Der bilinguale Zweig
Wie die Zeit vergeht. Unser bilingualer Zweig ist jetzt schon viereinhalb Jahre alt - die Jahrgangsstufe 9 ist erreicht. Es kann mithin schon ein Rückblick gewagt werden, der auf umfangreiche Erfahrungen zurückgreifen kann. Ein Rückblick, so sei bereits jetzt gesagt, der überwiegend positive Ergebnisse zeigt.
Die Anmeldezahlen und die breite Streuung der Grundschulen, von denen Schülerinnen und Schüler unsere Schule besuchen, machen deutlich, dass der bilinguale Zweig auch weiterhin eine große Attraktivität hat. Die Einrichtung von zwei bilingualen Klassen - die maximale Zahl, die von der Bezirksregierung genehmigt wird - ist in allen Jahrgangsstufen gewährleistet. Um möglichst viele Schülerinnen und Schülern aufnehmen zu können, ist die Schülerzahl in den Eingangsklassen hoch. Dies mag auf den ersten Blick als problematisch angesehen werden, lässt sich aber nicht verhindern, will man gewährleisten, dass eine ausreichende Schülerzahl in der Sekundarstufe II erreicht werden kann. Es ist aber auch festzustellen, dass sich im Laufe der Zeit die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den Klassen verringert, weil ein Wechsel in den Normalzweig vorgenommen wird. Hierbei lässt sich kein einheitlicher Trend der Wechselhäufigkeit feststellen; die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die den bilingualen Zweig verlassen, ist sehr unterschiedlich. Es ist aber zu erkennen, dass vielfach dort ein Wechsel vorgenommen wird, wo bereits in der Grundschule Bedenken geäußert wurden, die bilinguale Schullaufbahn zu wählen, weil eindeutig ein Begabungsprofil festgestellt wurde, das Schwerpunkte im mathematisch - naturwissenschaftlichen Bereich aufweist. Entscheidend für eine erfolgreiche Absolvierung des bilingualen Unterrichtsgangs dürfte sein, dass die Begabungsschwerpunkte im sprachliche Bereich liegen.
Alle bilingualen Sachfächer (Erdkunde, Politik und Geschichte) werden jetzt unterrichtet; die Zahl von sieben Wochenstunden in der Zielsprache Englisch wird hierbei nie unterschritten. Hierdurch ist ein Eintauchen in die Fremdsprache fast unausweichlich, der Gebrauchswert der Sprache, ihr Anwendungsbezug, werden durchgehend transparent, die Lernprogression ist hoch. Es ist festzustellen, dass es den Schülerinnen und Schülern meist keine Schwierigkeiten bereitet, produktiv im Unterricht mitzuarbeiten. Die kommunikative Kompetenz ist so stark entwickelt, dass auch komplexe Sachverhalte bewältigt werden können. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben deutlich gemacht, dass der Unterricht im bilingualen Zweig sowohl den Schülerinnen und Schülern als auch den Lehrerinnen und Lehrern Freude bereitet, was sich vielfach am Engagement der Beteiligten ablesen lässt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der bilinguale Zweig eine Bereicherung des Unterrichtsangebotes unserer Schule darstellt und eine sehr erfolgreiche Entwicklung durchlaufen hat.
Klaus Pünzeler

