KDG-Lehrerin zurück aus der Antarktis

Wesel, 28.03.2015 Sarah Böhme hielt als Nachhaltigkeits-Botschafterin in der 5b Vortrag über Südpol-Expedition. Altana hatte sie entsendet.
Von Klaus Nikolei

Sarah Böhme, hier auf einer Eisscholle, hat die zwei Wochen am Südpol genossen, wo sie an Bord eines Forschungsschiffes gelebt hat.

Wenn Sarah Böhme (30) von der Antarktis spricht, gerät sie ins Schwärmen. Diese unglaublich klare Luft, diese Weite und die unberührte Natur. "Man fühlt sich dort sofort wohl. Es ist einmalig schön dort."

Zwei Wochen lang war die Mathematik-Lehrerin des Weseler Konrad-Duden-Gymnasiums als Nachhaltigkeits-Botschafterin des Weseler Spezialchemie-Konzerns Altana Teil der 80-köpfigen, international besetzten Südpol-Expedition "2041" des britischen Polarforschers und Umweltschützers Robert Swan (siehe Infobox). Donnerstagabend, nach 19-stündigem Flug in Düsseldorf gelandet, hielt die aus Voerde-Spellen stammende und in Dinslaken lebende Pädagogin gestern am KDG eine hochinteressante Powerpoint-Präsentation über "Die letzte unberührte Wildnis der Erde". Zunächst vor Elftklässlern, anschließend vor den wissbegierigen 28 Mädchen und Jungen der 5b, die sich am Ende mit einem lang anhaltenden Beifall bedankt haben.

Eigentlich hätte Sarah Böhme mit der 5 b gestern das Berechnen von Flächeninhalten geübt. Stattdessen hat sie der Klasse einen umfassenden und reich bebilderten Überblick über ihre Reise an den Südpol gegeben. "Robert Swan, der die Expedition organisiert und als erster Mensch beide Pole zu Fuß erreicht hat, möchte, dass die Menschen die Antarktis auch über das Jahr 2041 in Ruhe lassen und dort nicht nach Öl bohren oder nach Edelmetallen buddeln", erklärt Böhme und zeigt ein Foto des charismatischen Polarforschers mit den stechend blauen Augen. Das Autogramm von Swan - "Cool", rufen einige Kinder - erhält einen Ehrenplatz in der Klasse.

Die nächsten Bilder, die Sarah Böhme an die Wand wirft, sorgen für noch größere Begeisterung. Die niedlichen Gentoo-Pinguine haben es vor allem den Mädchen angetan: "Süüüß..." - "Wie groß sind die?" - "Kann man die auch anfassen?" Die Lehrerin beantwortet alle Fragen zur vollsten Zufriedenheit ihrer Schüler und startet kein kleines Quiz. "Wisst Ihr, wie der Kot der Pinguine aussieht?" Fragende Blicke. "Schwarz?" - "Nein." - "Weiß?" - "Auch nicht. Pink." Ungläubiges Gelächter. "Ja, die Pinguine ernähren sich praktisch nur von garnelenartigem Krill. Und so sieht das halt aus, was die Pinguine ausscheiden. Und es stinkt furchtbar."

Es folgen Aufnahmen von Walen ("Pottwale sind nur zehn Meter an unserem Schiff vorbeigezogen") und Seeleoparden ("Das sind richtige Räuber") sowie ein Kurzvideo von robbenden Robben ("Die mögen es nicht, wenn man in ihr Revier eindringt"). "Niedlich", rufen die Kinder und stellen Fragen über Fragen.

Völlig baff sind alle, als die Lehrerin von ihren beiden größten Abenteuern erzählt: der Übernachtung im Schlafsack unter freiem Himmel ("Ich habe wenigstens etwas geschlafen, viele andere gar nicht") und dem Sprung ins minus zwei Grad kalte Wasser ("Das tut so weh, als ob man mit 30 Millionen Nadelstichen gepiekt wird"). Für ihren Mut hat sie eine 2041-Urkunde von Swan bekommen, die sie jetzt stolz der Klasse zeigt. "Cooool."

Ihren Vortrag wird Sarah Böhme demnächst in der KDG-Aula halten. Der Termin steht noch nicht fest. Dann ist jeder Interessent willkommen. Denn sie möchte möglichst vielen Menschen deutlich machen, "wie wichtig es ist, die Antarktis als letzte Wildnis zu erhalten".

Quelle: RP

Robert Swan

Kämpfer für den Umweltschutz

Organisationsgründer Der britische Polarforscher Robert Swan (Facebook) und Gründer der Organisation "2041" setzt sich seit Jahren dafür ein, das Umweltschutzprotokoll zum Antarktisvertrag über das Jahr 2041 hinaus zu verlängern. In dem Vertrag ist geregelt, dass kein Land über die Rohstoffvorkommen verfügen darf. Swan war unter anderem als Sonderbotschafter für die Unesco tätig.



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