Weseler Kulturnacht 2014

 

WESEL (bp) Viel Licht leuchtete den vielen Besuchern Samstagabend den Weg durch die 13. Weseler Kulturnacht. In ein Lichtermeer verwandelten KDG-Schüler mit kunstvoll bemalten Laternen den Großen Markt. Der ist nun um ein Highlight reicher. Die neue Beleuchtung für die Historische Rathausfassade erlebte in der Kulturnacht ihre Premiere. Ein Dämmerungssensor schaltet die neun LED-Strahler (insgesamt 150 Watt) an, die die Fassade in der Regel passend zur Beleuchtung des Doms in warmes Gelb tauchen. Farbliche Anpassungen sind jederzeit möglich, so Rolf Oppenberg von der Bürgerstiftung Historisches Rathaus. 18 Programme machen ein großes Farbspektrum möglich.

Quelle: Rheinische Post - 22.09.2014 - C1 An Rhein und Lippe
 

Von Melanie Koppel (Text) und Gerd Herrmann (Foto)

Wesel. 450 Laternen tauchten den Großen Markt am Samstagabend in romantischen Kerzenschein. Das Licht war ein bestimmendes Element der Kulturnacht, die immer wieder magisch anzieht - in die Kirchen, ins Bühnenhaus, zur Zitadelle und in die Straßen drumherum. Auch bei der zehnten Auflage war das so.

Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums hatten transparente Papierzylinder mit Filzstiften verziert - mit dem Weseler Esel und anderen Motiven. Sie sorgten auf dem Großen Markt für stimmungsvolles Licht. Folgten die Besucher dem Kerzenschein, so wurden sie in Richtung Stettiner Straße und Zitadelle geführt. Überall auf dem Weg lockten verschiedene Stationen der Kulturnacht, in der das ganze breite Spektrum der Kunst sich entfaltete.

Einer der zahlreichen Stände an der Straße war die „Stop-Motion“-Aktion der Foto-AG des Andreas-Vesalius-Gymnasiums. Schon ab 17 Uhr hatten drei Teilnehmerinnen der AG im Rahmen der ersten Kinderkulturnacht Fotos von Kindern gemacht, die auf einem Trampolin hüpften. Ziel war es, ein Bild in der Bewegung festzuhalten. Im Dunklen wurden die entstandenen Bilder an eine Hauswand projiziert.

Bunter Markt

Etwas weiter gab es einen Stand, an dem der Nachbarschaftsverein Zitadellenviertel Waffeln anbot. Der Clou dabei: die leckeren Teigplatten wurden nicht auf einem üblichen Waffeleisen mit Strom produziert, sondern auf einem selbst gebauten Ofen gegrillt. In einem großen Metallzylinder glühten unten Kohlen, während oben die Platten eines Waffeleisens, schwenkbar, angebaut waren. „Wenn sie die Waffeleisen runter nehmen, können sie darauf grillen“, erläuterte einer der Nachbarn.

Schon von hier aus war die Zitadelle gut zu sehen, denn sie wurde mit ständig wechselnden Farben bunt angestrahlt. Auf dem Vorplatz lockte der „Markt der Künste“, mit allerlei Musik und Kunsthandwerk, größtenteils Bildern. Doch auch Skulpturen waren zu haben und vielerlei, was irgendwie kunstvoll aussah - von Spiegeln über Gartendekoration aus Holz und Metall bis hin zu Schmuck. Auch Aktionen gab es: Gerne blieben die Menschen auch beim Schmied stehen, der vor den Augen des Publikums kleine Messer schmiedete.
Die Kirchen hatten großen Zulauf

Die beiden katholischen Kirchen St. Martini und St. Mariä Himmelfahrt durchdrang in der „Nacht der Chöre“ der Klang von acht Kirchenchören und Chorgemeinschaften aus Weseler und Schermbecker Gemeinden - teils instrumental unterstützt. Ihr Programm umfasste religiös geprägtes Liedgut mit Titeln wie „Herr, du bist mein Leben“ oder „Bleibe bei uns, Herr“. Und besonders gut in diese besondere Stimmung passte „Der Mond ist aufgegangen“. Viele Menschen saugten diese Atmosphäre auf, drängten sich in den Eingangsbereichen der Kirchen und lauschten. Das war im Willibrordi-Dom bei der „langen Nacht der Orgel“ ebenso.

Auch abseits der beleuchteten Route gab es Musik. So etwa in einem Bürogebäude an der Poppelbaumstraße, hinter einer weißen Tür mit eingeschnitztem Winkel und Zirkel. Die Symbole weisen auf die Freimaurerloge „Zum Goldenen Schwerdt“ hin, die zu einem Kammerkonzert mit Querflöte und Klavier einlud. Besuchern bot sich die Gelegenheit zur Information über die Freimaurer und über freimaurerische Kunst, die im Film dargestellt wurde. Viele Menschen haben da ganz falsche Vorstellungen, denken an okkulte Praktiken und spiritistische Sitzungen. „Wir sind keine Geheimgesellschaft“, betonte Logen-Vorsitzender Knut Bosmann.

