AVG-Vize steigt auf

- Wechsel zum 1. Februar: Anne Jung-Wanders, bisher stellvertretende Leiterin am AVG, übernimmt die Leitung des Voerder Gymnasiums.
WESEL / VOERDE Auf ihre neue Aufgabe freut sie sich und begreift sie als Herausforderung. Anne Jung-Wanders übernimmt am 1. Februar die Leitung des Gymnasiums Voerde (GV). Sie ist Nachfolgerin von Klaus Peters. Anne Jung-Wanders, die in Essen geboren wurde, lebt in Flüren und ist derzeit stellvertretenden Leiterin des Andreas-Vesalius-Gymnasiums (AVG) in Wesel.
Das gute Klima an der Voerder Schule, die Offenheit des Lehrerkollegiums neuen Entwicklungen gegenüber waren mit ausschlaggebend dafür, dass die 50-Jährige sich um die Leiterposition bewarb. Als überzeugte Teamarbeiterin setzt Anne Jung-Wanders auf die Unterstützung durch ihre künftigen Kolleginnen und Kollegen. Denn die begeisterte Seglerin weiß, „dass jeder Schiffskapitän eine gute und motivierte Mannschaft braucht".
Die Pädagogin, die Deutsch und Sozialwissenschaften studiert hat und 1980 ihre erste Stelle am Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel antrat, ist davon überzeugt, dass in Deutschland der Trend hin zur Ganztagsschule geht - um mehr Zeit zu haben, mit den Schülern zu arbeiten, sie besser fördern zu können. Zudem ist sie überzeigt, dass die gymnasiale Schulzeit bis zum Abitur auf acht Jahre verkürzt wird. Deshalb seien Organisationsstrukturen zu schaffen, um „alle Schüler anzusprechen, zu fördern und natürlich auch zu fordern". Dazu gehört es auch, die Jungen und Mädchen in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen, da sie künftig zunehmend immer mehr eigenständig werden lernen müssen.
Schule kein Elfenbeinturm
Schule ist für die künftige Chefin des Voerder Gymnasiums kein Elfenbeinturm der reinen Wissensvermittlung. Das ist für sie auch ein Ort, der Bezug herzustellen hat zu gesellschaftlichen Realitäten, zu aktuellen Fragen, die es zu beantworten gilt. „Ein Abiturient soll Position beziehen können", stellt Jung-Wanders fest. Sie plädiert für Nähe zum Beruf, will Fachleute aus der Arbeitswelt in die Schule holen, die ökonomische Bildung stärken. Was sie sich schon jetzt für das Gymnasium Voerde wünscht, das ist ein Name, denn der könne „identifikationsstiftend" sein.
Die 50-Jährige arbeitete gemeinsam mit ihrem Mann sechs Jahre an einer deutschen Schule in Washington. Sie liebt das Lesen, hört gern Musik und fühlt sich in Museen wohl. Außerdem reist sie gern.
VON HEINZ SCHILD in RP vom 5. Januar 2005

