Theresa Schulte

 

Eine 16-jährige Schülerin aus Wesel ist in der Hörkrimi-Reihe "Team Undercover" neben dem Jungstar von "Fack ju Göthe" die Hannah. Und dann singt sie auch noch bei Hochzeiten.

Wesel.   Max von der Groeben ist seit „Fack ju Göhte“ ein Mädchen-Schwarm. 22-jähriger Sohn prominenter Eltern, gerade als bester Nachwuchsstar mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet - kein Wunder, dass sich Theresa Schulte geschmeichelt fühlt: Die 16-jährige Weselerin macht mit ihm ein Hörspiel.

Sprechen gelernt hat die KDG-Schülerin Theresa wie alle Kinder, aber „richtig“ sprechen, nämlich vor dem Mikrofon - das ist etwas anderes. Ihr Vater hat sie dazu gebracht, als sie fünf war. Da hat sie in seiner Firma Schulte & Engmann Medien-Service zum ersten Mal einen Werbespot gesprochen - für eine Weseler Bäckerei. „Mein Vater hat immer darauf geachtet, dass ich deutlich und richtiges Deutsch spreche“, sagt sie. Was ein bisschen nervig war und manchmal etwas altklug rüberkam. Aber es hat ihr genützt - für weitere Werbeaufnahmen und für ihre Hörspiel-Karriere.

Über eine Sprecher-Kartei im Internet wurde Hörspiel-Macher Christoph Piasecki auf sie aufmerksam. Sie könne, fand er, eine Hauptrolle unter den vier Freunden übernehmen, die in seiner „Team Undercover“-Reihe ein Detektiv-Quartett bilden. Hannah Brandt heißt sie da, ist 14 und „ein bisschen frech und vorlaut“, wie sie sagt. Neben Max von der Groeben als Ben ist in Folge 13 mit dem Titel „Im flammenden Inferno“, die am 24. Oktober erscheint, auch Judy Winter dabei.

Etwas frech und vorlaut

Zuerst wird Theresa das Gesamtmanuskript zugeschickt, damit sie sich einlesen kann. Dann wäre es toll, mit Max und den anderen im Studio zu sein. Aber die Entfernungen, die vielen Termine verhindern das. Und es gibt ja die moderne Technik, die sie, für den Hörer unmerklich, zusammenbringt. Also spricht jeder für sich seinen jeweiligen Part: Max in Köln, Theresa in Wesel in Papas Tonstudio.

Dort liest sie nicht nur vor. „Ich muss auch Laute machen oder schreien. Mal muss ich flüstern, mal außer Atem sein oder auf Kommando lachen.“ Und wenn Hannah in einer Kutsche übers Kopfsteinpflaster fährt, muss ihre Stimme schwanken.“ Hannah alias Theresa ist schließlich als Detektivin im Einsatz. Erst später wird die Stimme mit bestimmten Effekten wie Hall in einer Höhle versehen. Die „nicht immer ganz einfachen Storys“ für Kinder ab acht Jahren seien „schon gruselig“, sagt die Weselerin. Tatort der Hör-Krimi-Reihe Team Undercover ist Rheinburg, das irgendwie an den Kreis Wesel erinnert.
Singen nur zum Spaß

Wie lange sie noch „Undercover“-Mädchen sein kann, wird sich zeigen. Ihre Stimme wandelt sich derzeit zur Erwachsenenstimme, mit der sie etwa Kreuzfahrten bewirbt. Aber sie hat noch ein Eisen im Feuer: das Singen. Das hat sie sich anfangs selbst beigebracht, jetzt tut das eine Gesangslehrerin. Pop-Balladen mag sie und ist als Hochzeitssängerin gefragt. „Nur aus Spaß, ich will nicht berühmt werden.“ „Mein Ziel“ ist der meist gewünschte Lied-Titel. Und ihr Ziel? Wohl Medien, Radio-Branche. Oder Psychologie oder Jura. Vor allem aber im Umgang locker und natürlich bleiben.

Eingleisig fährt Theresa wirklich nicht. Sie liest, spricht, singt. Und wenn man sie weiter erzählen lässt, erfährt man, das sie auch noch beim Zirkus Butterfly ihrer Schule Einrad fährt und Akro­batin ist, dass sie als Pfadfinderin und als Langstreckenläuferin in Flüren aktiv ist...

Joachim Freund

Quelle: NRZ - 23.09.2014

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