Papst statt Unterricht

WESEL. Warum nicht mal nach den großen Ferien in die Ferne schweifen? Das haben sich die Schüler Clemens Rueter, Stefan Schrameyer und Martin Schuster vom Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel gefragt und sich vom Schuldirektor für eine Woche beurlauben lassen. Warum?

Weil die drei nach Rom wollen. Dort findet das Welttreffen der Jugend statt. Veranstalter ist der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Zu der Veranstaltung werden 1,2 Millionen junge Leute erwartet, darunter 145 aus dem Kreis Wesel - unter ihnen Clemens, Martin und Stefan. Wenn sich ihre Mitschüler aus der Stufe zwölf am Montag, 14. August, auf den Weg zum KDG machen, steuern die drei per Bus eine andere Schule an. Sie liegt in Sutri, einem kleinen, 30 Kilometer nordwestlich von Rom gelegenen Ort. Dort sind 300 Jugendliche untergebracht. In der Schule ist schlafen erlaubt - sofern Zeit dafür bleibt.

Ein festes Programm haben die Weseler Jungs während ihrer Italienwoche nicht. Sie können ihre Tage so gestalten, wie es ihnen gefällt. Doch das Trio hat sich bereits einiges vorgenommen: Neue Leute kennen lernen, die Metropole Rom erkunden, an einem Taize-Gottesdienst teilnehmen und natürlich beim Weltjugendtag dabeisein. Dieser bildet am Ende der Woche den Höhepunkt der Reise.

"Dann treffen junge Leute aus aller Welt auf dem Petersplatz zusammen. Dort wird der Papst zu uns sprechen," erzählt Clemens Rueter. "600 000 Jugendliche wurden anfangs erwartet. Nun haben sich 1,2 Millionen angemeldet."

Clemens, Stefan und Martin sind zum ersten Mal dabei. Zu jenen, die eine Postkarte aus der italienischen Hauptstadt bekommen, dürfte KDG-Schulleiter Gerd Boekhorst gehören. Denn ohne seine Genehmigung müssten die Jungs ab 14. August das traurige Schicksal der meisten Altersgenossen teilen - Ferienende!

Zum Weltjugendtreffen reisen übrigens auch einige Pfadfinder und Mitglieder der Musikgruppe Tohuwabohu aus Wesel.

Von Kirsten Scheunemann aus RP vom 28.07.2000, Foto: E.Malz