Erfahrungsbericht einer ehemaligen Schülerin

Wie jede/-r Schüler(in) kam auch ich in der 7. Klasse an den Punkt in der Schullaufbahn, an dem man die Möglichkeit hat, sich für einen Zweig seiner Wahl zu entscheiden.

Natürlich konnte ich, wie sicherlich viele andere auch, mit 13 Jahren noch nicht ganz abwägen, was für einen selbst wohl das Beste sein wird, was wird einem in der Zukunft, im Studium und im Beruf eventuell am meisten nützen?

Und auch die Eltern können vielleicht nicht immer ganz einschätzen, welche Auswirkungen oder auch Vorteile diese Wahl nach sich ziehen kann.

Da Englisch schon damals zu meinen Lieblingsfächern gehörte, ich schon mit 13 total vernarrt ins Reisen war und meine Eltern mir stets sagten, dass Englisch in der heutigen Zeit immer wichtiger und hilfreicher wird, entschied ich mich letztlich für den bilingualen Zweig.

Von da an bedeutete das nicht nur eine Stundenplanänderung und ein bisschen mehr Vokabeln lernen; vielmehr war es die vollkommene Integration einer Fremdsprache in den alltäglichen Schulablauf.

Es bedeutet, dass man so gut wie jeden Schultag mit der englischen Sprache in Kontakt kommt.

Genau durch diese intensive Auseinandersetzung mit dem Englischen und dem täglichen Gebrauch der Sprache in unterschiedlichen Fächern, erlangte man viel Praxis im freien Sprechen, eignete man sich einen sehr breitgefächerten und weitaufgestellten Wortschatz an und verlor jegliche vorher empfundene Angst vor der Anwendung im Alltag oder z.B. auf Reisen.

Englisch zu sprechen, zu Hören und zu Verstehen wurde zur Gewohnheit und fühlte sich irgendwann nicht mehr wie eine Fremdsprache an, sondern war, fast schon wie bei mir das Deutsche, eine Sprache, die man fließend anwenden und nutzen konnte.

Zum einen brachte dies schulische Vorteile mit sich. Als außerordentlich hilfreich, z.B. durch die Wortgewandtheit und die grammatikalische Sicherheit, stellte es sich für mich heraus, als ich ab der 11. Klasse Englisch als Leistungskurs belegte.

Doch ebenso nutze es mir sehr viel im Erlernen von anderen Sprachen, wie z.B. Spanisch, da man mit dem Umgang einer Fremdsprache, schon sehr vertraut war.

Zum anderen kann ich sagen, dass heutzutage gute Englischkenntnisse in unfassbar vielen Ausbildungen, Studiengängen oder freiwilligen Projekten im Ausland einfach relevant geworden sind und dies als Qualifikation vorausgesetzt wird.

Auch jetzt, nach meinem Abitur, bin ich der Meinung, dass ich keine bessere Wahl für mich hätte treffen können.

Denn es bringt nicht nur Vorteile für die schulische oder berufliche Laufbahn mit sich, sondern ist vielmehr eine riesengroße und langfristige Investition für und in einen selbst.

Schlichtweg kann man sagen, ich habe damit fürs Leben gelernt.

Die letzten 6 Monate, bereiste ich mehr als 10 verschiedene Länder auf 4 unterschiedlichen Kontinenten; und ich muss zugeben, dass ich oft nicht gewusst hätte, was ich ohne die in der Schule erworbenen Englischkenntnisse getan hätte.

Denn es ist notwendig, sich zu verständigen, sich zu organisieren, zu fragen wie etwas funktioniert, zu erklären wie man gerne von A nach B gelangen möchte und auf die Menschen zuzugehen - ohne mein Englisch wäre all das definitiv nicht möglich gewesen!

Darüber hinaus kommt hinzu, dass ich durch meine Reisen erkannt habe, dass der interkulturelle Austausch, die Kommunikation mit den Menschen vor Ort, am wichtigsten und am interessantesten ist und die beste Möglichkeit, ein Land wirklich kennenzulernen.

Sprache verbindet, erweitert den Horizont ungemein, und schafft zahllose Möglichkeiten.

In Thailand unterhielt ich mich mit Mönchen über die Erbauung jahrhundertealter Pagoden, in Vietnam erklärten mir Bauern, wie sie ihren Reis anbauen, um möglichst viel Ernte daraus zu schlagen, in Costa Rica beschrieb mir eine alte Dame, was Kolibris als Nahrung zu sich nehmen und in Myanmar sollte ich erzählen, wasWeihnachten für ein Fest ist.

Mandarf neue Ansichten kennenlernen, man kann Menschen von überall auf der Welt zuhören und mit ihnen interagieren, hat die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schließen. Und all das nur, da keine Sprachbarriere zwischen einem selbst und der Welt steht.

Für mich hat der bilinguale Zweig daher den Schritt in eine Welt ermöglicht, in der ich die Chance auf globale Kommunikation habe, sprachliche Qualifikation für etliche Berufe mitbringe, Ansichten, Informationen und Erfahrungen mit Menschen von überallher teilen kann - er verkörpert Austausch, Freiheit und Grenzenlosigkeit.

Ann-Kathrin Krämer (04.02.2020)

© 2020 Konrad-Duden-Gymnasium Wesel. All rights reserved.