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Rhapsody in School

– musikalische Geschichten in der Schule

„Eine Rhapsodie ist eine musikalische Geschichte“, erläutert der Pianist Wolfgang Manz und erklärt damit den Namen des Projektes, das an diesem Morgen im Musikraum des Konrad-Duden-Gymnasiums für die Schülerinnen und Schüler der Musikkurse den „etwas anderen“  Musikunterricht  ermöglicht.

Die von dem Pianisten Lars Vogt gegründete Initiative “Rhapsody in School” vermittelt seit 2005 Besuche von hochkarätigen Musikern an Schulen in ganz Deutschland. Bevor sie abends in einem Konzert auftreten, spielen sie am Vormittag Kindern und Jugendlichen Stücke aus ihrem Repertoire vor, erzählen aus ihrem Alltag und stellen sich deren Fragen.

Wolfgang Manz  ist ein gefragter Solist für Konzerte mit Orchester sowie für Solorecitals und Kammermusik. Er spielt  am Abend im Rahmen der Konzertreihe, die der Städtische Musikverein und die Stadt Wesel im Bühnenhaus organisieren,  Werke aus der deutschen und russischen Romantik und ist am Morgen durch Vermittlung des Städtischen Musikvereins in das Konrad-Duden-Gymnasium gekommen.

Wolfgang Manz begann mit seinen „Geschichten“  sehr persönlich. Er erzählte von seinen musikbegeisterten Eltern:  „Schon bevor ich als Fünfjahriger mit dem Klavierspielen begann, habe ich ganz viel Musik durch Hören in mir aufgenommen!“  Er berichtete von den Stationen seiner musikalischen Laufbahn, die mit dem begann, was auch Schülerinnen und Schüler schon erleben: den Wettbewerb „Jugend musiziert“.

Aber dann entführte Wolfgang Manz sein Publikum mit „Präludium und Fuge“ aus dem „Wohltemperierten Klavier“   von J.S. Bach ins „sein“ Universum. Seine „Geschichten“ orientierten sich an den Epochen der Musik. Zu jeder Epoche von Barock bis Impressionismus hörten die Schülerinnen und Schüler charakteristische Werke. Dadurch, dass Wolfgang Manz die -notwendigerweise kurzen- Musik-„stücke“  nebeneinanderstellte, wurden ihre Charakteristika und Gegensätzlichkeiten besonders deutlich. Diese Erfahrung wurde  durch seine einleitenden und kommentierenden Sätze noch verstärkt. Auf die leichte, beschwingte Musik W.A. Mozarts folgte der Anfang der berühmten „Appassionata“. Die Leidenschaft dieser Klaviersonate von L.v.Beethoven entspringt einem ganz anderen Zeitgeist als die Musik Mozarts.
Mit Werken von J.Brahms  und S. Rachmaninow wollte Wolfgang Manz sicher auch Lust auf sein Konzert am Abend machen. Vor allem J. Brahms gehört zu seinen Lieblingskomponisten, wie er verriet.

Die Schülererinnen und Schüler, die  den vielfach ausgezeichneten Pianisten hautnah erleben konnten, lauschten fasziniert, spendeten herzlichen Beifall und konnten überdies beobachten, dass auch ihre Musiklehrer von den Darbietungen des  Pianisten »völlig weg« waren – sicher eine gute Basis für den kommenden Unterricht , denn Begeisterung verbindet.

Renate Brützel