1998 Felixstowe

 
Am letzten Freitag der Osterferien war es wieder so weit. Um 11.30 Uhr machten wir uns mit einer Gruppe von 27 Schülern und den beiden Lehrern, Frau Rütter und Herrn Hömberg, auf den Weg in unsere Partnerstadt Felixstowe. Mit dem neuen Katamaran, der die Reisezeit um einige Stunden verkürzte, setzten wir von Hoek van Holland nach Harwich über und kamen schließlich um 20 Uhr am Parkplatz der Orwell Schule an. Dort wurden wir schon von unseren Partnern und ihren Familien erwartet, mit denen wir das Wochenende verbrachten. So manch einer ist in dieser Zeit auf den "Tip" von Herrn Hömberg hereingefallen, doch mal Marmite zu probieren. Marmite ist eine Paste, die man auf's Brot schmiert und die auf den ersten Blick wie Nutella aussieht. Allerdings trügt der Schein gewaltig. Es schmeckt wie eine Mischung aus Maggi und Essig. So gab es am Montag dann eine Menge zu erzählen. Hast du Marmite probiert, was hast du sonst so gegessen, was habt ihr gemacht, kommt aus eurer Dusche auch nur so ein dünner Wasserstrahl. Noch viele andere Dinge wurden auf der Busfahrt nach Bury St. Edmunds ausgetauscht. Dort verbrachten wir eine Stunde im "Museum of East Anglian Life" und hatten danach Zeit für einen Bummel durch die Stadt. Am Dienstag stand eine Fahrt nach Norwich mit Besichtigung der Kathedrale auf dem Programm. Vom Bürgermeister der Stadt Felixstowe wurden wir am Mittwochmorgen empfangen, und nachmittags nahmen wir am Unterricht teil. Auf dem Schulhof wurden wir wie im Zoo bewundert. Wir drehten den Spieß dann um, indem wir versuchten, die englischen Schüler mit echt deutschen Keksen zu "füttern". Es gab sogar 2 kleine Jungen, die sich getraut haben, diese zu probieren, und die auch noch leben!!! Am Donnerstag kam dann der große Tag mit der Fahrt nach London. Vom Bus aus machten wir ein bißchen "Sightseeing" und teilten uns dann in Gruppen auf. Herr Hömberg verbrachte eine Stunde mit den Älteren in Camden Town, dem Second Hand Viertel von London. Nachdem er alle Mädchen noch mal anflehte, sich doch bitte nicht piercen zu lassen, zogen wir dann los. In den letzen 2 Jahren hatten sich Mädchen in London piercen lassen, da es dort verlockend günstig ist, und haben Herrn Hömberg damit einen ordentlichen Schrecken eingejagt, da sie es vorher nicht mit ihren Eltern abgesprochen hatten. Später ging es am Trafalgar Square und am Picadilly Circus vorbei zum Rock Museum. Dort konnte man Michael und Janet Jackson, Rod Steward, die Beatles, Jon Bon Jovi und viele andere Stars hautnah erleben. Und wenn man sich ihnen näherte, sangen sie auch eins ihrer Lieder. Doch sollte man vorsichtig sein und nicht immer darauf vertrauen, daß die Leute wirklich aus Wachs sind. So saß dort ein Mann auf einer Treppe, und ich wollte gerade fühlen, wie sich die Haut aus Wachs anfühlt, fragte aber vorher noch eine Freundin, ob sie diesen Star kennt, und in diesem Moment rollte der Mann mit seinen Augen. Nein, nicht ferngesteuert, wie meine Freundin glaubte, dieser Mann war echt. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich erschrocken und später gelacht habe. Danach hatten wir noch Zeit für die Carnaby Street und die Straßenkünstler im Covent Garden. Frau Rütter und eine englische Lehrerin haben sich mit den Jüngeren Big Ben, The Houses of Parliament, Westminster Abbey, Oxford Street und die Downing Street angeguckt. Zum Shopping in den großen Plattenläden war natürlich auch noch Zeit. Für alle war dieser Tag ein großes Erlebnis. An unserem letzten Tag konnten wir morgens unser restliches Geld in Ipswich ausgeben und nachmittags entweder schwimmen oder ein Museum besuchen (!!!...). Am Samstag wurde sich dann tränenreich verabschiedet, und wir traten die Heimreise an. So hatten wir alle eine unvergeßliche Woche und freuen uns schon auf nächstes Jahr. Wer aber nun im Programm den berühmt berüchtigten Spaziergang vermißt, dem kann man sagen, daß wir dieses Jahr verschont blieben und wir uns die Blasen erst in London gelaufen haben. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an Herrn Hömberg, der nun schon seit 15 Jahren den Schüleraustausch organisiert und sich immer wieder ein tolles Programm einfallen läßt. Auch Frau Rütter, die nun schon mehrere Male dabei war, soll auf diesem Weg noch mal herzlich Dank gesagt werden. Katrin Ackermann
 
 

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