Einmal jemand anderes sein

Der Spaß am Spiel war den KDG-lern ganz deutlich anzumerken. (Foto: Felix Kleinherbers)

THEATER. KDG-Schüler überzeugen mit Molieres Komödie „Amphityron" und plaudern anschließend aus dem Nähkästchen.

MARIE TIMMRECK in NRZ vom 23. März 2007

WESEL. Dass Theater nicht trocken und schwer zu verste­hen ist, sondern mit viel Humor präsentiert werden kann, be­wies die Theatergruppe des Konrad-Duden-Gymnasiums bei der Premiere von Molieres Komödie „Amphitryon".

13 Jung-Schauspieler aus den Jahrgangsstufen elf und zwölf gaben sich über ein hal­bes Jahr lang die größte Mühe, die Geschichte um den Feld­herren Amphitryon und seine Frau Alkmene, charakterstark dargestellt von Sina Raudszus und Lena Füting, auf die Bühne zu bringen. Auf diese hat Göt­tervater Jupiter, amüsant ge­spielt von Philip Jennen, ein Auge geworfen. Verliebt nimmt er mit Unterstützung des Göt­terboten Merkur (Dennis Stadtler) Amphitryons Gestalt an und verbringt mit ihr eine Nacht mit Folgen. Die Verwir­rung ist groß. Wer ist nun wer in dieser göttlichen Verwechslungskömodie von 1668?

So viele Gründe, mitzumachen

Zwölf Jahre Theatererfah­rung von Lehrer Ernst Gadow zeigen sich auch in diesem Stück. „Ich bin immer wieder begeistert, was in so kurzer Zeit zu schaffen ist", lobt er seine eifrigen Schüler. „Es war uns natürlich bewusst, dass sehr viel Arbeit auf uns zukommt. Aber so hatten wir die Chance, einmal etwas völlig Neues aus­zuprobieren", reflektiert Anna-Lena Thüß, die als „Nacht" das erste Mal auf der Bühne steht. Und auch „Alkmene" Lena Füting stimmt zu: „Klar ist es an­strengend, von morgens bis abends an den Wochenenden zu proben. Aber es hat sich wirklich für uns sehr gelohnt." Die Beweggründe mitzuma­chen sind vielfältig. „Viele gaben heute ihr schauspieleri­sches Debüt, um einmal in eine andere Rolle hineinzuschlüpfen", bemerkt Kristin Heuken („Cleanthis"). Andere belegten den Theaterkurs, weil sie „den gewissen Adrenalin-Kick auf der Bühne" suchen, wie Haupt­darstellerin Sina Raudszus er­klärt. Den haben dann wohl auch alle gefunden, „obwohl ja eigentlich nur die Hälfte der normalen Zeit zum Proben angesetzt war", so Merkur-Dar­steller Dennis Stadler.

Noch drei Termine

Aufgrund des starken An­drangs im Theater-Kurs kam es in diesem Jahr erstmalig zur Aufführung zweier Stücke. Zu­sätzlich ist somit heute und Dienstag, 27. März, jeweils ab 19 Uhr Molieres „Der Herr aus der Provinz" zu sehen. Dieser hat es sich zum Ziel gesetzt, die Tochter eines reichen Pariser Bürgers zu ergattern, die eigentlich ganz andere Pläne hat.

Wer Amphitryon bisher verpasst hat, bekommt am Mon­tag, 26. März, ebenfalls um 19 Uhr, in der Aula noch einmal die Chance auf kostenfreie Kul­tur, gemacht am Konrad-Du­den-Gymnasium.

 

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Moliere: Theater hoch zwei am KDG

Und heute, 19 Uhr, feiert das Stück „Amphithryon" Premiere. Es endet mit einem Sirtakitanz, den die Schüler gestern bei der Generalprobe noch eifrig übten. rpfoto: malz in RP vom 21. März 2007

WESEL (ikl) Französische Weltlitera­tur in der Aula des KDG: In den nächsten Tagen werden hier die beiden Stücke „Amphitryon" und „Der Herr aus der Provinz" des fran­zösischen Dramatikers Moliere von der Theatergruppe aufgeführt.

Unter der Leitung von Lehrer Ernst Gadow haben die Schüler seit Beginn des Schuljahres einmal in der Woche in der Aula eifrig ge­probt. Insgesamt sind 24 Schau­spieler beteiligt. „Alle sind wahn­sinnig motiviert", so Gadow.

Auch das komplette Umfeld der Stücke entstand in Eigenarbeit. Mütter ehemaliger Schüler küm­mern sich um Kostüme, die Wer­ken-AG und die Technik-AG arbeiten mit. In der Schauspieltruppe sind Schüler der Zwölf, die den Kurs regulär besuchen, außerdem Frei­willige aus der Elf und sogar aus der sechsten Klasse.

Die Schüler selber sind begeistert bei der Sache. Für sie standen am Anfang Stimmübungen, bevor sie sich überhaupt auf die Bretter, die die Welt bedeuten, wagen durften. Dann war hartes Auswendiglernen des Textes und das Einüben der ein­zelnen Szenen angesagt. Doch sie haben all diese Herausforderungen gemeistert: „Die Arbeit ist wirklich sehr gut und sehr lustig", sagt Ste­fan. Seine Schauspiel-Kollegin Sina ergänzt: „Das hat mir geholfen, selbstbewusster zu werden." auch das Lampenfieber hält sich bis jetzt noch in Grenzen.    .

Warum Moliere? „Letzes Jahr wa­ren es Hauptmanns Ratten'. In die­sem Jahr sind es zwei Komödien, weil ich versuche, Abwechslung reinzubringen", so Gadow. „Die Zu­schauer erwartet vor allem gute Unterhaltung. Sie werden sich amüsieren und erkennen, wie gut die Schüler spielen", ist der Regisseur überzeugt.

Heute und am Montag, 26. März, kommen die Zuschauer in den Genuss von „Amphitryon". Am Frei­tag, 23. März, und Dienstag, 27. März, wird „Der Herr aus der Pro­vinz" dargeboten. Alle Vorstellun­gen beginnen um 19 Uhr.