Kein Bild, kein Ton - wir kommen schon

- Foto: Lisa Michelbrink
Die Technik AG des Konrad-Duden-Gymnasiums arbeitet bei fast jeder Veranstaltung im Hintergrund.
Im Hintergrund läuft Musik aus „Fluch der Karibik". Scheinwerfer hüllen die Bühne in helles Licht. Bälle fliegen durch die Luft, Menschen stapeln sich zur Pyramide. Tolle Akrobatik, mit der der Zirkus Butterfly sein Publikum immer wieder aufs Neue begeistert. Doch all das Talent der Mitwirkenden kommt erst richtig zur Geltung durch die vielen Licht-und Ton-Effekte. Für die sorgt die „Light & Sound-AG" des Konrad-Duden-Gymnasiums unter Leitung von Lehrer Karl Hömberg.
Die „Techniker", das sind Kevin (19) und Niklas (15) Vogts, Dominik Bruns (16), Jan Hansens (16), Robert Münnich (17), Alexander Oslislo (15) und Sebastian Schellewald (15). Wann immer eine Veranstaltung in der Schule geplant wird - ob Theater-Aufführung, Musical-Show, Zirkus, Big Band-Auftritt oder Sportfest -die Jungs sind im Einsatz..
Wie aber genau läuft ihre Arbeit ab? Das haben uns die Jungs verraten. Als erstes muss mit den Künstlern geredet werden, was für Vorstellungen sie für Licht, Ton und Gesamtatmosphäre haben. Denn das ist natürlich jedes Mal anders. Dann müssen sie als nächsten Schritt alles „technisch realisieren", wie Karl Hömberg die Vorbereitung nennt. Anschließend wird der Saal dementsprechend umgebaut beziehungsweise die Technik aufgebaut. Während der Aufführung sorgen dann die Jungs für tolle Effekte, und wenn anschließend alle anderen schon nach Hause gehen, ist der Abend für sie noch nicht vorbei. Alles muss wieder abgebaut werden. Die „Techniker" sind immer als Erste da und gehen als Letzte. Besonders viel Zeit haben die Jungen während der Jubiläumswoche Anfang des Monats in der Schule verbracht, sogar dort übernachtet. „Wir waren eigentlich nur zum Duschen zu Hause", erzählt Jan. Für die Mitglieder war diese Woche ein Highlight ihrer Erlebnisse in der „Light & Sound-AG". Dominik erwähnt aber noch ein weiteres: 2006 sind er und Robert nämlich mit der Musical AG nach Polen gefahren. Dort führte diese dann ihr Stück auf, die Jungs sorgten auch hier für die Effekte. Ebenfalls spannend war die Erfahrung bei der Zusammenarbeit mit dem Bühnenhaus anlässlich der Jubiläumsgala zum 50-jährigen Bestehen: Auch hier arbeiteten die Schüler mit.
„Wie eine Sucht“
Aber wieso engagieren sie sich so? Jan erzählt, er sei einfach so „reingerutscht". „Das ist wie eine Sucht", meint er. Auch Sebastian macht die Arbeit in der AG Spaß. Für Kevin ist das Ganze aber noch mehr: Er möchte das auch beruflich machen. „Fachkraft für Veranstaltungstechnik" ist die offizielle Berufsbezeichnung, er hat sich schon um eine Ausbildungsstelle beworben.
Die Jungs haben schon viel gelernt und Seminare der Firma „Showcraft" besucht. Dominik erzählt, dass sie dort zum Beispiel gelernt haben, Mikrofone richtig „einzupegeln". Wenn jemand neu in die AG kommt, spezialisiert er sich zunächst auf einen Bereich, nach einigen Jahren kann aber eigentlich alles andere auch. Trotzdem hat natürlich jeder eine Lieblingsaufgabe: Sebastian beispielsweise macht am liebsten das Licht. „Das liegt mir am besten", verrät er.
1993/94 wurde die AG gegründet. „Es fing mit nichts an", erinnert sich Karl Hömberg. Man habe einen Gottesdienst feiern wollen, aber es gab noch nicht einmal Lautsprecher. Auch Bühnenlicht war nicht vorhanden. Eines Tages sei eine Frau mit einer „Tüte unbrauchbarer Kabel" zu ihm gekommen und gemeinsam mit den ersten Jungs und einer kleinen Ausstattung gründete man dann eine AG. Seitdem hat sich natürlich viel verändert. Mittlerweile ist die Technik-AG gut ausgestattet, dank des Fördervereins. Dieser übernimmt auch die Versorgung der Truppe. „Ohne Cola geht gar nichts", sind sich alle einig und lachen.
Lisa Michelbrink in NRZ von Donnerstag, 25.9.2008.


