Wesel: Gesamtschule streicht Nachmittagsunterricht

NRZ; 20.11.2020

WESEL. Vorerst entfällt der Nachmittagsunterricht für die Sekundarstufe I der Gesamtschule. Am KDG sind erneut 54 Schüler und acht Lehrer in Quarantäne.

Unterricht ist in diesem Tagen eine unberechenbare Angelegenheit – Infektionsfälle machen immer wieder Neuplanungen notwendig. Das erlebte Karen Schneider vom Konrad-Duden-Gymnasium am Montagmorgen wieder: 69 Schüler der Q2 und sieben Lehrer dürfen aus der Quarantäne zurückkehren. Dafür müssen wegen eines positiven Tests bei einer Schülerin 54 Jugendliche aus dem neunten Jahrgang und acht Lehrer in die Isolation. Und auch die Gesamtschule Am Lauerhaas musste neue Maßnahmen ergreifen: Für die Sekundarstufe I fällt der Nachmittagsunterricht erst einmal aus.

Insgesamt sind am KDG nun wieder gut 70 Schüler, darunter der Theaterkurs der Q1, eine neunte Klasse sowie der Latein- und der Pädagogikkurs der Stufe 9 sowie zehn Lehrer in Quarantäne.

Den Präsenzunterricht aufrecht zu halten, müsse jeden Tag neu organisiert werden, beschreibt Karen Schneider den aktuellen Schulalltag. „Hier ist nichts im Regelbetrieb.“ Dennoch findet sie es richtig, dass die Schulen so lange wie möglich geöffnet bleiben sollen. Ein Glücksfall für das Gymnasium ist das Videokonferenzsystem, das die Schule angeschafft hat.

Damit können Lehrer von zu Hause aus eine im KDG sitzende Klasse unterrichten.

Geteilte Lerngruppe bieten für KDG keine Lösung

Den aktuell diskutierten Vorschlag, Lerngruppen zu teilen, sieht Schneider kritisch: „Das ist organisatorisch kaum zu schaffen.“ Wenn Klassen in zwei Gruppen geteilt werden und eine davon in Quarantäne muss, dann werde es schwierig für den Lehrer, sagt sie. Zumindest dann, wenn mehrere Gruppen betroffen sind. „Das funktioniert dann nicht mehr, weil wir in der Schule nicht genug Arbeitsplätze für Lehrer mit stabilem System haben“, so Schneider.

Am heimischen PC bleiben könne der Pädagoge auch nicht, solange er parallel Klassen in der Schule unterrichten muss. Mischformen aus digitalem und Präsenzunterricht seien daher schwerer umzusetzen als kompletter Distanzunterricht. Und auch die Idee, feste Lerngruppen zu bilden, habe ihre Tücken: „Dann können wir nur Kernfächer unterrichten.“ Französisch, Latein, Wahlpflichtfächer und das Kurssystem in der Oberstufe müssten dann wegfallen.

Gesamtschule Am Lauerhaas: Sekundarstufe I hat vorläufig früher Schluss

Eine Neuorganisation des Lernbetriebes musste auch das Leitungsteam der Gesamtschule Am Lauerhaas in den vergangenen Tagen in Kürze auf die Beine stellen. Für die 5. und 6. Jahrgänge endet der Unterricht an den Langtagen nun nach der 5. Stunde, für die Stufen 7 bis 10 nach der 6. Stunde.

Für die Jüngeren wird jedoch eine Notbetreuung angeboten. Komplett frei haben die Schüler am Nachmittag jedoch nicht, betont die stellvertretende Schulleiterin Tanja Menninghaus. Die Lehrer erteilen entweder erweiterte Aufgaben für daheim oder bitten ihre Schüler zu Videokonferenzen. Bis zum 27. November soll die Regelung zunächst gelten.

Mehr als 20 Lehrer fehlen im Präsenzunterricht

Der Grund für die Umstellung: Neben dem Oberstufen-Jahrgang EF mit 80 Jugendlichen und 25 weiteren Schülern aus verschiedenen Stufen (alle in häuslicher Isolation) fehlen im Präsenzunterricht mehr als 20 Lehrerinnen und Lehrer wegen Quarantäne, Schwangerschaft oder Erkrankung. „Unser größtes Bestreben ist es, den Unterrichtsbetrieb so lange wie möglich aufrecht zu erhalten“, erklärt Tanja Menninghaus, die einen völligen Lockdown verhindern möchte.

Denn obwohl inzwischen viele Kinder digital ausgestattet wurden, fehlen in einigen Haushalten immer noch die Geräte, es müssten Arbeitsplätze vor Ort angeboten werden. Auch geteilte Lerngruppen wären aus ihrer Sicht nur eine Notlösung – denn das Modell würde in jedem Fall zu weniger Unterricht für den einzelnen Schüler führen.


Quelle: NRZ

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