Friedrich gewinnt Silber

 

NRZ, 30.6.16 Wesel. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen kehrten Caroline Friedrich und Christian Külkens mit Edelmetall nach Wesel heim.

Bei ihrem letzten Auftritt bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen in Berlin gewann Caroline Friedrich über die 100 Meter Freistil Silber. Doch für die Starterin des Jahrgang 2003 noch wichtiger: Mit ihrer Zeit von 59,67 Sekunden blieb die Büdericherin erstmals unter einer Minute.

Nach einer schwierigen Phase für die 13-Jährige, in der sie körperliche Probleme zwangen, das Trainingspensum im Frühjahr von 1000 auf 750 Kilometer zu reduzieren, blickt Caroline Friedrich nun wieder optimistischer in die Zukunft. Und mit der Schallmauer von einer Minute ist auch eine große persönliche Entscheidung gefallen. Caroline Friedrich wird nach den Sommerferien zur neunten Klasse auf das Sportinternat nach Dortmund zu wechseln.

„Je näher diese Entscheidung kam, umso schwieriger wurde sie. Aber jetzt freue ich mich darauf“, so die Noch-Schülerin des Konrad-Duden-Gymnasiums. Auf sie wartet ein Platz in einem Wohnheim und acht bis neun Trainingseinheiten pro Woche.

„Daran hatte ich natürlich ganz schön zu knacken, aber diese Entscheidung haben wir ganz alleine ihr überlassen“, erläutert Mutter Andrea Friedrich. „Caro ist sehr ehrgeizig und ich finde gut, dass in Dortmund als Olympia-Stützpunkt nicht nur Schwimmer das Internat besuchen. Sie wird das jetzt ein Jahr ausprobieren. Grundvoraussetzung für einen Verbleib ist natürlich, dass die Schule nicht leidet.“

Trotz der durchwachsenen Vorbereitung hatte sich Caroline Friedrich in fünf von 13 Disziplinen für die DM qualifiziert. Über die 50m Freistil reiste sie sogar als Saisonranglistenbeste an, verpasste mit 28,61 Sekunden aber das Finale. Ein wenig niedergeschlagen blieb sie über 100m Schmetterling in 1:09,53 Minuten fast 2,5 Sekunden über ihrer Bestzeit. Nicht schlecht, aber für ihren Anspruch zu wenig.

Die Trendwende dann über die von ihr geliebteren 200m Freistil. In 2:13,83 Minuten erreichte sie das Finale und führte bis zur 125m-Marke das Feld an, musste dann aber ihrem Trainingsdefizit Tribut zollen. Doch als Sechste schwamm sie mit 2:12,74 Minuten immer noch eine neue persönliche Bestzeit. Schnell vergessen wurden die 200m Lagen in indiskutablen 2:43,24 Minuten.

Am Pausentag konnte auch die Physiotherapeutin länger ans Werk gehen und das sollte sich lohnen. Über die 100m Freistil erreichte die Büdericherin mit 1:00,63 Minuten über die viertschnellste Zeit das Finale. Dort tauchte sie nach dem Startsignal als letzte aus dem Wasser, aber vor allen anderen auf. Kurz nach der Wende konnte sie die Führung sogar kurz ausbauen. In einem Herzschlagfinale wurde es nach 59,67 Sekunden schließlich Rang zwei - aber vor allem unter eine Minute. „Ich hatte gehofft, dass ich in meiner Lieblingsdisziplin noch einmal alles raushauen und die Woche in Berlin retten kann. Das hat geklappt“, so Caroline Friedrich, die weiterhin von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen träumt. Es gewann Celine Osygus (Bayer Uerdingen) in 59,36 Sekunden.

Artikel gekürzt

Andreas Nohlen

Quelle

Das Konrad-Duden-Gymnasium bedauert Carolines Weggang, aber freut sich natürlich mit ihr über die neuen Trainingsmöglichkeiten im Olympia-Stützpunkt in Dortmund. Für ihre schulische und sportliche Zukunft wünschen wir ihr das Beste.

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