Ausstellungseröffnung 775 Jahre Wesel

 
NRZ, 06.06.2016 Wesel.

Ausstellung zum 775. Geburtstag der Stadt in der Aula des Konrad-Duden-Gymnasiums. Auch "Vesalia Hospitalis" spielt dabei eine Rolle

775 Jahre alt wird die Kreisstadt im laufenden Jahr und zahlreiche Veranstaltungen begleiten dieses stolze Jubiläum. Einen weiteren wichtigen Mosaikstein in diese Reihe fügen seit dem Wochenende die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen-Kunstkurse des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG) ein. Unter dem Motto „Mein Wesel“ befassen sich die jungen Künstler in dieser sehenswerten Ausstellung intensiv mit ihrer Heimatstadt und nutzen dabei die unterschiedlichsten Möglichkeiten und Blickwinkel.

Der scheidende Direktor des KDG, Dr. Hansgerd Schott, freute sich bei seiner Begrüßung sichtlich über die große Resonanz bei der Eröffnungsveranstaltung. Zahlreiche Schüler, Lehrer, Eltern und Freunde waren gekommen, um die Werke zu bestaunen. Unter ihnen auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die in ihrem Grußwort den bekannten Weseler Kabarettisten Dieter Nuhr zitierte: „Heimat ist ein Zustand, in dem alles selbstverständlich ist“. Sie bedankte sich ausdrücklich bei den Schülern für ihren Beitrag zum Stadtjubiläum: „Ihr habt die Verbundenheit zu eurer Heimat mit Kunst gelungen dokumentiert“. Für große Aufmerksamkeit sorgte auch die musikalische Begleitung der Auftakt-Veranstaltung. Die fünfköpfige Formation „Convivium Musicale“ trug Werke bekannter Komponisten vor und wusste dabei zu überzeugen.

Nach der offiziellen Eröffnung richtete sich die Aufmerksamkeit der Besucher auf die gelungenen Kunstwerke. So etwa auf die Fotoserie der „Q2“ (Qualifikationsstufe) mit dem Titel „Urbane Landschaft“. Diese beschäftigte sich mit der Verstädterung und den vielschichtigen Wechselbeziehungen zwischen naturräumlichen Bedingungen und dem menschlichen Wirtschaften und Handeln in Wesel. Dabei wurden Schwarz-Weiß- Fotografien durch Übermalen mit bunten Acrylfarben so bearbeitet, dass die Bildaussage verstärkt oder umgekehrt wurde. Mit der Überschrift „Der Blick aus meinem Fenster“ präsentierten die Schüler der „EF“ (10. Klasse) Zeichnungen, die ein ursprünglich vertrautes Stück Heimat zeigen. Hierzu gehören das Berliner Tor oder auch die Hochhäuser am Bahnhof. Durch Verfremden, Zerknittern oder Zerstören machten die Künstler etwas völlig Neues daraus. Damit symbolisierten sie den Verlust von Heimat, wobei die Flüchtlingsfrage und Mitschüler aus anderen Kulturkreisen eine durchaus wichtige Rolle spielten.

Die Teilnehmer der „Q1“ wiederum thematisierten die bekannte Figur „Vesalia Hospitalis“. Sie brachten den Gedanken der Gastfreundlichkeit Wesels unter modernen und aktuellen Aspekten zum Ausdruck. Auch Vater Rhein und der Weseler Esel fanden Berücksichtigung. Inspiriert vom spanischen Künstler Isaac Cordal wurde das Wappentier farbig gestaltet und anschließend fotografisch so dargestellt, dass ein ganz anderer Zusammenhang entstand.

Collagen mit Text

Interessant auch das Projekt der Q1 – mit dem Titel „Wer bin ich - mein Wesel“. Hier entstanden Selbstporträts an Orten mit einer ganz besonderen Geschichte. Sie bestehen aus Collagen mit unterschiedlichsten Materialien und Textbeiträgen. Bei allen Projekten von „Mein Wesel“ arbeiteten stets mehrere Schüler zusammen, erläutert Kunstlehrerin Kirsten Bruderek, die sich beim KDG auch um Ausstellungsprojekte kümmert. Daher wurden die Schüler praktisch gezwungen, ihre Werke gemeinsam zu gestalten und sich auf gemeinsame Ideen und Konzepte zu einigen. „Oft eine große Herausforderung“, wie die Pädagogin weiß.

Michael Stein

 

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