Erste Schritte für den Ganztag
Das Konrad-Duden-Gymnasium rückt näher mit VHS, Musikschule und Bücherei zusammen. Die Gründe: das Turbo-Abi und der bevorstehende Ganztag. Die Hobbys der Schüler sollen durch die Kooperation erhalten bleiben.
VON JULIA NAKÖTTER in RP vom 14.2.2009
WESEL Unterricht bestimmt den Alltag eines Achtklässlers am Konrad-Duden-Gymnasium. „33 Wochenstunden absolviert ein Schüler dieser Jahrgangsstufe derzeit", berichtet Rektor Heinzgerd Schott. „Zeit für Hobbys bleibt da kaum." Das Turbo-Abi zeigt Wirkung. „Durch die Verkürzung der Schulzeit von neun auf acht Jahre, bei gleichzeitiger Verlängerung der Unterrichtszeit pro Woche, erleben wir einen Wandel im Schulsystem", so Schott.
Wunsch vieler Eltern
Sorgen um die Freizeitaktivitäten der Kinder und Jugendlichen machen sich vor allem Eltern - aber auch die städtische Kunst- und Musikschule. „Es besteht der Wunsch vieler Eltern, dass ihre Kinder trotz längerer Unterrichtszeit ein Instrument erlernen", sagt Dagmar Beinke-Bornemann, Leiterin der Musikschule. „Wir würden den Kindern gern weiterhin das ermöglichen, was sie gern tun." Das KDG rückt daher nun mit VHS, Bücherei und Kunst- und Musikschule zusammen. Gemeinsam gehen sie Kooperationen ein. Bildungspartner NRW nennt das Schulministerium diese Initiative, die mit rund 30000 Euro pro Jahr gefördert wird. „Mit dieser Summe lassen sich die Angebote teilweise oder sogar ganz finanzieren", so Schott. „Die Schüler können frei entscheiden, was sie machen möchten." Stattfinden sollen die Kurse am unterrichtsfreien Nachmittag. „Damit machen wir jetzt schon einen ersten Schritt in Richtung Ganztag", sagt der Rektor. Kooperationen mit Sportvereinen sollen folgen.
Die Volkshochschule bietet ab sofort einen Kursus „Tastaturschreiben" für 15 Schüler der Jahrgangsstufe 5 an. „Wir haben Eltern und Kinder gefragt, ob sie Interesse daran hätten, und 70 von 148 Schülern haben sich gemeldet. Der Bedarf ist vorhanden", sagt Schott. Ähnlich sieht dies Bertram Burgner, stellvertretender VHS-Leiter: „Weiterbildung geht zur Schule. Wir können Sprachen wie Chinesisch oder Rhetorik-Seminare anbieten."
Die Bücherei will noch im laufenden Schuljahr das KDG mit dem Ausleihsystem vernetzen. Leiter Wolfgang Berg: „Die Schule ist weit weg von der Bücherei, so dass wir nun hierher kommen." Übers Internet sollen die Kinder künftig ihre Bücher bestellen können. Geliefert und wieder abgeholt werden sie von der Bücherei.
Die Kunst- und Musikschule will im kommenden Schuljahr Instrumenten-Unterricht im KDG anbieten. „Kinder, die bereits bei uns Fagott lernen, können weiter unsere Kurse in der Zitadelle besuchen", sagt Dagmar Beinke-Bornemann. Die Stunden werden auf die Unterrichtszeit angerechnet. Möglich sei auch das Musikschullehrer im KDG Gruppen unterrichten - zum Beispiel im Gitarrespielen.
INFO: Start in 2010
Die mit Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern besetzte Schulkonferenz des Konrad-Duden-Gymnasiums hat sich 2008 für den Ausbau zum Ganztags-Gymnasium ausgesprochen. Das KDG kann wunschgemäß im Jahr 2010 mit dem vom Land finanziell geförderten Ganztagesbetrieb beginnen. Einen Mitbewerber um die Fördermittel gab es im Kreis Wesel nicht.


