Ehemalige als Sportasse

- Torebko verpasst Wimbledon knapp: RP vom 21.6.2012

- Dicht an dicht stehen die Menschen beim Boat Race - hier der Oxford-Achter des Vorjahres - an der 6779 Meter langen Strecke von Putney nach Mortlake. Bild: dpa in RP vom 7.4.2012

- Hanno Wienhausen in voller Konzentration beim siegreichen Testrennen gegen den deutschen U 23-Nationalachter. Foto: Udo Wienhausen in RP vom 8.4.2012
Weseler will mit Oxford siegen
OSTERN 2012
Für den Weseler Ruderer Hanno Wienhausen erfüllt sich heute ein Traum: Er sitzt in London beim berühmtesten Achterrennen der Welt für Oxford im Boot. 250 000 Zuschauer werden erwartet. Eurosport überträgt live ab 15 Uhr.
VON FRITZ SCHUBERT in RP vom 7.4.2012
WESEL/LONDON England, wenn nicht die ganze Ruderwelt, ist heute in zwei blaue Lager gespalten. Dunkelblau für Oxford und hellblau für Cambridge. Und ein Weseler trägt ein Originaltrikot: Dr. Hanno Wienhausen geht in London für den Oxford University Boat Club im berühmtesten Achterrennen der Welt an den Start. Für den 29-jährigen Juristen erfüllt sich ein Traum. Denn Oxford-Cambridge - in England schlicht „The Boat Race“ genannt - ist mit keiner anderen Ruderveranstaltung zu vergleichen. Mit 250 000 Zuschauern an der Themse ist zu rechnen. Zig Millionen sind am Fernseher dabei. Eurosport überträgt das Spektakel heute live ab 15 Uhr.
Trubel um die Teams
Hanno Wienhausen, für den RTHC Bayer Leverkusen startendes Mitglied der Ruder- und Tennisgesellschaft Wesel, gehört dem deutschen Nationalkader an. Er hat in seiner Karriere etliche große Rennen vor besonderen Kulissen bestritten. Was er jetzt erlebt, stellt alles in den Schatten. „Man kann sich gar nicht vorstellen, was hier drum herum los ist“, sagt der Weseler. „Im Training vor- und nachmittags sind jeweils gut 60 Journalisten in Begleitbooten dabei. Langsam kommt die Anspannung.“
Zu den neuen Erfahrungen für den 1,91 Meter großen und 93,6 Kilogramm schweren Athleten gehört neben Presserummel und Briten im Wettfieber auch der Rückhalt in Oxford. „Wenn ich in Trainingssachen rumlaufe und als Achtermitglied erkannt werde, dann kommen die Leute, klopfen mir auf die Schulter und wünschen uns Glück.“ Wer für eine der beiden großen Unis ins Boot steigen darf, genießt höchste Anerkennung. Oxford-Cambridge, das ist das ewige Duell der Elite-
Schulen. Seit 1829 wird es ausgetragen. Vor der heute 158. Auflage führt Cambridge (übrigens seit 1930 in Front) mit 80:76. In den Annalen wimmelt es an Kuriositäten und Besonderheiten.
So gab es 1877 ein totes Rennen, weil der Schiedsrichter angeblich betrunken den Zieleinlauf verschlief. Es gab im Sturm gesunkene Boote, 1981 die erste Frau an der Oxford-Steuerleine und vieles mehr.
Und dann ist da noch die absolut einmalige Strecke: kurvenreich, mit spürbarer Gezeiten-Strömung und 6779 Meter lang. Eine normale Renndistanz bei Meisterschaften und Olympischen Spielen beträgt 2000 Meter. „Das ist hier eine ganz andere Herausforderung. Andere Muskelgruppen brauchen nun mehr Ausdauer", sagt Hanno Wienhausen. „Aber das kann man alles trainieren. Ich glaube, dass wir besser und schneller sind als Cambridge.“ Das sehen übrigens auch die britischen Buchmacher so, was allerdings kein gutes Omen sein muss. „In den letzten Jahren haben die Favoriten immer verloren“, weiß der Weseler. „Außerdem: Es können so viele Dinge passieren..." Für Wienhausen ist das heutige Rennen auf jeden Fall eins der wichtigsten überhaupt. Mit ihm im Oxford-Achter sitzen Ruderer aus den Niederlanden, den USA und natürlich England.
International besetzt ist auch die Crew des Gegners. Ein guter Ruderer zu sein, darf bei der Bewerbung um einen Studienplatz allerdings kein Kriterium sein. So ist Dr. jur. Hanno Wienhausen in Oxford seit Oktober ganz normaler Student am Christ Church College mit dem Ziel, „Master of Science“ zu werden. Seit zwei Wochen bereitet sich Oxfords Team bereits am Stück in London auf den großen Tag vor. Vorher wurde nur an Wochenenden am geschichtsträchtigen Originalschauplatz trainiert. Angereist sind mittlerweile die Eltern Beate und Udo Wienhausen und Hannos Freundin Kathi. Im Gepäck ist Abendgarderobe, denn nach dem Rennen gibt es den traditionellen Ball, zu dem auch die Angehörigen der Ruderrecken eingeladen sind. Die Athleten selbst werden, wie sich das auf der Insel so gehört, im maßgeschneiderten Jackett auftreten. Was folgt, ist vielleicht ein Start bei der Henley Royal Regatta. Auch die ist eine britische Besonderheit mit uralter Tradition.
INFO Steckbrief
Geboren wurde Hanno Wienhausen am 24. Juli 1982 in Wesel.
Über einen Freund kam er mit dem Rudern in Berührung. Wienhausen ist Mitglied der Ruder- und Tennisgesellschaft Wesel und startet derzeit für die Ruderriege des Ruder-, Tennis-, und Hockey-Clubs Bayer Leverkusen. Nach dem Abitur am Konrad-Duden-Gymnasium Wesel studierte Wienhausen Jura an der Universität Bochum, an der auch promovierte.
Erfolge: 2004 Dritter bei der U 23-Weltmeisterschaft im Vierer mit Steuermann; 2007 Fünfter bei der Weltmeisterschaft im Zweier ohne; 2009 Siebter bei der Weltmeisterschaft im Vierer ohne; 2011 Sechster bei der Europameisterschaftim Achter. www.deutschlandachter.de www.theboatrace.org
Internet Mehr zum Thema lesen Sie unter www.rp-online.de/wesel

