Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums warten

Fehlender Bus nach Mehrhoog sorgt für Ärger

RP; 02.12.2019

Wesel/Mehrhoog. Ein Familienvater hat Politiker angeschrieben und beklagt die mangelhafte Busverbindung vom Weseler Duden-Gymnasium nach Mehrhoog und kritisiert die Bahntochter BVR. Ein Lösungsangebot der Bahn sieht die Stadt äußerst kritisch.

Die Fraktionsvorsitzenden der CDU und der SPD in Hamminkeln, Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski, die CDU-Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss, die Hamminkelner Landtagsabgeordnete Charlotte Quik und auch Landrat Ansgar Müller haben am Wochenende eine Mail von Thomas Ohlendorf erhalten. Der Mehrhooger, Vater von vier Kindern, beklagt in seinem Schreiben an die Politiker, dass Schüler aus Mehrhoog, die das Weseler Konrad-Duden-Gymnasium besuchen, nach der achten Stunde keine Möglichkeit haben, mit dem Bus nach Hause zu fahren. Die Bahn lehne eine Verbindung ab mit dem Hinweis auf den nachfolgenden Bus der Linie 63, der allerdings erst 45 Minuten später komme.

„Das heißt für mich, dass die Kinder entweder draußen an der Haltestelle warten oder die Eltern gezwungen sind, ihre Kinder mit dem Auto abzuholen. In Zeiten der Klimadiskussion ist das ein Unding“, sagt Ohlendorf im Gespräch mit unserer Redaktion. Ausdrücklich nimmt er KDG-Schulleiterin Karen Schneider und auch die Stadt Wesel als Schulträger von seiner Kritik aus.

Thomas Ohlendorf hofft nun inständig, dass der eine oder andere Politiker in der Lage ist, das Problem zu lösen. Und zwar so schnell wie möglich. Denn: „Aktuell kann unser zehnjähriger Sohn noch bis zur neunten Stunde in der Schule seine Hausaufgaben erledigen. Doch dieses Angebot endet im Sommer. Und ich spreche auch für andere Eltern aus Mehrhoog. Deren Kinder müssen entweder warten oder müssen halt mit Privat-Pkw abgeholt werden. Und das geht einfach nicht“, sagt er.

Karen Schneider kann den Ärger von Thomas Ohlendorf gut verstehen. Auch wenn sie betont, dass das Angebot „Lernzeit plus“ sowie auch kulturelle Angebote wie Zeichnen und Chor-AG in der 9. Stunde als fakultatives Angebot auch in Klasse 6 angeboten werden. Was ihr ein wenig zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass sie vor gut einem Jahr den Eltern der Mehrhooger Viertklässler beim Tag der offenen Tür noch versprochen habe, dass die Busverbindung funktionieren werde.

„Nach dem Wechsel von G 9 auf G 8 mussten viele Busverbindungen verändert werden. Das ist uns für alle anderen Buslinien etwa für Brünen, Büderich und Ginderich gelungen – mit Ausnahme, dass kein Bus der Linie 63 um 15 Uhr nach Mehrhoog fährt, sondern eben erst nach der neunten Stunde um 15.47 Uhr“, sagt die KDG-Chefin, die in den vergangenen Monaten mehrfach mit dem ÖPNV-Anbieter DB Rheinland zu tun hatte. Zusammen mit Torsten Hummel von der Stadt hat sie bislang vergeblich versucht, einen Lösung zu finden. Dabei, so sagt sie, habe man verschiedene Optionen durchgeschaut und auch über das Thema Bürgerbus gesprochen. „Was wir brauchen, wäre ein zusätzlicher Bus. Der aber kostet natürlich Geld. Und darum geht es letztendlich.“ Zumal nur vergleichsweise wenige Kinder betroffen seien.

Karen Schneider hofft, dass in absehbarer Zeit das Problem auf irgendeine Art und Weise gelöst werden kann. Falls nicht, dürfte es künftig schwierig werden, Kinder aus Mehrhoog am KDG aufzunehmen. „Die Eltern werden dann womöglich nach Rees abwandern.“

Bei der Bahn kennt man das Problem natürlich. Auf Anfrage erklärte ein Sprecher am Montag, dass man der Stadt Wesel bereits im September einen Alternativvorschlag gemacht, bislang aber noch keine Antwort erhalten habe. „Stimmt“, bestätigt Torsten Hummel. Es sei nämlich so, dass der BVR-Vorschlag nicht funktioniere. „Damit um 15.05 und um 15.50 Busse der Linie 63 Kinder am Duden-Gymnasiums mitnehmen, würde der Bus um 16.35 Uhr nicht mehr fahren. Dann aber kämen Kinder anderer Schulen nicht mehr nach Hause“, erklärt Hummel. Aktuell sehe man keine Lösung für das Problem, zumal die Schülerfahrtkostenverordnung davon spreche, dass 45 Minuten Wartezeit absolut im Rahmen seinen. Gleichwohl werde man weiterhin Gespräche mit verschiedenen Busunternehmen führen.

(kwn)


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