Wesel: KDG musiziert jetzt auf dem eigenen Flügel

NRZ; 10.02.2020


WESEL. Mit einem Kraftakt hat das Konrad-Duden-Gymnasium einen Flügel für die Schule angeschafft. Unterstützer können symbolische Tasten kaufen.

Der Klavierabend in der Aula des Konrad-Duden-Gymnasiums symbolisierte so etwas wie den Abschluss eines langen Weges. Denn mit dem Konzert feierten Eltern und Schüler die gemeinsame Kraftanstrengung, der Schule einen eigenen Flügel auf lange Sicht zur Verfügung zu stellen.

Vor zweieinhalb Jahren sei man das Wagnis eingegangen, den Flügel zu kaufen, erläuterte Ulrike Freund, Schulpflegschaftsvorsitzende des KDG. „Wir sind damals in Vorleistung gegangen. Das war schon eine gute fünfstellige Summe.“

Konzerte, Aktionen und Spenden halfen, die Summe aufzubringen

Mit der Unterstützung des Fördervereins und der Eltern kam der Kauf ins Rollen. Es gab Aktionen, Konzerte, Spenden aus der Elternschaft, die sich begeistert beteiligte. Und es entstand die Idee, dass jeder, der wollte, eine Taste des Klaviers erstehen konnte.

„Wir haben jetzt grob fünf Siebtel aller Tasten verkauft“, verriet Kate Hildebrand, Leiterin des Schulorchesters, die in der Pause mit Mini-Klavier und der Liste der noch nicht verkauften Tasten im Foyer parat stand.

Entsprechend glücklich waren die Vertreter des Gymnasiums. Der Leiter der Fachschaft Musik, Hans-Günther Bothe, dankte Ulrike Freund mit einem Blumenstrauß dafür, dass sie das Projekt „mit Mut und Zuspruch“ mit angeschoben und dafür gesorgt habe, „dass wir davon nicht abgerückt sind.“

Der eigene Schulflügel ist toll für die Kinder und das Orchester

Schulleiterin Karen Schneider gestand, dass sie sich das vor zweieinhalb Jahren kaum vorstellen konnte. „Aber es gab so viele Fürsprecher und die Idee: ein Flügel bringt uns nach vorne. Das ist einfach nur cool, dass die Eltern da mitgegangen sind.“

Und auch die anwesenden Eltern drückten ihre Freude aus. „Es ist genial, wenn hier solch ein Instrument steht. Toll für die Kinder und das Orchester“, freute sich Elke Kemper über das Spiel ihrer Tochter Maria. Wie talentiert die Klavierjugend der Schule ist, bewiesen 16 junge Künstler von der fünften Klasse bis zur Q 2.

Merit Bußmeier machte mit dem „Alten Lied“ von Wolfgang Schmitz den Anfang. Simon Hochstrat gab Johann Pachelbels „Kanon“ Klangfarbe. Anna Hollmann interpretierte Edvard Grieg und Aram Chatschaturjan. Und der Sechstklässler Dariush Ferdosi spielte den „Abschied“ von Friedrich Burgmüller. „Sehr aufregend, wenn so viele Leute gucken“, gestand der Zwölfjährige.

Dann griffen Schüler in die Tasten – und zeigten, welches Potenzial sie haben

Viele Schüler hatten sich sehr melodisch-fließende Kompositionen ausgesucht – Merit Schlebusch zum Beispiel Ludovico Einaudis „I Giorni“, Greta Neu „Oltremare“ vom gleichen Komponisten oder auch Can Ali Mert, der erst vor neun Monaten mit dem Klavierspiel begonnen hat, mit „Song of storms“ von Koji Kondo. Siyu Guan setzte mit Mozarts „Fantasia d-moll“ den romantischen Zwischenpunkt.

Richtige Klavierkunst war dann im dem zweiten Teil des Konzertes zu hören, den Malin Schlebusch mit dem musicalartigen „Hamilton Medley“ eröffnete. Miriam Maronna bot anschließend eine wunderschöne, sehr souveräne Interpretation der „Kumru“-Melodie von Fazil Say. Helen Bur legte mit Ludovico Einaudi und der „Nuvole Bianche“ nach.

Was am Klavier möglich ist, bewiesen dann Tim Böing , Marc Herscu und Lilly Mühlisch – alles „Jugend musiziert“-Preisträger. Böing, Schüler des Bocholter St. Josef-Gymnasiums, zeigte bei Mendelssohn-Bartholdys anspruchsvollem „Adagio und Presto agitato b-Moll“ flüssige Hände. Dramatisch interpretierte Marc Herscu vom Andreas-Vesalius-Gymnasium Chopins „Ballade f-Dur“. Und beeindruckend geriet die Performance von Lilly Mühlisch, die bei der „Toccata“ von Aram Chatschaturjan über die Tasten zu fliegen schien.

Weitere Bilder


Quelle: NRZ


© 2020 Konrad-Duden-Gymnasium Wesel. All rights reserved.