Eltern machen Mut fürs Abitur

RP; 12.05.2020

Wesel. Am Konrad-Duden-Gymnasium Wesel motivieren Eltern ihre Kinder mit Plakaten für die Abiturprüfungen unter Corona-Bedingungen. Auch an den anderen Schulen ist die Stimmung zu den Klausuren gut.

Mit einer schönen Aktion sind die angehenden Abiturienten des Konrad-Duden-Gymnasiums Wesel (KDG) am Dienstagmorgen zum Start der schriftlichen Prüfungen begrüßt worden. Viele Eltern hatten persönliche Motivationsplakate für ihre Kinder gestaltet und in der Schule aufgehängt. Außerdem sind allen gut 115 Prüflingen zwei große Banner gewidmet, die das diesjährige Motto „Abios Amigo – 12 Jahre Siesta, endlich Fiesta“ sowie die Namen tragen. Außerdem ist darauf zu lesen: „Ihr schafft das!“ Motor ist die Schulpflegschaft. Vorsitzende Ulrike Freund hatte damit eine Anregung des KDG-Lehrers Sebastian Kreuzberg aufgegriffen, der seinerseits in Hessen auf ein Vorbild gestoßen war.

„Nachdem bereits Mottowoche und Chaostage ausgefallen sind, es auch keine Feier im Bühnenhaus und keinen Abi-Ball geben wird, wollten wir etwas Besonderes für unsere Kinder machen“, sagte Ulrike Freund im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie freut sich, dass sich etwa ein Drittel der Eltern beteiligt hat und mit gut 40 Plakaten ein ansehnliches Spalier auf dem Weg zur Aula und Pausenhalle geschaffen werden konnte. Die individuellen Mutmach-Transparente bringen gute Wünsche zum Ausdruck und Appelle ans Selbstvertrauen.


Auch an den anderen Schulen war die Stimmung trotz der ungewöhnlichen Prüfungsatmosphäre unter Corona-Bedingungen am Dienstag gut. Um die Hygieneregeln einhalten zu können, war überall eine Menge vorzubereiten gewesen. So berichtete Dorothée Brauner, Leiterin des Andreas-Vesalius-Gymnasiums, dass erstmals die Turnhalle als Prüfungsraum dient. Durch eine Schleuse ging es vom Hof Richtung Klausur. Mit dem Zollstock waren die Abstände der Tische festgelegt worden. Die Plätze der 62 Prüflinge am Dienstag waren namentlich gekennzeichnet, die Aufgaben lagen in verschlossenen Umschlägen bereit. Drei weitere junge Leute, die wegen Vorerkrankungen zur Risikogruppe zählen, kamen über separate Wege in einen großen Klausurraum. Ziel war es laut Brauner, dass alle so schnell und so sicher wie möglich an ihre Plätze kommen sollten. Motivation à la KDG gab es nicht. „Die Eltern haben das sicher im Hintergrund auch gemacht“, sagte Brauner. Auch die Lehrer hätten den Pennälern Mut zugesprochen.

An der Gesamtschule Am Lauerhaas sind die Prüflinge am Morgen feierlich begrüßt worden. Schulleiter Dirk Timmermann ist froh, dass die neue Aula steht. Als separater Bau mit enormen Ausmaßen bietet sie optimale Bedingungen für die Abiturarbeiten. Timmermann glaubt auch, dass mit dem Angebot, in den letzten zweieinhalb Wochen freiwillig zu kommen, gute Vorbereitungen ermöglicht worden sind. Etwa 80 Prozent der Schüler nutzten dies, was Timmermann als sehr gut bewertet. Es sei wohl gelungen, „trotz Corona sowas wie Normalität“ zu schaffen.

Versetzte Ein- und Ausgänge, versetzte Zeiten: Auch am Berufskolleg Wesel wurde großer Aufwand betrieben, um in den Sporthallen der größten Schule im Kreis Wesel den Prüfungsbetrieb für 163 angehende Abiturienten zu organisieren. Gute Worte und eine Begehung des ungewöhnlichen Prüfungsortes hatte es schon in der vergangenen Woche gegeben. „Wir haben damit versucht, den Schülern mögliche Ängste zu nehmen“, sagte Schulleiter Christian Drummer-Lempert. Die Prüflinge sollten nicht von den Abläufen und Bedingungen überrascht werden.

Während es an der jungen Gesamtschule Hamminkeln noch dauert, bis der erste Abiturjahrgang in die Prüfungen geht, ist dies an der Gesamtschule Schermbeck längst Praxis. Schulleiter Norbert Hohmann berichtete wie der Weseler Kollege Timmermann von einer zuletzt guten Beteiligung am Unterricht in den Abiturfächern. In Schermbeck lag sie bei etwa 90 Prozent. Hohmann sprach von einer „glücklichen Lage“, seien vor der Corona-Schließung doch schon alle normalen Klausuren geschrieben und korrigiert gewesen, den Schülern dann zugeschickt worden.

Das Raum- beziehungsweise Abstandsproblem wurde für die Prüfungen nun so gelöst, dass die komplette Schule genutzt wird. Einige Kurse wurden auf mehrere Räume verteilt. So gingen am Dienstag 155 junge Leute der Jahrgangsstufe 10 an ihre Arbeiten und 92 aus der Q2 an die Abi­turklausuren. Zur Vermeidung von Begegnungsverkehr werden unterschiedliche Eingänge genutzt. Die Türen und die Treppen, so Hohmann weiter, sind bei der Prozedur, den Betrieb regelkonform zu organisieren, das größte Problem. Aber es sei nun alles gut verteilt. „Donnerstag und kommenden Dienstag machen wir das noch einmal“, sagte der Schulleiter.


Quelle: RP

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