Belegte Brötchen - seit 25 Jahren

In der Caféteria am Konrad-Duden-Gymnasium gibt es nicht nur belegte Brötchen, sondern auch Hot-Dogs - und natürlich Obst und Gemüse. Foto: Markus Weissenfels

NRZ, 12.09.2015 Wesel Die Caféteria am Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel ist bei Schülern und Lehrern eine Institution – und läuft komplett ehrenamtlich durch die Hilfe vieler Eltern.

Nach der ersten großen Pause sehen die Auslagen der Cafeteria am Konrad-Duden-Gymnasium etwas geplündert aus: Ein paar Laugenstangen, belegte Brötchen und Gemüse liegen noch hinter den Glasscheiben der Theke. Die Schokobrötchen sind längst alle verkauft: „Die waren schon immer der Renner – und werden es wohl auch bleiben“, weiß Wilhelma Hinkelmann, die sich seit Jahren um den Einkauf kümmert. Wie fast alle anderen Beteiligten ist sie Mutter von Schülern des Gymnasiums: „Es ist schon sehr viel Arbeit, aber die verteilt sich eben auf sehr viele Schultern – so können wir das ehrenamtlich stemmen“, erklärt die Vorsitzende des Fördervereins, Petra Hegmann.

Seit mittlerweile 25 Jahren schmieren Mütter und Väter Brötchen für die Kinder. Und genauso lange gehört die Cafeteria zum festen Inventar der Schule, direkt neben dem Eingang. Geöffnet hat sie an jedem Tag der Woche, grundsätzlich betreut von drei bis vier Helferinnen: „Das sind im Durchschnitt 150 Eltern, die sich engagieren“, schätzt Hegmann – die Zahl sei seit Jahren konstant.

„Es helfen aber nicht nur Eltern“, betont Hinkelmann. Auch aus dem Lehrerkollegium gebe es wichtige Unterstützung. Elke Grunewald kümmert sich seit den Anfangstagen um die Schichtplanung und unterstützt auch den Einkauf. „Ich bin ja jeden Tag hier und sehe, was weg geht – oder auch nicht“, erklärt sie. Hugo Holland unterstützt die Buchhaltung und Abrechnung: „Es ist im Prinzip ein gut laufender Kleinstbetrieb – mit allem, was dazugehört“, stellt Hegmann schmunzelnd fest. Ein Kleinstbetrieb, der auch für den Förderverein enorm wichtig ist: „Einen großen Teil unserer Einnahmen bekommen wir hier aus der Cafeteria“, so die Kassenwärtin des Vereins, Sabine Oimann.

An dem bewährten Konzept soll sich auch in Zukunft nichts ändern: „Ab und zu machen wir ein paar ‘Specials’, im Sommer mal Obstsalat oder so“, so Hinkelmann. Außerdem gebe es zum Beispiel immer mittwochs Frikadellenbrötchen – sehr zum Leidwesen der Lehrkräfte: „Die dürfen wir mittlerweile erst ab der großen Pause verkaufen, weil die Klassen sonst so stinken“, sagen die Frauen lachend. Geruchsneutrale Alternativen gibt es mit Laugenstangen, Plunder, Schokocrossaints und belegten Brötchen ja auch genug.

In der Cafeteria helfen heißt aber nicht nur Brötchen schmieren: Einmal im Jahr gibt es einen Ausflug der „Cafeteria-Mütter“, die mittlerweile zu einem geflügelten Wort am KDG geworden sind, und der „Quoten-Papis“, wie Hegmann die ungefähr fünf männlichen Helfer scherzhaft nennt.

Auch das Jubiläum soll natürlich gefeiert werden – wie genau, stehe aber noch nicht fest. Zum 20-jährigen Bestehen gab es eine Freistunde und Kuchen für alle. Die Schülerinnen und Schüler würden sich über etwas Vergleichbares wohl nicht beschweren.

Sebastian Brinks

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