"90 Prozent gab's nie"

WESEL. Nicht nur die Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums werden in Zukunft auf einen kompetenten Pädagogen verzichten müssen - vor allem der rauchende Teil des Lehrerzimmers wird sicherlich bedauern, keine "verbalen Gefechte" mehr mit Rudolf Haffner führen zu können. Schulleiter Dr. Heinz-Gerd Schott verabschiedete gestern einen Kollegen in den Ruhestand, den er selbst als "Vollblutlehrer" bezeichnete. "90 Prozent hat's bei ihm nie gegeben. Er hat immer Wert auf Niveau gelegt," blickte Schott auf die stets engagierte Lehrertätigkeit des Studiendirektors für Deutsch und Philosophie zurück. Seinen Schuldienst in Wesel hatte Haffner 1970 angetreten - in dem Jahr als Schott Abitur machte.

Zweimal, von 1976 bis 1981 und 1987 bis 1995, unterbrach Haffner seine Tätigkeit in Wesel und unterrichtete im Ausland, an der niederländischen Afcent-Militärschule in Brunssum. In seinen fast 20 Jahren am KDG machte sich der 62-Jährige nicht nur für unzählige schulische Aktivitäten im literarischkünstlerischen Bereich stark, sondern in den letzten Jahren vor allem auch für Gedenkfeiern zum Pogrom.

NRZ vom 20.12.2002, NRZ-Foto: Johann Ridder