2010 Amerikaner erradeln Wesel

 

VON ISABELL HÜLSER in RP vom 9.6.2010

WESEL Gleich zu Beginn der geplanten Tour, die die amerikanischen Gäste mit dem Rad vom Konrad-Duden-Gymnasium Richtung Innenstadt führen sollte, zeigte sich der erste Unterschied: Hier in Deutschland, vor allem am flachen Niederrhein, wächst man quasi mit dem Fahrrad als einem der wichtigsten Verkehrsmittel auf. Ganz anders die Gäste aus der Partnerstadt Hagerstown in den USA: Dort gehört das Rad nicht zu den alltäglichen Fortbewegungsmitteln.

Trainer blieben in der Schule

"Wir haben mit ihnen geübt", erklärt Laura Sadlo (16). "Es klappt ganz gut, sie fahren nur ein bisschen langsamer", weiß Gastgeberkollegin Larissa Borgmann (16). Und so setzte sich der amerikanische Trupp aus 17 Schülern und vier Begleitpersonen unter Führung von Englisch-Lehrer Klaus Schoch in Bewegung, um die Partnerstadt Wesel ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Schüler des KDG konnten die Gruppe nicht begleiten, schließlich haben sie im Gegensatz zu ihren amerikanischen Freunden keine Ferien. Die Partnerschaft zwischen der Highschool in Hagerstown und dem KDG besteht seit 1987, dabei findet im Wechsel je ein Besuch pro Jahr statt. "Die Schulpartnerschaft ist die stärkste Verbindung nach Hagerstown", so Schoch. Aber natürlich nicht die einzige. Die Städtepartnerschaft blickt dabei auf eine lange Geschichte zurück. Bereits seit 1952 besteht sie mit unterschiedlicher Intensität. Nicht zuletzt, weil die Kosten für Besuche zum rund 6000 Kilometer entfernten Partner schon allein aus finanziellen  Gründen  nicht  alltäglich sein können. Umso schöner, dass, finanziert aus eigener Tasche, jedes Jahr eine solche Reise unter Schülern stattfinden kann. Diese ermöglichte es nun den amerikanischen Schülern, Wesel einmal näher kennenzulernen.

Los ging es entlang des Auesees zum Rhein. An der alten Eisenbahnbrücke gab es interessante Informationen von Klaus Schoch, der unterwegs Verbindungen und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Partner-Städten herausstellte, ganz nach dem Motto: "I hope, you feel a little bit like Coming home" (Ich hoffe, ihr fühlt euch ein bisschen so, als würdet ihr nach Hause kommen).

An den Ruinen der Eisenbahnbrücke wurde der Zweite Weltkrieg und seine Folgen für Wesel angesprochen, bevor es zum Dom ging. Ein weiteres Highlight war die Besichtigung der Baustelle, auf der gerade die neue alte Rathausfassade entsteht. Hier hat Hagerstown bereits 2000 Euro gespendet. Der Partnerstadt gehört somit unter anderem der Stein Nummer 922. Vom Standort des alten Rathauses am Großen Markt aus ging es zur gegenwärtigen "Townhall", wo die Gäste aus den USA gestern auch von offizieller Seite empfangen wurden.

INFO: Volles Programm
Für den Nachmittag stand Paddeln mit Grillen auf dem Programm, das bis zur Abreise am 28. Juni viel bietet. Neben einer Tour durch Deutschland stehen Fahrten nach Köln und Xanten an. Letztere "by bike", schließlich sind die Gäste jetzt fit auf dem Rad.

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