Ziel der Bruderschaft ist es, dass ihre Mitglieder ständig an sich selbst arbeiten und so zu besseren Menschen werden. Die Weseler Freimaurer setzen sich anhand von Vorträgen mit aktuellen Fragen auseinander. Sie öffnen regelmäßig ihre Türen für die Bevölkerung, um miteinander ins Gespräch zu kommen oder Kulturelles zu genießen.
Plastisches im „Frauenzimmer“

Im „Frauenzimmer“ an der Sandstraße war plastische Kunst zu sehen. In einem Workshop hatten die Mitglieder der Frauengruppe Nana-Figuren nach dem Vorbild von Niki de Saint Phalle selbst kreiert. Die bunt gemusterten Frauenfiguren mit überdimensional dargestellten Rundungen standen neben den eher schlanken und grazilen Frauenskulpturen der Künstlerin Regine Kielmann. Höhepunkt der Ausstellung war eine „fliegende Nana“, die meistbietend versteigert wurde.

Im Preußen-Museum zog nicht nur die Dauerausstellung zahlreiche Besucher an, sondern vor allem der Programmpunkt „Nachts im Museum“. Besonders Kinder wollten gerne einmal im Dunkeln durch das Museum streifen, bei dem Führerin Ute Hetkamp über die Exponate sprach und der in eine preußische Livree gewandete französische Rabe Hugo, der angeblich auf der Festungsanlage lebt, seine Geschichte zum Besten gab. Er erzählte, wie er vor 300 Jahren mit seinem Herrn, dem französischen Architekten Johan de Corbin, als Glaubensflüchtling nach Wesel gekommen sei. Dieser Herr habe dann die Zitadelle gebaut. Als er später weiter nach Sachsen musste, blieb Hugo hier.

Kerzenbild

 
 

VON CORNELIA KRSAK

Wesel „Wer war schon mal hier im Theater?" fragte Bühnenhaus-Chef Paul Borgardts, Schnell gingen viele Finger nach oben, So wie diesmal haue jedoch noch keines der knapp 30 Kinder da, Bühnenhaus erleb" Im Rahmen der ersten Kinderkulturnacht führte Borgardts Kinder und Eltern mal hinter die Kulissen. Die Besucher durften sich die Garderoben ansehen und sogar auf die Bühne. „Jetzt stellt euch mal vor, ihr steht hier oben, und 700 Leute gucken euch an, Da werden auch Schauspieler nervös" so Borgardts. Das Bühnenhaus war nur eine von 22 Stationen der Kinderkulturnacht. Vor dem Start ins Abendprogramm für die Erwachsenen hatten Kinder die Möglichkeit, an Aktionen teilzunehmen und selbst aktiv zu werden, Wer mindestens drei Stempel im Programmheft gesammelt haue, konnte einen Prei, gewinnen. Jörg Happel vom Niederrheinischen Kunstverein führte im Centrum durch die Ausstellung von Annegret Hoch und Siegfried Kreitner. Es ist fantastisch, wie die Kinder mitmachen, Ich bin ganz erstaunt, dass selbst Sechsjährige Mut haben, sich zu äußern“, sagte Happel.

Mit Worten kreativ werden konnten junge Leute auf dem Großen Markt am Stand des KDG. Literaturschülerinnen luden mit Lehrerin Christine Walkenhorst zum Erzählen und Aufschreiben kleiner Geschichten ein. Um den Erfindergeist anzuregen, gaben sie Textanfänge oder zufällig gewürfelte Begriffe vor.

Kreativität war auch im Scala Kulturspielhaus  gefragt an Mitmachstationen rund ums Thema Theater. Unter Leitung von Theaterpädagogen wurden kleine Stücke eingeübt und aufgeführt. Dem Kaufhof waren die Mitarbeiter ausgegangen. 24 Kinder standen parat, um Filialleiterin Astrid Vogell aus der Klemme zu helfen. „Super, dass ihr da seid“, begrüßte sie die kleinen Gäste. Während die Eltern sich verabschiedeten, ging es auf Erkundungsgang. Die Kinder halfen dem Kaufhauspersonal beim Botendienst zum Tresor, besichtigten das Büro des Hausdetektivs und halfen Wachmann Marc Dahlmann beim Abschließen der Türen. Zur Belohnung durften die Kinder im großen Spielwarenlager stöbern. (krsa)

Quelle: Rheinische Post - 22.09.2014 - C2 - Wesel Kulturnacht 2013 Kulturnacht 2012

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