KDG: Bestnoten für tolle Jubiläumsfeier

RP, 16.09.2017 Wesel. Mit einem Schulfest am Vormittag und einer Party am Abend feierte gestern das Konrad-Duden-Gymnasium sein 675-jähriges Bestehen. Eine der ältesten Schulen Deutschlands präsentierte sich dabei modern und quicklebendig. Von Klaus Nikolei

Karen Schneider musste gestern Abend viele Hände schütteln und zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen. Denn ihre Schule, das Konrad-Duden-Gymnasium (KDG), feierte ein ganz besonderes Jubiläum: Vor 675 Jahren wurde das Ganztagsgymnasium als Lateinschule gegründet, die als Kaderschmiede für Geistliche und Lehrer diente. Wie gut, dass die Schüler heute eine so umfassende Ausbildung erhalten, dass sie praktisch für alle Berufe geeignet sind - Talent und Interesse natürlich vorausgesetzt.

"Wir sind zwar 675 Jahre alt, aber nicht müde, sondern quicklebendig und aktiv", sagte die Schulleiterin während des offiziellen Teils der Feier vor vielen hundert Gästen in der gut gefüllten Aula. Karen Schneider berichtete von der wechselvollen Geschichte des einstigen Jungengymnasiums. Das drohte vor gut 40 Jahren aus allen Nähten zu platzen. Und so zog die Schule 1978 von der Innenstadt (heutiges Amtsgericht) in die Feldmark in einen Neubau, der erst seit 1984 den Namen eines seiner berühmtesten Schüler trägt. Konrad Duden, aufgewachsen in Lackhausen und später im Evangelischen Waisenhaus der Stadt, hatte im Jahr 1846 sein Abitur "am Gymnasium zu Wesel" abgelegt.

An der Schule ist man aber nicht nur stolz auf Konrad Duden und die lange Tradition, sondern auch auf das Wir-Gefühl. Und auf die Tatsache, dass hier von den Kindern und Jugendlichen einiges verlangt wird. "Wir fordern die Schüler heraus, auch wenn das nicht im Trend der Zeit liegt. Lernen ist anstrengend. Aber wenn man am Ende etwas kann, macht einen das stolz", betonte Schneider. "Qualität entsteht dort, wo Menschlichkeit und das Miteinander im Mittelpunkt stehen."

Zu den Höhepunkten des Abends gehörte zweifelsohne die Vorführung des neunminütigen KDG-Imagefilms, für den der ehemalige Schülersprecher Niklas Karbowiak verantwortlich zeichnet. Der 19-Jährige, der im Frühjahr Abitur gemacht hat und demnächst bei Pro 7 in München ein duales Studium beginnt, hatte auf Wunsch der Schule den Film gedreht. Dazu hatte er in den vergangenen Wochen die Direktorin, Lehrer, Schüler, Mitarbeiterinnen der Mensa und den Hausmeister interviewt und war mit seiner Kamera auch beim Training der Akteure des Zirkus Butterfly dabei. Toll auch die Aufnahmen, die er mit Hilfe einer Drohne aus luftiger Höhe gemacht hat. "Wenn ich einmal schlechte Laune haben sollte, schaue ich mir einfach den Film an - das ist für mich wie Wellness", lobte Karen Schneider ihren ehemaligen Schüler, der viel Beifall erhielt.

Zu den Gastrednern gehörte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die unter anderem die Bedeutung der Schule für die Stadt heraushob, sowie Dr. Anke Domrose. Die leitende Regierungsschuldirektorin überbrachte die besten Wünsche der Düsseldorfer Schulaufsicht.

Quelle

Text: Klaus Nikolei


Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel feiert den 675. Geburtstag

NRZ, 17.09.2017 Wesel. Viele Ehemalige kamen zur Jubiläumsparty. Der erste schriftliche Beleg für die Schule stammt aus dem Jahr 1342 - doch sie ist sogar noch älter.

