Schulleiter lehnen Sechs-Tage-Woche ab

Dr. Heinzgerd Schott (Konrad-Duden-Gymnasium): „Wir haben schon lange kommen sehen, dass die Pro­bleme mit der ungeklärten Mensa­frage so gelöst werden sollen. El­ternvertreter und die deutliche Mehrheit der Kollegen sind gegen Unterricht am Samstag. Zumal die Schüler dann auch noch am Sonn­tag Hausaufgaben machen müss-ten. Das Wochenende, das ich per­sönlich zur Regeneration nutze, sollte nicht belastet werden."

Jürgen Berner (Andreas-Vesalius-Gymnasium): „Wir in Wesel haben schon lange darauf hingewiesen, jetzt haben auch andere gemerkt, dass durch die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur die Schu­len praktisch alle in den Ganztag rutschen. Weil das kaum zu bezah­len ist, kommt man zwangläufig auf die Idee, wieder auf den Samstag auszuweichen. Das ist pädagogisch nicht sinnvoll und würde die Lehrer zusätzlich belasten."       

Margit Ickert (Realschule Mitte): „Wir haben im Kollegium über den Er-lass gesprochen und befürworten ihn nicht. Der Samstag gehört nun mal der Familie. Die Wiedereinfüh­rung des Samstagsunterrichts ist für mich eine Flucht vor dem Ganz­tag, der durch mehr Unterrichts­stunden nötig wird und mit päda­gogisch geschultem Personal auch sinnvoll wäre, aber nicht finanzier­bar ist. Schade, dass das Problem so spät erkannt wurde."   

Bernd Baumann (Konrad-Duden-Hauptschule): „Der Samstagsun­terricht wird die Probleme nicht lö­sen können. Wir benötigen die Nachmittagsstunden, um die Kin­dern der Orientierungsstufe nach einem Mittagessen in Ruhe fördern zu können, ihnen zu zeigen, wie man einen Tag vernünftig gestaltet, wie man isst. Wir befinden uns ak­tuell in der glücklichen Lage, dass wir mit Hilfe der Stadt vier Klassen mittags beköstigen können."

WESEL (kwn) Der neue Erlass von Schul­ministerin Sommer (CDU), wonach an Haupt- und Realschulen sowie an Gym­nasien auch samstags unterrichtet wer­den kann, ist unter Schulleitern umstrit­ten. Er dürfte erhebliche Auswirkungen auf die Städte als Schul­träger haben. Davon ist CDU-Ratsherr Ulrich Richartz überzeugt. Auch wenn die „Pflicht" entfallen würde, Schülern mittags ein warmes Essen anzubieten, würden sich Fahrtkosten und mehr erhö­hen. Richartz will im nächsten Schulausschuss, dem er vorsitzt, einen Bericht zu möglichen Auswirkungen für Wesel ha­ben.

TEXT: kwn/bp in RP vom 08.08.2007