Regionalwettbewerb "Jugend forscht"

Die Weseler Teilnehmer bei "Jugend forscht" (v.l.): Fabia Furtmann (17), Julia Bröcker (15) und Sarah Poetschki (14). FOTO: Andreas Probst

Weseler Schülerinnen als Jungforscher

Beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" in Duisburg traten auch drei Mädels aus Wesel an.

18.02.2016, RP Wesel Die weiterführenden Schulen in Wesel scheinen ein fruchtbarer Boden für Nachwuchsforscher zu sein. Zwei Projekte waren beim 34. Regionalwettbewerb von "Jugend forscht", der erneut im Bildungszentrum von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg stattfand, vertreten. "Den Wettbewerb gibt es seit 51 Jahren und seit 34 findet er hier statt. Ich denke, das erklärt die Bedeutung für uns", sagte Thomas Schlenz, Personalchef des Unternehmens. "Wir fühlen uns hier mittlerweile wie Zuhause und bekommen eine tolle Betreuung", meinte Dr. Claudia Lilie, Wettbewerbsleiterin des Regionalwettbewerbs.

Sie freute sich auch über viele "Wiederholungstäter" in den Reihen der 92 Teilnehmer, die insgesamt 48 Forschungsprojekte präsentierten. "Wir haben Schüler dabei, die sich über Jahre hinweg mit ihrem Projekt beschäftigen und es immer wieder weiter verbessern", berichtete die Wettbewerbsleiterin. Mit ganz neuen Projekten waren indes die drei Teilnehmerinnen aus Wesel angetreten.

Fabia Furtmann (17) vom Konrad-Duden-Gymnasium hatte sich mit der Chloridionenkonzentration (oder kurz: dem Salzgehalt) des Rheinwassers beschäftigt. "Ich wollte ein ökologisches Projekt im Bereich Chemie mit einem Praxisanteil und habe mich deshalb dafür entschieden", erzählte die Schülerin. Auf die Frage nach dem Salzgehalt war sie gekommen, da der Rhein in Düsseldorf nur einen moderaten Salzgehalt hat, aber an der Lippemündung deutlich höhere Werte aufweist. Sie selbst nahm mit einer Angel und einem daran befestigten Gefäß Wasserproben und analysierte diese. Das Ergebnis: In der Lippe reicht die Konzentration nah an die Grenzwerte heran. "Das kommt teilweise durch Sümpfungswasser aus dem Bergbau, das Salz aus dem Boden an die Oberfläche fördert. Dazu Abwasser und Düngung aus der Landwirtschaft", erklärte die Schülerin. Dabei wirkt sich ein erhöhter Salzgehalt auch auf den Rhein als Lebensraum aus: "Die Population einiger Tierarten geht bei erhöhtem Salzgehalt teilweise deutlich zurück."

Einen Selbstversuch wagten Julia Bröcker (15) und Sarah Poetschki (14) von der städtischen Gesamtschule Lauerhaas. Eine Woche lang stellten sie ihre Ernährung auf vegane Kost um und untersuchten, welche Auswirkungen das auf sie hat. Diese dokumentierten sie mit Tagebucheinträgen. "Ich habe festgestellt, dass ich morgens fitter war", berichtete Poetschki. "Und ich hatte den ganzen Tag über mehr Energie", sagte Bröcker. Für beide ging es aber nicht nur darum, zu schauen, wie sie sich fühlen. Sie lasen auch Studien zur veganen Ernährung und beschäftigten sich mit den unterschiedlichen Ersatzprodukten, die in der veganen Ernährung, die gänzlich ohne Tierprodukte auskommt, eine wichtige Rolle spielen. Ihre vegane Diät wollen die beiden jungen Frauen aber trotzdem nicht weiterführen. "Man vermisst bei einigen Gerichten schon die tierischen Produkte oder das Fleisch", erklärt Bröcker. Poetschki will sich - wie schon vor dem Experiment - weiter vegetarisch ernähren.

Von Florian Langhoff

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Lippewasser zum veganen Menü

Weseler Schülerinnen mit zwei Projekten am Regionalwettbewerb "Jugend forscht" beteiligt

18.02.2016, NRZ Wesel/Duisburg. Hier wird Chlorophyllfluoreszenz gemessen, dort die Belastbarkeit von Eiern. Die einen analysieren Magnetfeldlinien als 3D-Vektormodell, die anderen nutzen Mehlwürmer zur Styroporentsorgung. Der Wettbewerb „Jugend forscht“ ist eine Spielwiese für junge Menschen, die sich in der Biologie, Chemie, Physik, Technik und vielen anderen Feldern austoben wollen. Am Regionalwettbewerb im Bildungszentrum von Thyssen-Krupp-Steel in Duisburg nahmen auch Weseler Schülerinnen teil.

Eine der Nachwuchswissenschaftlerinnen ist Fabia Furtmann. Die 17-Jährige, die das Konrad-Duden-Gymnasium besucht, hat die Chloridionenkonzentration in Flüssen an verschiedenen Standorten, ihre Ursachen und Folgen untersucht – vereinfacht und dem Aufwand, den sie betrieb, nicht gerecht werdend ausgedrückt: Sie wollte wissen, wie salzig Rhein und Lippe sind. „Ich wollte ein ökologisches Projekt mit praktischer Arbeit“, sagt Fabia, so ist sie zur Gewässeruntersuchung auf chemischer Basis gekommen. In Messergebnissen des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz stieß sie auf herausstechende Chloridwerte in Rhein und Lippe, deshalb legte sie ihr Projekt – und gleich auch eine Facharbeit für die Schule, Note: 1 – in diesem Bereich an. Sie verrät, dass sie auch einen Tropfen Wasser aus der Lippe probiert hat, doch salzig schmecke es erst bei einer Chloridkonzentration von über 250 mg/l.

Nicht um den Geschmack, sondern um die Auswirkung von Ernährung auf den Körper geht es im Projekt von Sarah Poetschki (14) und Julia Bröcker (15). Die Schülerinnen der Gesamtschule Am Lauerhaas verzichteten eine Woche lang auf tierische Produkte, suchten Alternativen, schauten dort auch auf die Nährstoffe und protokollierten ihr Befinden. „Ich hatte mehr Energie für den Tag und auch das Gefühl, sportlicher zu sein“, sagt Julia. Und wie steht es nach dem Selbstversuch um ihren Veganismus? „Irgendwie vermisst man seine Lieblingsgerichte mit Fleisch schon...“

Zlatan Alihodzic

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