- 1. Akt: Aktivist Trenton Oldfield (l.) entgeht knapp lebensgefährlichen Schlägen und sorgt für den Rennabbruch. Wienhausen (3.v.r.) ist konsterniert Getty Images in RP vom 10.4.2012.
Ein Drama fürs Geschichtsbuch
VON FRITZ SCHUBERT in RP vom 10. April 2012
Oxford-Cambridge sollte die Krönung seiner Laufbahn werden, doch ausgerechnet beim berühmtesten Achterrennen der Welt in London erlebt der Weseler Ruderer Hanno Wienhausen seine bitterste Stunde.
WESEL/LONDON Wer in London bei Oxford-Cambridge, dem berühmtesten Achterrennen der Welt, teilnehmen darf, hat einen Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Für Dr. Hanno Wienhausen (29) wird es ein besonderer sein. Freuen kann er sich nicht. Der Weseler Ruderer gehört zu den Schlüsselfiguren eines Dramas, das es in dem seit 1829 ausgetragenen Duell der beiden großen Unis noch nicht gegeben hat. 250 000 Menschen haben es Samstag an der Themse miterlebt. Zig Millionen verfolgten es im TV, wurden spätestens bei den Nachrichten aufmerksam. Auf der Insel war „The Boat Race“ auf allen Kanälen die erste Meldung: Erst sorgt der schwimmende Aktivist Trenton Oldfield für einen Rennabbruch. Nach dem Neustart kommen sich die Boote gefährlich nahe, die Blätter berühren sich und Oxford-Mann Wienhausen bricht am Riemen das Blatt ab. Chancenlos folgt die zuvor starke Crew dem Gegner Cambridge ins Ziel, wo Oxfords Bugmann Alex Woods kollabiert und ins Krankenhaus muss. Die Siegerehrung wird abgesagt. Auch Cambridge kann sich nicht freuen. Alle sind in Sorge um Woods und wütend auf den Schwimmer.
Geknickt, traurig, enttäuscht
Recht siegessicher war Wienhausen ins Rennen gestartet, hatte aber im Vorfeld auch gesagt, dass „so viele Dinge passieren“ können (RP berichtete). Dass sich dies so bitter bewahrheiten sollte, hatte er nicht gedacht. Am Tag nach dem Rennen war er kaum ansprechbar. Auch gestern war das Mitglied des deutschen Nationalkaders (1,91 Meter, 93,6 Kilogramm) noch arg geknickt, traurig und enttäuscht. Denn es hatte, wie jeder im Fernsehen sehen konnte, sehr gut ausgesehen für Oxford. „Zwei Minuten später hätten wir das Rennen für uns ent-
scheiden können“, sagte Wienhausen gestern im RP-Gespräch. Doch bevor das Boot in die günstige Rechtskurve einbiegen konnte, tauchte besagter Oldfield, der gegen Elitentum protestieren wollte, zwischen den sich beharkenden Booten auf. Dass dann nach dem Neustart (30 Minuten später!) sein Riemen brach, war Pech. „1:1000", beschreibt er die Wahrscheinlichkeit. Vor der Kollision hatte Oxfords Steuerfrau Zoe de Toledo - noch eine Schlüsselfigur - Mahnungen des Schiedsrichters, den Kurs zu ändern, überhört.
„Wir haben Cambridge gesagt, dass wir das Rennen nicht anzweifeln, aber nach einer Wiederholung gefragt. Das hat Cambridge abgelehnt“, berichtet Wienhausen. Wichtig blieb am Ende, dass der kollabierte Woods aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte.
Spuren hinterlassen hat das Drama auf der Themse auch bei Wienhausens Familie. Während Vater Udo am Start in Putney dabei war, warteten Mutter Beate Wienhausen (Vorsitzende des Fördervereins Rudern in Wesel) und Hannos Freundin Kathi im Pressezelt am Ende der knapp 6,8 Kilometer langen Strecke. „Es war so aufregend. Es ging ein einziger Schrei durchs Zelt, als der Schwimmer auftauchte. Alle wurden hektisch“, schildert Beate Wienhausen. „Auch wenn Oxford nicht gewonnen hat, wird dieses Rennen wohl jedes Jahr aufs Neue im Fernsehen gezeigt.
INFO: Wurzeln in der RTGW
Dr. jur. Hanno Wienhausen (29) hat seine sportlichen Wurzeln in der Ruder- und Tennisgesellschaft Wesel (RTGW), der er weiterhin angehört. Zurzeit startet das Mitglied der Nationalmannschaft für den RTHC Bayer Leverkusenue.

