Zirkus Butterfly - wie Schüler in Wesel zu Akrobaten werden

NRZ; 08.11.2019

WESEL. In 28 Jahren hat der Zirkus Butterfly schon tausende Schüler, Lehrer, Eltern und Verwandte begeistert. Drei Gala laufen ab 14. November.

„Konzentration, Körperspannung und vor allem immer lächeln“ – so beschreibt die elfjährige Maria Zanella, woran sie denken soll, wenn sie von ihren Mitschülern bei der Akrobatiknummer in die Höhe gehoben wird.

In der Sporthalle des Konrad-Duden-Gymnasiums übt die Sechstklässlerin mit ihren Mitschülern die Figur wieder und wieder. Spätestens am Donnerstag, 14. November, muss alles sitzen – dann beginnt um 18 Uhr die erste von drei Galas des Zirkus Butterfly.

Diese atemberaubende Show bieten Schüler der KDG ihren dann über 1000 Mitschülern, Lehrern, Eltern und Verwandten.

Jahr für Jahr logischerweise in einer anderen Besetzung, aber immer wieder spektakulär. Einige Schüler sind sogar so sehr von dem jährlichen Zirkus-Projekt fasziniert, dass sie es auch noch nach ihrem Abitur einfach nicht lassen können, in ihrer ehemaligen Schule weiter mitzumachen.

Eine genau dieser Jugendlichen ist Pia Dungs: Die 18-Jährige ist zwar keine Schülerin mehr, bringt sich aber schon seit Wochen wieder voll im Zirkus Butterfly mit ein.

„In der sechsten Klasse habe ich mit Akrobatik begonnen, als Obermann“, berichtet die durchtrainierte junge Dame, die auch aktiv Hip-Hop-Tanz im Weseler Tanzhaus ausübt und in der diesjährigen Gala einerseits mehrere Rollen übernehmen wird – und andererseits beim Training auch den jüngeren Akrobaten wertvolle Tipps mit auf den Weg gibt und Hilfen anbietet.

Toller Zusammenhalt

„Genau das macht den Zirkus Butterfly aus – die älteren helfen den jüngeren, es ist ein toller Zusammenhalt“, freut sich Lehrer Florian Bertling. Der 36-jährige Lehrer leitet gemeinsam mit Dorothee Sessing-Kirfel das Zirkus-Projekt, vor ein paar Jahren ist er selber bei einigen Nummern unter die Akrobaten gegangen.

Alle drei Kinder von Dorothee Seesing-Kirfel sind beim Zirkus Butterfly auftreten, mittlerweile aber schon lange keine Schüler mehr.

Trotzdem ist die 60-Jährige als Trainerin voller Eifer weiterhin dabei. Und nicht nur dies, die Modedesignerin schneidert auch die Kostüme selber.

Und sie gibt klare Anweisungen, wie ein kurzer Dialog in einer Pause währen der Proben beweist. „Das Fummel-Zeugs stört aber ein wenig“, beschwerte sich ein Schüler vorsichtig bei der Trainerin, die sich auf gar keine Diskussion einließ: „Egal! Hauptsache es sicht gut aus.“

Mädchen klar in der Überzahl

Perfektion ist eben das Ziel. Das wissen auch die rund 30 Aktiven im Alter zwischen elf und 19 Jahren – überwiegend Mädchen übrigens, die Jungen kann man fast an einer Hand abzählen. Doch auch sie sind vollem Ehrgeiz bei der Sache, wie beim Tim Rothkopf, der beim Jonglieren mit drei Keulen auch nicht aufgibt, als die Objekte ihm mal nicht „gehorchen“ wie er möchte, sondern quer durch die Halle fliegen. Aber noch ist ja auch ein paar Tage Zeit bis zur ersten Aufführung.

Neben Jonglage und Akrobatik treten auch Einradfahrer in der fast zweieinhalbstündigen Show auf, ebenso Hula-Hoop-Akteure, Seilspringer, Handstand-Spezialisten sowie Tuch-, Netz- und Ring-Artisten. Man darf also gespannt sein.

Nach der Premiere tritt der Zirkus Butterfly mit seiner Gala „Seasons“ am Freitag, 15. November, und Samstag. 14. November, jeweils um 19 Uhr in der Sporthalle Nord auf. Karten gibt es unter anderem in der KDG-Cafeteria, bei Edeka Komp in Lackhausen und auch online unter www.zirkusbutterfly.com.


>>> INITIATOR WAR VOR 28 JAHREN KLAUS SCHOCH:

1991 wurde der Zirkus Butterfly als Schülersportgemeinschaft am Konrad-Duden-Gymnasium gegründet. Initiator und erster Direktor war Englisch- und Sportlehrer Klaus Schoch, der den Schülern die magische Welt des Zirkus näher brachte.

Mit viel Engagement und großer Leidenschaft schaffte er es, den Zirkus auf nationale und internationale Bühnen zu bringen. Neben kleinen Vorstellungen in und um Wesel, standen die Schüler bereits im Zirkuszelt von Roncalli, im GOP-Variete-Theater in Düsseldorf und sogar mit den Künstlern des Zirkus Flic Flac auf der Bühne.


Quelle: NRZ

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