Schüler-Demo in Wesel gegen den Krieg : Kinder an die Macht

RP; 04.03.22

Meinung. Wesel. Bei der Demo am Donnerstag in Wesel findet man etwas, was in den vergangenen Tagen verloren gegangen war: Hoffnung. Die Schilder, Reden und Botschaften beenden diesen Krieg nicht. Doch sie ringen einem Hochachtung und Bewunderung ab.

Von Henning Rasche

Da steht man nun direkt neben dem Berliner Tor, sieht die 2000 Schülerinnen und Schüler an, mit ihren Plakaten und Schildern, mit ihren Ansteckern in ukrainischen Farben, mit ihrer Courage, und hört ihnen zu. Man hört Charlotte Albrecht zu, der Schulsprecherin des Konrad-Duden-Gymnasiums, wie sie von ihrer Freundin erzählt, einer Russin, die sie bei einem Schulaustausch vor drei Jahren in Pskov, Russland, kennengelernt hat. Man hört ihr zu, wie sie sagt: „Ich stehe auch mit ihr hier.“ Man hört Marufa zu, Schülerin der Gesamtschule Am Lauerhaas, wie sie sagt, dass russischstämmige Menschen angefeindet werden. Und wie sie sagt: „Bitte bleibt fair im Umgang miteinander.“ Und man hört auch Patrizia von der Ida-Noddack-Gesamtschule zu, die sagt: „Wir glauben an den Frieden.“

Es ist klar, dass diese Demonstration den Krieg nicht beendet. Wladimir Putin wird leider nicht sehen, mit wie viel Leidenschaft Mädchen und Jungen, Frauen und Männer für den Frieden aufstehen. Er wird die Botschaften nicht hören und lesen, er wird nicht aufhören, Bomben auf unschuldige Menschen zu werfen. Und dennoch findet man an diesem Donnerstag in Wesel etwas, was in den vergangenen Tagen verloren gegangen war: Hoffnung.


Wie klug diese Schülerinnen und Schüler über den Krieg sprechen, wie sehr sie den Frieden lieben, wie klar sie zu ihren Werten stehen, dass sie diese überhaupt so klar benennen, wie engagiert sie sind und ihre Freizeit nutzen, um Demos zu organisieren, Reden zu schreiben und Schilder zu malen, das ringt einem Hochachtung ab und Bewunderung. Dafür, dass Wesels Schulen solch ein Zeichen setzen, kann man sich nur bedanken. Herbert Grönemeyer sang: Armeen aus Gummibärchen, Panzer aus Marzipan und: Kinder an die Macht! Bei der Vorstellung wird es einem gar nicht bange.


Quelle: RP

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