Lehrer drucken Schutzmasken in Ferien

RP; 09.04.2020


Wesel. Am Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel arbeiten zwei Physiklehrer mit Schülern trotz der Ferienzeit weiter. Sie fertigen per 3D-Drucker Schutzmasken, die an Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen weitergereicht werden.

Von den derzeitigen Osterferien lassen sich die Weseler Lehrer Markus Großkamp (41) und Marian Kempkes (32) vom Konrad-Duden-Gymnasium nicht bremsen. Seit Anfang der Woche fertigen die beiden mit einigen Schülern per 3D-Drucker Schutzmasken, um damit etwa Weseler Arztpraxen auszustatten. Die speziellen Masken bieten Schutz vor dem Coronavirus und werden in medizinischen Berufen dringend gebraucht. Dass die beiden Lehrer jetzt in der freien Zeit so eingespannt sind, stört sie nicht. „Die Masken werden ja jetzt gebraucht“, sagt Marian Kempkes. Beide sind stolz auf ihre engagierten Schüler.

50 Exemplare sind seit Montag gefertigt worden. Im Physikraum des Konrad-Duden-Gymnasiums stehen zwei Drucker zur Verfügung, drei weitere bei Schülern zu Hause, etwa bei Marian David Löffler. Die Kapazitäten werden jetzt genutzt, um die Produktion in den kommenden Tagen noch zu intensivieren. Die Physik-AG „KDG Medics Technology“ der Weseler Schule unter Leitung von Marian Kempkes produziert die Masken, die vor Tröpfcheninfektionen schützen sollen. Die Arbeitsgemeinschaft Sanitätsdienst der Schule unter der Leitung von Großkamp hat sich um den Praxistauglichkeitstest gekümmert und organisiert die Verteilung.

Markus Großkamp betont, dass man nicht selbst auf die Idee gekommen sei, solche Masken zu fertigen; auch in anderen Städten würden sie etwa an Hochschulen gedruckt. In Wesel sei man aber derzeit wohl das einzige Schulprojekt, das sich technisch darauf eingestellt habe. „Es passt gut zum Profil der Schule mit einem Fokus auf dem medizinischen Bereich“.

Technisch funktioniert die Produktion der Schutzmasken so, dass im 3D-Drucker die Haltekonstruktion gefertigt wird. Die Schilde werden aus Polyactiden, also Milchsäuren, hergestellt. Ein spezielles Programm schult den Drucker so, dass er das thermoplastische Material – Filament genannt – anfertigt. Dann wird ein Gummizug angelegt. Als transparenter Teil vor dem Gesicht kann entweder durchsichtige Plastikfolie für den Overheadprojektor oder Laminierfolie dienen. Diese Folie sei mehrfach nutzbar, sagt Markus Großkamp. Mit Desinfektionsmittel könne sie abgewaschen werden. An Filament hat die Schule derzeit noch ausreichend Material vorrätig. Zwölf bis 14 Masken pro Tag könne man mit den derzeitigen Kapazitäten fertigen.

Regelmäßig fahren Markus Großkamp und Marian Kempkes derzeit zur Schule, entnehmen der Druckmaschine die neuen Masken und platzieren sie für die Schüler an einem Ort, wo die Masken kontaktlos übergeben werden. Die Schüler fahren sie dann per Fahrrad aus. Für die Masken nimmt die Schule übrigens kein Geld. Es sei als Spende in dieser schwierigen Zeit gedacht, sagt Kempkes.

Es gab einen Testlauf in einer Zahnarztpraxis und in einer Hausarztpraxis in Wesel. Auch die Feuerwehr Wesel testet derzeit die Masken. Markus Großkamp sagt: „Es war auch für die medizinischen Tester überraschend, was nach der Behandlung beim Zahnarzt an dem Schild hängengeblieben ist und so nicht zur Kontaminierung am eigenen Gesicht führte.“

Info

So kommt man an die MaskenKontakt Die Schule spricht mit der Aktion die verschiedenen medizinisch tätigen Berufe an. „Wenn Sie für Ihre Arztpraxis, Zahnarztpraxis, den Pflegedienst, in Ihrem Altenheim oder auf der Station im Krankenhaus an solchen Gesichtsmaskenscheiben interessiert sind, nehmen Sie mit uns Kontakt auf“, heißt es im Aufruf. Je nach Zahl der Anfragen könne man nicht jedem Wunsch nachkommen. „Wir werden uns nach Kräften bemühen: Was geht, wird gemacht, was nicht geht, eben auch nicht. Wir haben aktuell keine Vorstellung, wie groß die Nachfrage sein wird.“ Die Schilder werden an die Praxisadressen übermittelt. Bestellungen unter sandkdgcorona19@gmail.com


Quelle: RP

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