Haariges Unterwassershooting

Nasser Job fürs neue Cover der Metal-Rocker: "Oliver Rude", "Frank the Tank". "Niklas Preach", "Hateful Han of Hate" and „Chris Boss" beim Foto-Shooting im Heubergbad mit Fotograf Siegfried Meyer. RP-FOTO: EKKEHART MALZ in RP vom 28.6.2011

Die Weseler Band „Kadavrik" hat vor wenigen Tagen einen großen Plattenvertrag mit einem Berliner Label unter Dach und Fach gebracht. Nun gab es ein professionelles Shooting für das neue Plattencover im Heubergbad.

VON ISABELL HÜLSER in RP vom 28.6.2011

WESEL Gar keine so leichte Aufgabe, die die fünf Weseler Musiker von Kadavrik da zu absolvieren haben. Unter Wasser tauchen, Augen auf­halten und darauf achten, dass die langen Haare nicht vor das Gesicht „schwimmen" und dann auch noch richtig cool dabei aussehen. Klingt schwer, ist es auch. Was hilft, sind kleine Ein-Kilo-Bleisäcke. Die las­sen die Musiker ganz schnell auf den Boden des Heubergbades sin­ken. Die schwarze Auftrittsmontur, mit der sie sich ablichten lassen, tut da - das weiß jeder, der schon ein­mal mit Klamotten schwimmen musste - ihr übriges. Da hilft nur eins: tief Luft holen, Augen auf und durch. Eins der wichtigsten Utensi­lien: Eine Haarbürste, um die in der Metal-Szene so typischen langen Haare wieder zu entwirren.

Doppel-CD und Idee im Quo

Aber was tut man schließlich nicht alles für das perfekte Foto? Schließlich sollte das Cover für die Neuauflage ihrer beiden CDs ,,..until the die is cast" und „Wine will turn to blood again", die nun dank eines großen Plattenvertrags mit ei­nem Berliner Label als Doppel-CD erscheinen, etwas ganz besonderes sein. „Wir sind letzte Woche am Sonntagabend im Quo vadis an der Friedenstraße auf die Idee für das Cover gekommen", erklärt Bassist Oliver Rüth (24). Glück für die We­seler: Das Berliner Label, das den fünf Weseler Jungs von sich aus einen Plattenvertrag angeboten hat, lässt den Musikern bei der Umset­zung freie Hand.

So konnte schon eine Woche spä­ter das große Shooting steigen. Der zweite Vorsitzende des Weseler Barakuda-Tauchclubs, Siegfried Mey­er, stellte sein Know-How und sein Unterwasser-Kamera-Equipment zur Verfügung und stieg mit Atemgerät in das Becken des Heuberg­bads. „Weitwinkel, Unterwasserge­häuse und - ganz wichtig - Unter­wasserblitz", nannte er die Utensi­lien. Als Gruppe und in Einzelauf­nahmen shootete er die Weseler „Shootingstars". „Die Jungs ma­chen das sehr gut, das sind Profis", lobte er mit Blick auf die Resultate. Auch wenn es für Kadavrik dank des Plattendeals und diverser Auf­tritte gerade richtig gut läuft, fernab der Musik verfolgen die Jungs ande­re Karrieren. „Wir studieren alle unterschiedliche Fächer von Maschi­nenbau über Englisch bis hin zu Geschichte", so Oliver Rüth. Sonn­tags kehren die Fünf ihren Uni-Städten Münster und Bochum je­doch den Rücken, um sich zur ge­meinsamen Bandprobe in Wesel zu treffen. Seit sieben Jahren sind die Fünf, die 2006 am KDG Abi gemacht haben, schon Kadavrik. Sie alle tra­gen bei Auftritten eine Armbinde mit dem „Kadavrik-K", Schlagzeu­ger Frank Schlegel hat sich das Logo sogar tätowieren lassen.

INFO: Neues Album in 2012

Nach der Neuauflage ihrer bei­den bisher erschienenen Alben gibt es im Frühjahr 2012 ein neues Album der fünf Weseler Jungs. „Die Songs haben wir schon, wir müssen noch gucken für welche wir uns entscheiden", erklärt Frank Schlegel. Ab November will Ka­davrik ins Studio gehen.