Ein Zeichen für Versöhnung

- Nora Chiwaeze in den USA. Foto: privat
Die 20-jährige Nora Chiwaeze absolviert einen Freiwilligendienst beim American Jewish Committee in der US-Metropole New York
Wesel/New York. Mit dem Holocaust leben, ohne persönliche Schuld zu tragen, die Erinnerung aufrecht erhalten und die Verantwortung annehmen dafür, dass so etwas nicht noch einmal geschehen kann -das ist die Aufgabe, der sich junge Menschen, vor allem Deutsche, stellen müssen. Nora Chiwaeze nimmt diese Aufgabe an. Die 20-Jährige sieht sich als junge Deutsche in einer besonderen Rolle, sie empfindet sich als „verpflichtet, mit dafür zu sorgen, dass Kriege vermieden werden und Menschen nicht gegeneinander ausgegrenzt werden.“ Nora Chiwaeze möchte ein Zeichen setzen für Verständigung und Versöhnung, deshalb engagiert sie sich im Freiwilligendienst der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste.
Die Weselerin bewarb sich bei der Austauschorganisation ASF und arbeitet nun seit September beim American Jewish Committee in New York. Die Gruppe ist als Beschützer des Wohls und der Sicherheit der Juden in den USA tätig, betreut aber auch Menschen in Israel und der ganzen Welt. Ziel ist es, das Zusammenleben von Amerikanern und israelischen Juden zu verbessern und jüdische Kultur in den Staaten zu erhalten.
Junge Menschen ermutigen
Nora Chiwaeze ist in einer Abteilung tätig, die besonders mit jungen Berufstätigen und Studenten arbeitet und versucht, diese zu ermutigen, sich in aktuellen internationalen Problematiken zu engagieren. Sie lerne dabei „unglaublich interessante Menschen kennen“, berichtet Nora. Zudem hat sie die Möglichkeit, bei zahlreichen Vorträgen zuzuhören und so eine Menge über die jüdische Kultur zu erfahren. Eine ganz besondere Begegnung hatte die Weselerin gleich an ihrem zweiten Tag in der Metropole. Sie durfte mit dem Präsidenten von Zypern zu Mittag essen und zuhören, wie er und David Harris, der Geschäftsführer des American Jewish Committee, sich über den damals bevorstehenden UNO-Antrag Palästinas und die zunehmende Bedrohung Zyperns durch die Türkei unterhielten.
Besonders sind auch die Treffen mit Chava, einer 81-jährigen Frau, die in Queens wohnt und den Holocaust überlebt hat. Nora besucht sie einmal in der Woche. Noch bis September ist Nora Chiwaeze in New York. Zwar kann auch sie die „Gräueltaten niemals wieder gutmachen“, weiß die 20-Jährige. Ihr Engagement bedeutet ihr trotzdem eine Menge. NRZ vom 25.1.2012

