Musik, die Mut macht

- Aus NRZ vom 5.5.2004; NRZ-Foto: Markus Weißenfels
KONZERT / Elf Sängerinnen aus Manila gastierten in der Aula des Konrad-Duden-Gymnasiums. Auf ihrer Tournee informieren sie über die Situation von Straßenkindern.
MICHAEL TUREK
WESEL. Cindy, Beverlyn und Rosalind haben es geschafft. Sie kommen aus sehr armen Familien oder haben einige Jahre als Straßenkinder in der philippinischen Hauptstadt Manila gelebt. Die drei jungen Frauen gehören zum Kaibigan Vocal Ensemble. Kaibigan ist eine Hilfsorganisation, die sich um Straßenkinder kümmert, ihnen eine Perspektive bietet. Neben einer Schulbildung werden kulturelle Fähigkeiten gefördert. Zum Beispiel im Vocal Ensemble. Elf Mädchen gehören dazu, und sie gastierten gestern in der Aula des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG).
Alltägliche Geschichten
Die KDG-Schüler stehen Schlange vor der Tür zur Aula. Endlich dürfen sie rein. Volkslieder werden sie hören, in einer fremden Sprache. Lieder, die alltägliche Geschichten erzählen. Von der Liebe, von den Problemen der Familien, wie der Chorleiter den Schülern auf Englisch erläuterte. Daneben gehören auch englische Stücke und sogar ein ungarisches Volkslied zum Repertoire der jungen Philippininnen. Sie möchten mit ihrem Gesang auch Mut machen, sich für eine Welt, in der jedes Kind menschenwürdig leben kann, zu engagieren.
In Manila istdas nicht der Fall. Ein kurzer Film schilderte die Situation der Straßenkinder, die oftmals von ihren Eltern verstoßen wurden, auf sich allein gestellt in der Millionenmetropole Manila ums tägliche Überleben kämpfen. Über 250 000 Kinder sind davon betroffen. 500 werden von Kaibigan betreut, erhalten dadurch die Möglicheit, ein besseres Leben zu führen. Auch davon handeln die Lieder des Vocal Ensembles, das bis Mitte Mai mehrere Auftritte am Niederrhein hat. Danach geht es weiter in den süddeutschen Raum.
Weseler knüpfte den Kontakt
Martin Schaper, ein ehemaliger KDG-Schüler, hat das Konzert der elf Sängerinnen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren möglich gemacht.er Weseler ist Leiter der Infostelle „Dritte Welt" in Duisburg und knüpfte während einer Philippinen-Reise den Kontakt zu Kaibisan.

