwöchiger Intensivkurs Deutsch im norddeutschen Celle an. Schließlich sprach die Schülerin aus New Jersey kein Wort Deutsch, bevor sie hierher kam. „Inzwischen kann sie sich fantastisch verständigen“, freut ihren Gastgeber Herbert Schramm. Auch deshalb, weil Eboni noch einen VHS-Kurs „Deutsch für Ausländer“ nachgelegt hat.

Natürlich hat auch der Umgang mit ihren Klassenkameraden im Weseler Konrad Duden-Gymnasium und ihren Geschwistern auf Zeit – der 20-jährige Frederick Schramm studiert zwar schon in Nimwegen, aber die 16 Jahre alte Paulina wohnt noch daheim – bei ihr für mehr Sprachkompetenz gesorgt. „Ich fühle mich sehr wohl“, sagt Eboni auf Nachfrage von Barbara Hendricks, als die Politikerin wissen will, wie ihr denn das ländliche Mehr gefalle, „schließlich ist es doch nicht weit bis Köln und Amsterdam“.

In beiden Städten war sie schon, das Haus der Geschichte in Bonn hat sie mit anderen Austauschschülern besucht, mit der Gastfamilie war sie im Oberhausener Gasometer und zum Shoppen im Centro, privat ist sie zu einem Familientreffen nach London gereist. Nächstes Wochenende fährt sie nach Paris. Berlin, München, Salzburg und Rothenburg ob der Tauber stehen u.a. noch auf dem Besuchsprogramm.

Die Kosten für Reise und die Krankenkasse werden aus dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) bezahlt, die Kosten für Kost und Logis trägt die Gastfamilie. „Dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, sagte Barbara Hendricks. Dies sei keine Selbstverständlichkeit. Für die Schramms lag es jedoch nahe, hat doch auch ihr Sohn ein Jahr in Amerika in einer Gastfamilie gelebt.

Eboni Carter besucht in Wesel die Klasse 10, daheim in Boston die 11. Derzeit bereitet sie sich schon auf ihren High School-Abschluss vor. Was die junge Frau, die im 30 000 Einwohner zählenden Städtchen Orange lebt, danach studieren möchte, weiß sie noch nicht. „Sie interessiert sich sehr für Geschichte“, freut Schramm. Weil auch das ein Steckenpferd von ihm ist.

Über eines kann sich Eboni Carter auch nach achtmonatigem Aufenthalt nur wundern. Dass sie hier weniger Zeit benötigt, um in die Niederlande zu kommen, als daheim zur Schule.

Ein bisschen nervös sei er schon, sagte Bäckermeister Helmut Terhorst, als der Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks begrüßte. „Eine so aktive Ministerin in meinem kleinen Café“, sagt er sichtlich bewegt.

Sie beeindrucke in ihrem Job mit Können und Wissen, lobte Terhorst in seinem Willkommensgruß den prominenten Gast. „Wie das im Handwerk ja auch der Fall ist“, gab Hendricks das Kompliment prompt zurück.

„Neben der Kompetenz bedarf es in der Politik darüber hinaus auch einer glücklichen Hand“, legte Terhorst nach. Damit dies gelinge, übergab er ihr ein Glücksschwein aus Marzipan. „Was ich als Anschlag, als netten Anschlag auf meine Figur werte“, sagte die Kleverin augenzwinkernd.

Maria Raudszu

Quelle: NRZ

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