Frau König wird´s schon richten

 

KDG-Schulsozialarbeiterin hilft Schülern und Lehrern

Sarah König ist seit mehr als einem Jahr am Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel beschäftigt. Sie hilft Schülern und Eltern und entlastet die Lehrer. Die Kinder kommen zu ihr, wenn sie sich streiten, Liebeskummer haben oder wenn sie Opfer von Cybermobbing sind.

„Dann mal eben zu Frau König.“ Dieser Satz ist inzwischen schon zu einem geflügelten Wort am Konrad-Duden-Gymnasium (KDG) geworden. Frau König ist keine Lehrerin, sondern die Schulsozialarbeiterin. Seit etwas mehr als einem Jahr ist sie am KDG im Einsatz, hat ein offenes Ohr für Schüler, Eltern, Lehrer. Um die 27-Jährige einstellen zu können, verzichtete das KDG sogar auf eine Lehrerstelle. Eine Entscheidung, die Schulleiter Dr. Heinzgerd Schott nicht bereut. „Wir möchten sie nicht mehr missen“, sagt er.

Wenn das Eingewöhnen schwer fällt

Es sind nicht die großen Problemfälle auf dem Schulhof, mit denen sich Sarah König herumschlagen muss. Es sind eher die kleinen Dinge des Alltags, die sie in den Gesprächen mit Schülern beschäftigt. Streitereien zum Beispiel. Oder sie ist zur Stelle, wenn manchen Fünftklässlern das Eingewöhnen an der neuen Schule schwer fällt. Schließlich kommen die Schüler aus der recht behüteten Grundschulzeit ans Gymnasium, das mehr Räume, mehr Schüler und mehr Lehrer als eine Grundschule hat. Manch einem Schüler macht das Angst, dann ist Sarah König zur Stelle.


Liebeskummer und Suchtgefährdungen

Aber auch Cybermobbing ist bei älteren Jahrgängen ein Thema. So werden zum Beispiel anzügliche Fotos, die eigentlich nur für den Freund oder die Freundin bestimmt sind, weitergereicht und landen schließlich dort, wo sie nicht hingehören: in der Öffentlichkeit. Deshalb klärt König die Schüler über den Umgang mit sozialen Netzwerken wie Whats App und Facebook auf. Unterstützung bekommt sie dabei demnächst von den Medienscouts. Das sind vier Schüler aus der zehnten Klasse, die die Mitschüler über den richtigen Umgang mit modernen Medien beraten. Sie werden gerade ausgebildet und im neuen Halbjahr ihre Arbeit aufnehmen. Aber auch Liebeskummer, Suchtgefährdung, Probleme mit den Eltern oder hohe Erwartungshaltungen an die Leistungen der Kinder sind Themen, die auf ihrem Tisch landen. Damit entlastet sie auch die Lehrer und sorgt dafür, dass kein Unterricht für Problemlösungen geopfert wird, ist sich Schulleiter Schott sicher. 85 Fälle hat Sarah König in rund einem Jahr bearbeitet, 36 davon betrafen Fünft- und Sechsklässler.

Andere Schulen in Wesel haben auch Sozialarbeiter, viele von ihnen werden allerdings durch Bundesmittel finanziert und sind im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets angestellt. Diese Förderung läuft Ende 2014 aus. Sarah König ist davon nicht betroffen, sie bleibt dem KDG erhalten.

 31.01.2014, NRZ von Denise Ludwig

 

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