Erinnerungen an Gustav Sack

Am 5. Dezember 1916 starb Gustav Sack bei Finta Mare. Das Päckchen (r.), in dem das Kriegsministerium ein paar persönliche Gegenstände Sacks an seine Frau Paula schickte, ist noch erhalten und wird als Foto gezeigt. fotos: scheffler in rp vom 17.2.2010
Die meisten Dokumente für die Gustav-Sack-Ausstellung hat Steffen Stadthaus als Reproduktionen aus dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach mitgebracht.

 
Wenn am Sonntag die "Local Heroes"-Woche in Schermbeck eröffnet wird, steht der große Sohn der Gemeinde, der Dichter Gustav Sack, im Mittelpunkt einer Ausstellung. Die RP zeigt, was dafür zusammengetragen wurde.
VON HELMUT SCHEFFLER in RP vom 17.2.2010
SCHERMBECK "Gustav Sack - ein Lebenskünstler" heißt die Ausstellung, mit der die Gemeinde im Rahmen von Ruhr 2010 ihres bedeutendsten, aber fast vergessenen Sohnes gedenkt. Die Schau (siehe Info) wurde in den vergangenen Monaten vom Schermbecker Literaturwissenschaftler Steffen Stadthaus vorbereitet. Im Deutschen Literaturarchiv in Marbach hat er den Nachlass des Dichters eingesehen und zahlreiche Kopien und Fotos mitgebracht, die zum allergrößten Teil erstmals der Bevölkerung vorgestellt werden. Hinzu kommen Dokumente aus dem Stadtarchiv Wesel und private Leihgaben.
Für die Präsentation der Exponate kann Steffen Stadthaus auf das fachliche Know-how der Münsteraner Grafikerin Svenja Limke vertrauen. Sie wird dafür sorgen, dass die Erinnerungsstücke in Vitrinen und auf Schautafeln optisch gut platziert werden. "Originale können wir leider nicht zeigen", bedauert Stadthaus. Dazu hätte die Gemeinde den Versicherungsschutz übernehmen müssen. Außerdem erlauben die technischen Gegebenheiten wie Raumluft und Temperatur keine sachgemäße Aufbewahrung der Exponate.
Abiturzeugnis und "Die Loge"
Verschiedene Lebensphasen Sacks lässt Steffen Stadthaus in der Ausstellung im Heimatmuseum Revue passieren. Die Geburtsurkunde und ein Foto der Eltern erinnern an die Kindheit des am 27. Oktober 1885 geborenen Dichters. Aus der Zeit seines Schulbesuches in Wesel sind das Abiturzeugnis und der Aufsatz "Das Werden unseres Heimatlandes" vorhanden. Auszüge aus dem Drama "Die Loge" erinnern an Sacks frühe literarische Betätigung. Fotos, mikroskopische Studien und Vorlesungsmitschriften sind aus jenen Jahren erhalten geblieben, in denen Gustav Sack in Münster, Halle und Greifswald Germanistik, Psychologie, Zoologie und Medizin studierte. Ein Schwerpunkt widmet sich Sacks schriftstellerischem Werdegang. Seine frühe Auseinandersetzung mit den Expressionisten, Manuskripte von Gedichten, Titelblätter von Romanen und Briefe an seine Frau Paula geben einen groben Überblick über das literarische Wirken, das besonders durch die beiden Romane "Ein verbummelter Student" und "Ein Namenloser" bekannt wurde.
Mit Zeichnungen, Gedichtmanuskripten und Tagebuchauszügen erinnert Steffen Stadthaus an Gustav Sacks Schweizer Zeit, die eine Art Flucht vor dem Ersten Weltkrieg bedeutete. Viele Fotos und Briefe zeigen den Dichter an der Westfront und in Rumänien, wo er am 5. Dezember 1916 auf dem Vormarsch nach Bukarest bei Finta Mare starb. Die vom Kriegsministerium ausgestellte Sterbeurkunde erinnert an den frühen Tod des Dichters, dessen Werk nicht nur von Theodor W. Adorno, Georg Britting und Thomas Mann sehr geschätzt wurde. Auf einigen Fotos wird die letzte persönliche Habe des Schermbeckers gezeigt, unter anderem eine Pfeife und ein Siegelring.
Alle 110 Exponate werden auf kleinen Tafeln näher erläutert. Außerdem erscheint zur Ausstellung eine etwa 40 Seiten umfassende Biografie des Dichters.
INFO: Stele und Eröffnung
Die Ausstellung über Leben und Werk des Dichters Gustav Sack wird am Sonntag, 21. Februar, um 11 Uhr in der Ehemaligen Reformierten Kirche eröffnet. Dies ist der Auftakt in die Schermbecker "Local Heroes"-Woche. Während der Feierlichkeiten wird zudem eine Gustav-Sack-Stele plus Bronzetafel vor Sacks Wohnhaus an der Mittelstraße enthüllt.

Kontakt

Konrad-Duden-Gymnasium
Barthel-Bruyn-Weg 54
D-46483 Wesel
Deutschland

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Telefax: +49 (281) 63142

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