Irak-Krieg war nie ein Thema

Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums von dreiwöchiger Reise nach Hagerstown zurück

WESEL. Die Entscheidung, trotz des Irak-Kriegs die von langer Hand vorbereitete Reise zur Partnerschule nach Hagerstown anzutreten, war im nachhinein goldrichtig. Darüber sind sich die 20 Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums einig, die kürzlich wohlbehalten und voll unvergesslicher Eindrücke von einer dreiwöchigen Reise in Wesels nordamerikanische Partnerstadt zurückgekehrt sind. "Eine Absage hätten unsere Gastgeber auch nicht verstanden", sagt Almut Stegemann (15). Das Mädchen aus Hamminkeln war nachträglich für die Fahrt nominiert worden, da zwei Schüler aus persönlichen Gründen die Fahrt kurzfristig abgesagt hatten.

Echte Herzlichkeit überwältigte

Die wohl größte Überraschung für alle Daheimgebliebenen: Der die gesamte Welt so erschütternde Krieg in der Golfregion war in Hagerstown kein Thema. "Darüber wurde nie gesprochen. Das interessierte dort niemanden. Absolut niemanden. Basketball und Baseball waren viel wichtiger", erzählt Mark Heisterkamp (15) aus Flüren. Er und seine Mitschüler können sich kaum beruhigen über die herzliche Aufnahme und die Gastfreundschaft, die sie erfahren haben.

"Das war alles echt, keine den Amerikanern nachgesagte Oberflächlichkeit", sagt Volker Winkelmann (62). Der Englisch-Lehrer, der die Gruppe der jungen "Botschafter Deutschlands" begleitet hat, ist ebenfalls restlos begeistert von seinem Aufenthalt in Hagerstown. Im nächsten Sommer sind die neuen Freunde der North-Highschool Hagerstown, zu der das KDG seit 14 Jahren intensive partnerschaftliche Kontakte pflegt, dann zu Gast in den Familien der 20 KDG-Schüler. "Da müssen wir uns ziemlich anstrengen, um ihnen ähnlich tolle Wochen zu bieten", sagt Almut.

 

 

Zu den unvergesslichen Erlebnissen der jungen Weseler Schüler gehörten die Besuche von Washington und New York. Besonders gerne erinnert sich Basketball-Fan Mark aber auch an die "optimalen Sportmöglichkeiten" in der Highschool, "wo Talente früh erkannt und gefördert werden". Almut schwärmt von den Parties ("Der Rekord lag bei drei Feiern an einem Tag - und nirgendwo wurde geraucht oder Alkohol getrunken"), und Florian Sehr (15) berichtet begeistert von einem ganz besonderen Osterfest mit grellbunten Plastikeiern und großer Familienfeier.

Zu Ostern gehört in allen Familien auch der Kirchgang. Allen Schülern ist positiv aufgefallen, dass sich die Christen in Hagerstown sehr viel offener zu ihrem Glauben und zu Gott bekennen als in Deutschland. Außerdem haben die KDG-Schüler erfahren, wie sehr sich die amerikanischen Eltern um die akademische Ausbildung ihrer Kinder sorgen. Denn ein ganz normales Studium können sich die wenigsten leisten. Deshalb setzen viele Eltern auf Stipendien. Die gibt es allerdings nur für gute Leistungen. Entsprechend groß

Klaus Nikolei in der RP vom 06.Mai 2003