- 2. Akt: Nach dem Neustart kollidiert das Boot mit Cambridge und Hannos Riemen bricht. Chancenlos geht’s ins Ziel, wo Bugmann Alex Woods (oben) kollabiert, afp

- 3. Akt: Steuerfrau Zoe de Toledo und Hanno Wienhausen, zwei Schlüsselfiguren des Dramas, spenden sich Trost und sorgen sich um Alex Woods. dpa
Sportler des Jahres 2011

- RP-Foto: Karin Koster in RP vom 16.1.2012
Mutprobe im Großen Preis
Carolin Zell, hier mit Nuhreste bei Gahlen 2011 im Parcours, feierte im Sommer einen ihrer größten Erfolge. Sie wurde Vierte bei der Deutschen Meisterschaft der Jungen Reiter. rp-archivfoto: hellmann in RP vom 20.12.2011
TC Flüren: Aufstiege in Serie
Marvin Geppert holte bei der klaren Niederlage der Herren-Mannschaft des TC-Flüren im Spitzenspiel den einzigen Punkt für den Gastgeber. Foto: Jürgen Bosmann in RP vom 11.7.2011.
Rohs: „Das war cool"
Das zweite Triathlon-Ass aus Wesel feierte auch einen Sieg beim Heimspiel: Birte Rohs, Deutsche Vizemeisterin der Altersklasse W30, war beim Sprinttriathlon (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5000 Meter Laufen) in 1:06,37 Stunden schnellste Frau. Nur zwei Männer waren vor ihr im Ziel. „Das war cool. So weit vorne war ich noch nie. Ich bin sehr zufrieden", sagt Rohs. Die 29-jährige Weselerin lobte die Veranstaltung, wie auch Mareen Hufe, in den höchsten Tönen. „Das ist eine Top-Organisation." Rohs, die für TRC Essen startet, aber bald Mitglied der neuen Triathlon-Abteilung des WTV werden will, freute sich, dass das Teilnehmerfeld auf der Sprint-Distanz nicht so groß war. „Die Klopperei im Wasser blieb deshalb aus." RP-Foto: Jürgen Bosmann in RP vom 11.7.2011.
Großer Dressurpreis: Platz zwei für Steffen Peters
WESEL (RP) Steffen Peters hat's mit Ravel zwar nicht geschafft, beim CHIO Aachen Matthias Rath (Kronberg) und sein Wunderpferd Totilas zu schlagen. Doch der in Wesel geborene US-Reiter, der 1985 nach Kalifornien ausgewandert ist, erreichte gestern beim bedeutendsten Reitturnier der Welt den zweiten Platz beim Großen Dressurpreis von Aachen. Peters kam mit Ravel in der Kür auf 82,000 Punkte, während Rath und Totilas 82,825 Zähler erzielten. Der 46-jährige Peters hatte sich erneut bei seinem einstigen Lehrmeister Johann Hinne-mann auf dem Krüsterhof in Voerde auf seine Auftritte in der Aachener Soers vorbereitet und während dieser Zeit bei seiner Mutter in Wesel gewohnt. Er belegte beim CHIO mit Ravel in zwei weiteren Prüfungen jeweils Rang fünf. RP vom 18.7.2011
Steffen Peters foto: ddp






