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Sarah-Mona Gramm

Sarah-Mona Gramm, Schülerin am Konrad-Duden-Gymnasium, ist Mitglied im Landesjugendorchester. Die begeisterte Bratschistin bereitet sich derzeit auf die große Tournee mit dem Nachwuchs-Orchester vor. Finnland, Russland, Lettland, Litauen und Estland sind die Stationen der Musiker. RP-Foto: Ekkehart Malz

Sarah-Mona Gramm spielt Bratsche im Landesjugendorchester – Jetzt geht’s nach Russland - Beruflich lieber in die Politik

WESEL. „Ich wollte .schon immer Geige oder Bratsche spielen", sagt Sarah-Mona Gramm. Wenn die 16jährige über Musik spricht, dann ist sie ganz bei der Sache und man spürt die Begeisterung. „Manchmal muss man mir sagen, dass ich mit dem Üben aufhören soll", erklärt sie lachend. Angefangen hat alles mit der musikalischen Früherziehung. Im Alteryon vier Jahren erhielt Gramm ihren ersten Unterricht in der Musik-und Kunstschule. Das musikalische Talent machte sich schnell bemerkbar. Die Eltern kauften ihr eine Blockflöte, doch das reichte der ambitionierten Nachwuchsmusikerin bald nicht mehr.

Die Faszination für Streichinstrumente setzte sich durch und Sarah-Mona entschied sich für den Bratschen-Unterricht. Von da an ging es in der jungen Karriere steil nach oben. Mit zwölf nahm die Weselerin zum ersten Mal am Rheinischen Orchesterkurs teil und ließ auch danach keine Gelegenheit aus, sich weiterzubilden.

Gute Bratschenspieler sind rar

Bei den traditionellen Neujahrskonzerten zum Abschluss der Orchesterkurse im Bühnenhaus spielte Gramm erstmals vor einem großen Publikum. Die Erfahrungen zahlen sich nun aus: Seit zwei Jahren ist die 16jährige Mitglied im NRW-Landes-jugendprchester. Schon 2001 meisterte Gramm die schwierige Aufnahmeprüfung, durfte jedoch zunächst nicht im Orchester mitspielen. „Ich war noch zu jung und die Warteliste beim LJO ist lang", erklärt die Musikerin.

Doch gute Bratschenspieler sind rar unter den jugendlichen Bewerbern, so dass die Einladung der Orchesterleitung nicht mehr lange auf sich warten ließ. Schnell fand sich Sarah-Mona Gramm im Landesjugendorchester zurecht.

„Es lohnt sich wirklich, dort mitzumachen. Man lernt so viele verschiedene Dirigenten kennen. Mit der Musikschule ist das nicht zu vergleichen", betont Gramm. Derzeit bereitet sie sich mit dem LJO auf eine große Konzerttournee vor. Vom 18. August bis zum 6. September geht es über Finnland nach Russland, Lettland, Litauen und Estland. Das Arbeitspensum vor Antritt der Reise ist enorm: „Ein Vierzehn-Stunden-Tag ist in der Arbeitsphase keine Selten-. heit." Zum Üben opfert die Schülerin am Konrad-Duden-Gymnasium einen großen Teil ihrer Freizeit, doch im Orchester hat sie viele Freundschaften geschlossen.

„Wir sind wie eine große Familie", sagt Gramm, die neben Klassik auch moderne Musik von Linking Park oder Usher hört, tanzt, Volleyball spielt und für eine Schülerzeitung schreibt. Mit Bruder Jannik (11), der Geige lernt, tritt die Musikerin auch regelmäßig zum weihnachtlichen Vorspielen im Familienkreis an. Beruflich zieht es die 16jährige jedoch in eine andere Richtung: „Ich würde gerne Jura studieren und dann in die Politik gehen, denn da sollte man mal etwas ändern."

* Beim Vorspielen in der Aula der Musik- und Kunstschule am 28. Juni um 19 Uhr tritt Sarah-Mona Gramm gemeinsam mit Wulff-Dieter Irmscher (Klavier) auf. CKR

 Aus RP vom 3.6.2004