Corona-Abi ist in Wesel problemlos angelaufen

NRZ; 12.05.2020
Viele Schüler, Lehrer und Schulleitungen haben sich den Kopf zerbrochen: Abiturprüfungen wie soll das gehen? Gestern ging’s dann doch los.

Mit Klausuren in den Fächern Biologie, Chemie und Informatik starteten gestern 65 der 119 für die Abiturprüfungen zugelassenen Schüler am Weseler Andreas-Vesalius-Gymnasium (AVG). Um die Bestimmungen zur Prävention vor dem Coronavirus einzuhalten, war die Turnhalle zum großen Prüfungsraum umgebaut worden. Drei weitere Schüler, die zur Risikogruppe zählen, schrieben ihre Prüfungen in einem separaten Raum.

Schulleiterin Dorothée Brauner hatte sich selbst vor dem Start der Prüfungen in der noch leeren Turnhalle ein Bild gemacht: „Das wirkte schon irgendwie utopisch so ohne Schüler – aber bei allem, standen diesmal eben die Hygienebedingungen im Vordergrund“, berichtet sie.

Die Schüler seien auf dem Schulhof von Lehrern in Empfang genommen und dann mit Mund-und-Nasenschutz zum Platz geleitet worden, auf dem die Prüfungsunterlagen bereits warteten – erst hier sollte der Mundschutz abgesetzt werden. „Alles lief sehr gut, die Stimmung war wie sonst auch bei den Abiprüfungen“, sagte Brauner zufrieden.

Die Lage ist entspannt – für die Schüler ist die Situation schon normal

Auch Dirk Timmermann von der Gesamtschule Am Lauerhaas bestätigt, dass die Schüler mit den geänderten Bedingungen erstaunlich gut zurechtkamen. „Es ist schon irre, wie schnell das für die Kinder normal wurde“, erläutert der Schulleiter.

Er beschreibt die Situation an seiner Schule als „relativ unaufgeregt“. Ein riesiger Vorteil sei natürlich, dass die neue Aula viel Platz biete – 60 Plätze hätten eingerichtet werden könnten, doch stellen sich am Lauerhaas nur 59 Jugendliche den Abi-Prüfungen. Timmermann findet es beachtlich, dass der freiwillige Nachholunterricht vor dem Abitur von etwa 80 Prozent der Schüler angenommen wurde. Er geht davon aus, dass seine Prüflinge auch „richtig gut vorbereitet“ sind.Gesonderte Räume für Risiko-Schüler

163 junge Leute streben am beruflichen Gymnasium des Weseler Berufskollegs ihr Abitur an. Auch hier verlief der Auftakt problemlos, wie Schulleiter Christian Drummer-Lempert berichtet: „Wir haben alle Sporthallen zu Prüfungsräumen umgewandelt, dazu verschiedene Eingänge festgelegt. So war es kein Problem die Hygienebedingungen inklusive Abstand von 1,50 Meter zu gewährleisten.“

Die Schüler hatten sich bei der Zulassung zum Abitur bereits einen Eindruck von der Raumsituation machen können: „So wussten sie, was auf sie zukommt“, erklärt Drummer-Lempert. Eine Schülerin, die zur Risiko-Gruppe zählt, bekam einen eigenen Raum mit Aufsicht. Insgesamt sei alles gut angelaufen, bilanziert der Schulleiter und sieht bei den weiteren Prüfungen keine Probleme.

Es war so ruhig wie nie im KDG

„Unsere 115 Abiturienten haben in diesem Jahr sehr gute Bedingungen: So leer und so ruhig war es noch nie bei Abiturprüfungen“, sagt Karen Schneider, Schulleiterin des Konrad-Duden-Gymnasiums.

Denn bis maximal 80 Schüler an einem Tag schreiben in der Mensa und der Aula ihre Abi-Klausuren. Außer den Prüflingen war nur die Jahrgangsstufe Q1 im Haus – und doch eigentlich nicht, denn diese Mädchen und Jungen wurden auf die sechs Räume der Turnhallen verteilt.

Schneider spricht von einem „total gelungenen Start“ ins Abitur, was sie jedoch nicht wirklich verwundert hat. Denn: „Bei uns sind die Abstands- und Hygieneanforderungen ohne größere Probleme umsetzbar.“


Quelle: NRZ

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