G8 mit Korrekturbedarf

Was hätte wohl Konrad Duden dazu gesagt, dass auch am Gymnasium, das seinen Namen trägt, das Abitur schon nach acht Jahren zu erreichen ist? Foto: Archiv

 

VON JAN WROBEL, MARCEL MEURS, UND HENDRIK ZEPMEUSEL, KDG, 8D in RP vom 6.5.2009

WESEL Die aktuelle Jahrgangsstufe 8 an Gymnasien ist die erste Stufe, die nach zwölf Schuljahren das Abitur macht - eine zusätzliche Belastung für Schüler und Lehrer.

Nach vier Jahren Grundschule folgen nun nur noch acht statt neun Jahre Gymnasium. Durch die ver­kürzte Schulzeit müssen Schüler den Unterrichtsstoff in kürzerer Zeit erlernen. Infolgedessen sind längere Unterrichtszeiten nicht zu vermeiden. Lehrer beklagen die zu­nehmende Unkonzentriertheit der Kinder und Jugendlichen.

Eine Umfrage unter Schülern des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG) ergab, dass rund 89 Prozent der Schüler mit dem neuen System nicht zufrieden sind. Die Schüler bemängeln vor allem die hohe An­zahl an Unterrichtsstunden, die an der Konzentrationsfähigkeit zeh­ren würden. Außerdem fühlen sie sich mit dem Stoff, der ursprüng­lich für ältere Schüler gedacht war, überfordert. Peter Fobbe, Deutsch-und Geschichtslehrer am KDG, stellt allerdings auch Vorteile he­raus: „Schüler beenden ihre Schullaufbahn früher und steigen damit schneller ins Berufsleben ein."

Durch die höhere Stundenzahl in der Oberstufe ab 2010 sehe er mehr Fördermöglichkeiten. Er wünsche sich, dass der derzeitige Stoff durch mehr fächerübergreifende Zusam­menarbeit der Lehrer „entrümpelt" werde. Die Belastung der Lehrer steige, da sie den Unterrichtsinhalt in weniger Zeit lehren müssen.

Morgens später starten

Einige Lehrer kritisieren NRW-Schulministerin Barbara Sommer, die sich nicht genügend mit den Problemen von G8 auseinander set­zen würde. Verbesserungsmöglich­keiten sehen die Beteiligten durch mehr Geld für ein besseres Perso­nal- und Raumangebot für den Ganztag. Zudem wäre es von Vor­teil, wenn die Schule später begin­ne. Dies fördere die Konzentration. Fazit: Das Prinzip G8 ist eigentlich nicht schlecht, doch es gibt noch ei­niges zu verbessern.