Nebelschwaden und vergifteter Grüntee

- Sechstklässlerin Carina Stoll stieg auf den Stuhl und erzählte vom „Spuk am KDG". Mörderisch ging's bei der neuen Lesebühnenreihe zu.
WESEL Verbotenes Blutbad, vergifteter Grüntee und verteufelter Traubentrank. Die Namen der Getränke, die der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG) zum Auftakt seiner Lesebühnenreihe am Donnerstagabend reichte, lassen erahnen, um welches Thema es sich drehte: „Tatort KDG", so das kriminalistische Motto des Abends. Schülerinnen und Schüler hatten unter der Leitung von Pädagogin Ute Pürschel einen „schaurig schönen Rundgang" durch ihre Schule organisiert, bei dem selbst geschriebene Detektiv- und Spukgeschichten vorgelesen wurden. Annika Gerbener (18) und Dennis Boos (17) führten im Kommissar-Outfit durch den spannend-unterhaltsamen Abend.
Versehentlich Feueralarm
Den Anfang machte Sechsklässlerin Carina Stoll auf der Aula-Bühne, indem sie auf einem alten Lesesessel neben einer schummrig leuchtenden Stehlampe Platz nahm und ihren „Spuk am KDG" vortrug. Kristin Externbrink aus der Jahrgangsstufe 12 baute in ihre Geschichte „Eine traumatische Nacht" den wohl schlimmsten Albtraum eines jeden Schülers ein: Eine Nacht in der eigenen Schule eingesperrt zu sein. Anschließend ging's am Lehrerzimmer vorbei in den düsteren Fahrradkeller, wo weiter vorgelesen wurde. Auf dem Weg zum Bio-Trakt meldete sich auch Ute Pürschel zu Wort, sie hatte Heines „Belsazar" auf das KDG umgeschrieben. Die Kommissare führten die über 50 Besucher wieder zurück zur Bühne, wo Andreas Günzig aus der Jahrgangsstufe 12 mit „Die Nacht der Verdammten" einen passenden Schlusspunkt hinter einen gelungenen Abend setzte. Lediglich ein Zwischenfall trübte die Stimmung. Der Literaturkurs hatte die Atmosphäre durch Nebelschwaden im Bio-Trakt steigern wollen und löste versehentlich den Feueralarm aus. Nach Aussage der Schüler reagierte die ausgerückte Feuerwehr ziemlich cool.
VON PETER KOPPE in RP vom 24.9.2005

