Die erste Wesel-App ist da

 

31.06.2016 NRZ Wesel. Sie ermöglicht eine kostenlose Zeitreise, die die Schönheit der Hansestadt vor dem Zweiten Weltkrieg zeigt. Der Weseler Jan Hofer sprach die Texte dazu

Noch ist der blaue Punkt vor dem Restaurant Hellas auf dem Großen Markt nur provisorisch aufgepinselt. Doch schon bald wird er dauerhaft als Standort markiert sein, damit die Besitzer der Gratis-App „Zeitfenster Wesel“ sofort den richtigen Platz einnehmen können, um sich auf eine Zeitreise zu begeben.

„Zukunft braucht Herkunft“

Gestern taten dies bereits Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Chef-Tagesschausprecher Jan Hofer, der in Wesel aufwuchs, zusammen mit dem App-Team. Vor der rekonstruierten historischen Rathausfassade gelang so ein Blick in den Ratssaal von einst, gepaart mit interessanten Informationen - nicht nur für Touristen und Tagesausflügler, sondern ganz sicher auch für die Weseler selbst.

„Diese App ist etwas ganz Besonderes“, findet Westkamp, die sie zudem für ein kostenloses Bildungs- und Kulturangebot hält, das durchaus auch von Schulklassen genutzt werden kann.

Den deutschen Text der App spricht mit Jan Hofer ein Sohn der Stadt, der sich selbst ganz korrekt als Weseler bezeichnet, weil er in Büderich geboren wurde. „Zukunft braucht Herkunft“, findet er, der im Hamburger Studio genau wusste, wovon er redet. So wurden für ihn das Fort Blücher, die Kasematten und vieles mehr wieder lebendig. Und für Victoria Kronemeyer und ihre Mitschüler gab es endlich mal eine praktische Arbeit im bilingualen Geschichtskurs der Jahrgangsstufe 11 am Konrad-Duden-Gymnasium. Sie übersetzten nämlich die Texte ins Englische, Victoria sprach sie dann. Dabei erhielt sie von Jan Hofer einen fachlichen Rat: „Man darf niemals über Versprecher nachdenken.“ Wer sich die englische Variante anhören möchte, muss das über die Einstellungen regeln, sagt Benjamin Schaufler von „Zeitfenster“. Das Unternehmen hat bereits Apps für Nürtingen, Weimar und Leipzig sowie eine App entwickelt, die unter anderem Stuttgart, Berlin und Köln enthält.


18 Stationen

In Wesel können folgende Stationen angesteuert werden, wobei die Reihenfolge nicht eingehalten werden muss: Willibrordi-Dom, Großer Markt, Kornmarkt, Mariä Himmelfahrt, Zaudy, Weißwaren Schay, Kleinbahn, Hohe Straße, Mathena, Beguinenstraße, Kasernen, Berliner Tor, Bahnhof, Offizierskasino, Zitadelle, Rheinbabenbrücke, Eisenbahnbrücke und Fort Blücher. Überall lässt sich die Zeit zurückdrehen und die Schönheit der alten Hansestadt vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs erkennen. Also: Einfach in die Geschichte eintauchen und dabei viel Wissenswertes erfahren.

So geht’s

Der kostenfreie Download der App ist über die Internetseite www.wesel-tourismus.de möglich, aber auch direkt im App Store (iPhone und iPad) oder im Play Store (Android Smartphones und Tablets). Die Erstellung der App kostete 16 000 Euro.

Die 18 Stationen können an einer beliebigen Stelle begonnen werden. Gelenkt werden die Nutzer per GPS. Zudem gibt es Infos über weiter 40 Sehenswürdigkeiten, etwa das Lutherhaus. Der Betrieb ist sowohl offline als auch online möglich.
Petra Herzog


Quelle

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