Literarische Bühne: Balladen

Erzählungen aus mediterranen Ländern: Spanischlehrer Dr. Till Schreiber las auf der „Literarischen Bühne" des KDG.

KDG zeigte, wie man das Thema Balladen Schülern und Eltern nahe bringen kann - Klatschen für den Sieger der Dichter

WESEL. Wieder einmal volle „Bühne" bei der allmonatlichen Veranstaltung der „Literarischen Lesebühne" des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG) am Mittwochabend. Etwa 50 Zuhörer, darunter Eltern, Lehrer und Schüler, waren gekommen, um den Abend der Balladen zu genießen. Für Deutschlehrerin Ute Pürschel eine super Form der Literatur: „Von der Textart her ist das einfach dramatisch für Kinder, immer aktuell und schön zu lesen. Außerdem schult es das Lesen ungemein, weil es eine gebundene Sprache ist, aber eigentlich ein spannender Text."

Aufmerksam folgte das Publikum den „erzählenden Gedichten" der Schüler der Klassen sechs und sieben. Sie rezitierten Schillers „Zauberlehrling", Mörikes „Feuerreiter", Fontanes „Herr van Ribbeck" oder Brentanos „Loreley". Sie lasen fesselnd, betonten lebhaft und suchten hin und wieder sogar den Blickkontakt zum Publikum. Da machte das Zuhören Spaß. Natürlich war nicht nur Altbekanntes von großen Meistern zu hören. Es gab auch Balladen „kleiner Dichter", wie zum Beispiel „Fisch Ferdinands turbulente Tour" von Marius Schüler, „Der Autounfall" von Christoph Brücker oder „Die musikalische Jule" von Julia Schulters.

Eine neue Form der Literaturvermittlung stellte der Literaturkurs der Jahrgangsstufe zwölf vor - den „Poetry-Slam". Pürschel erklärt: „Das sind selbst geschriebene Texte, die man unter einer Zeitvorgabe schreibt und dann dem Publikum vorträgt. Man versucht einen Gag so einzubauen, dass es möglichst raffiniert wird. Die Teilnehmer stellen sich nebeneinander auf die Bühne und anhand des Klatschens der Zuhörer wird der Sieger ermittelt." Zum Gelingen des Abends trug auch der musikalische Rahmen bei. Felix Raupp und Mark Heisterkamp sangen zur Gitarre und wurden dabei begleitet von Felix Winkelhausen mit den Bongas. Vergnüglich lauschten die Zuhörer ihren hintergründigen und amüsanten Liedern. Ab sofort ein neues Element der Lesebühne ist die Vorstellung eines schriftstellerisch tätigen Lehrers. Dr. Till Schreiber, Spanischlehrer am KDG, machte jetzt den Anfang. Er las aus seinem Roman und aus seinen Erzählungen über mediterrane Ländern. ELKE SIEMUND

 

Aus RP vom 13.Februar 2004