Wer als ehemaliger Schüler oder Lehrer nach vielen Jahren das Gelände des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG) betrat, spürte vielleicht nicht nur ein stückweit Nostalgie, sondern bemerkte auch die Veränderungen, die der Schulkomplex erfahren hat. Die Realschule sitzt seit vielen Jahren in den ehemaligen Räumen der Hauptschule und das KDG nutzt das gesamte Gebäude. In den 1990ern standen hier Pavillons, um die vielen Schüler aufzunehmen. Das ist lange Vergangenheit, wie Schulleiterin Karen Schneider beim Festakt in der Aula bemerkte.

Hunderte von Schülern, Lehrern und Ehemaligen fanden sich zur Feierlichkeit zusammen – ein Treffen, das eher an eine Großfamilie erinnerte. Zu den Gastrednern des Abends gehörte neben Dezernentin Dr. Anke Domrose von der Bezirksregierung auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Sie ließ in ihrer Ansprache den Blick in die Entwicklungsgeschichte der Schule schweifen und stellte fest: „Mit 675 Jahren gehört das KDG zu den ältesten Schulen in ganz Deutschland und jede Generation hat ihre eigenen Erinnerungen an die Schulzeit und die Lehrer“.

Die erste urkundliche Erwähnung als Lateinschule stammt aus dem Jahr 1342. Seitdem ist ein lückenloser Nachweis der Schulgeschichte möglich, wusste Schulleiterin Schneider zu berichten. Aber die Schule ist sogar noch älter. Schon 70 Jahre früher sind in alten Urkunden Hinweise auf eine Schule in Wesel gefunden worden.

Lustige Szenen mit dem Hausmeister

„Wir sind zwar 675 Jahre alt, aber noch kein bisschen müde“, betonte Schneider. Bei ihrem ersten Betreten des Gebäudes fiel ihr die funktionale Schnörkellosigkeit im Charme der 1970er auf. Es hat sich aber viel verändert mit den Jahren: Ein wissenschaftlicher Anbau entstand, 1998 wurde ein bilingualer Zweig eingeführt und 2016 hat das KDG eine MINT-Zertifizierung erlangt. Eine Qualitätsanalyse im Frühjahr attestierte Bestnoten für das Angebot, worauf die Schulleitung besonders stolz ist.Der Schulflur wurde zum Treffpunkt.

Ein Highlight der Eröffnungsfeier war die Vorführung eines Image-Films, den der ehemalige KDG-Schüler Niklas Karbowiak verwirklichte. Der gut zehnminütige Film zeigte ein persönliches Bild des Gymnasiums mit zahlreichen Statements von Lehrern und Schülern. Mit einer Drohne wurden Luftaufnahmen des Komplexes aufgenommen, die einen ungewohnten Blick auf das Areal zauberten. Aber auch die zahlreichen Angebote der Schule, wie den Zirkus Butterfly sowie Musik- und Gesangsunterricht, konnten die Gäste bewundern. Und natürlich vergaß der 19-Jährige auch nicht, ein paar lustige Szenen mit dem langjährigen Hausmeister einzubauen, was für einige Schmunzler sorgte.

Einblick in alte Klassenbücher

Nach der Festrede gab’s ein buntes Rahmenprogramm. Im Innen- und Außenbereich waren Bühnen aufgebaut, auf denen die Bands Mc Cool‘s Return, The Shed, Tepco doesn’t answer und Speedos den Abend musikalisch begleiteten. Andrang herrschte bei einem Stapel alter Klassenbücher aus den vergangenen Jahrzehnten, die die Gäste in Augenschein nehmen konnten. „Ich schaue mal, was mein Bruder damals alles verbrochen hat“, verriet eine Besucherin lachend, als sie die Bücher durchstöberte. Neben allerlei Gaumenfreuden boten die Organisatoren geführte Rundgänge durch das Gebäude an, das bis Mitternacht seine Pforten geöffnet hatte.

Quelle

Text: Christian Thieme

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