Kenntnisse und Fertigkeiten auf hohem Niveau

Schülersprecher Leonard Grüttgens Foto: Erwin Pottgiesser

NRZ, 2.2.16 Wesel. Wer aufs Weseler Konrad-Duden-Gymnasium wechselt, hat in der Regel vor, ein Studium anzuschließen. Auch die Persönlichkeitsbildung zur Selbstständigkeit und soziale Verantwortung werden hier vermittelt.

Leonard Grüttgens weiß, was er will. „Ich möchte nach dem Abi Chemie studieren“, sagt der 17-Jährige sehr zielstrebig.

Er besucht die zwölfte Klasse des Weseler Konrad-Duden-Gymnasiums und ist als Schülersprecher das Sprachrohr der Lernenden.

Der Jugendliche belegt die Leistungskurse Mathe und Chemie und weiß spätestens seit dem Praktikum im zehnten Schuljahr, dass er beruflich später einmal etwas mit Chemie machen möchte.

Er lernte damals bei Evonik in Krefeld, wie es in der Praxis eines Chemieunternehmens aussieht.

In der Regel besuchen die KDG-Schüler im Rahmen ihrer Praktika Betriebe in Wesel – die Schule ist aber froh, wenn sich die Heranwachsenenden um eine Stelle kümmern und Eigeninitiative zeigen. „Dann erlauben wir auch Praktika über Wesel hinaus“, erklärt Dr. Heinzgerd Schott, der Leiter des Gymnasiums.

Schott rät, die Empfehlung der Grundschulen mit Blick auf die weiterführende Schule nicht zu übergeben, diese sei in der Regel gut überlegt und sinnvoll. Letztlich dürften zwar die Eltern entscheiden, auf welche Schule ihr Kind geht, doch in Zweifelsfällen rät der Schulleiter zu einem persönlichen Gespräch.

Denn er hat die Erfahrung gemacht, dass manche grundlegenden Dinge ganz entscheidend für den weiteren schulischen Werdegang sind.

Er nennt ein konkretes Beispiel, das ein Hindernis darstellen könnte: „Konzentrationsfähigkeit kann für den Erfolg am Gymnasium ausschlaggebend sein.“ Er weiß aber ebenfalls: „Vieles kann man natürlich auch lernen – zum Beispiel das Arbeitstempo.“

Wer einmal richtig am KDG angekommen ist, verlässt die Schule in der Regel auch mit der Allgemeinen Hochschulreife, erklärt der Schulleiter: „Wer hier landet, hat auch das Abitur vor Augen.“

Dieser Weg führe zum Ziel, wenn Schüler, Eltern und Lehrer es gemeinsam, beständig und ernsthaft verfolgen.

Leichtes Zurechtfinden

Natürlich ist der Weg dorthin – vor allem für die Fünftklässler – erstmal noch sehr weit. Auch Leonard Grüttgens erinnert sich an seine ersten Schritte in der neuen Schule: „Man war der Allerkleinste, die anderen waren irgendwie schon fast erwachsen.“

Doch das Zurechtfinden in der neuen Umgebung sei ihm nicht schwergefallen, berichtet der 17-Jährige: „Jeder Fünftklässler bekommt einen Paten aus der zehnten Klasse, der einen an die Hand nimmt und erklärt, was man wissen möchte. Auch die Lehrer waren sehr nett und haben uns alles gezeigt. Nach ein paar Tagen kennt man sich auch in dem recht weitläufigen Gebäude bereits aus. Heute sehe ich es als großen Vorteil, dass wir so viel Platz hier haben.“

Doch nicht nur räumlich ist das Konrad-Duden-Gymnasium breit aufgestellt und hat sich dabei selber drei Schwerpunkte vorgegeben: Mit einem großen Fächerangebot sollen den Schülern des KDG umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten auf hohem Niveau vermittelt werden.

Doch auch jenseits der reinen Wissensvermittlung gehört ein wichtiger Aspekt zum Leitbild der Schule: „Wir erziehen und unterstützen die Persönlichkeitsbildung zu Selbstständigkeit und sozialer Verantwortung“, heißt es dort. Außerdem: „Wir gestalten ein Schulleben, das eine Atmosphäre der Identifikationen schafft und positive Herausforderungen bietet.“

Mitbestimmung der Schüler

Schülersprecher Grüttgens berichtet, dass die Anliegen der Schüler am KDG stets Gehör finden – und auch auf Entscheidungen Einfluss haben.

Er nennt ein Beispiel aus der Zeit, als noch seine Schwester Hannah Schülersprecherin war: „Es ging ums Handyverbot an der Schule und den Umgang mit Verstößen. Ursprünglich musste zur Strafe ein Text geschrieben werden und das Handy war drei Tage weg. Das fanden wir Schüler zu hart, also haben wir uns darauf verständigt, dass es kein Straf-Schreiben mehr gibt und die Erziehungsberechtigten gemeinsam mit dem Schüler das Handy auch schon am selben Tag bei der Schulleitung sich wieder aushändigen lassen können.“

Mit einem Schmunzeln ergänzt der Gymnasiast: „Kurioserweise war meine Schwester dann eine der ersten, die mit dem Handy erwischt wurden.“

Im Rahmen des Ganztages am Konrad-Duden-Gymnasium findet für die Schüler an drei Tagen in der Woche (Montag, Mittwoch, Donnerstag) Nachmittagsunterricht bzw. eine Arbeitsgemeinschaft statt.

Durch zahlreiche Kooperationen (zum Beispiel mit Sportvereinen) entstehe eine regelrechte „Win-Win-Situation“ erläutert Schott weiter.

Johannes Kruck

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