"Wesel liest" am KDG

 

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NRZ, 16.09.2016 Wesel. Die „LiteraTour“ des Konrad-Duden-Gymnasiums feierte Jubiläum: Die literarische Wanderung über das Gelände des Schulgeländes ist schon fester Bestandteil der Reihe „Wesel liest“.

Ein kleines Jubiläum: Seit zehn Jahren ist die „LiteraTour“, die literarische Wanderung über das Gelände des Konrad-Duden-Gymnasiums, fester Bestandteil der Reihe „Wesel liest“.

„Diesem Abend wollen wir eine besondere Note geben. Es geht um die Verbindung von Musik und Literatur“, erläuterte Literaturlehrerin und Organisatorin Christine Walkenhorst bei der Begrüßung des Publikums. Ein Novum, denn ein übergeordnetes Thema gab es bisher nicht.

Los ging es auf dem Hof, wo in der romantischen Abenddämmerung die Töne von Stings „Englishman in New York“ erklangen – gespielt und gesungen von Referendar Christoph Becker. Passend dazu las Christine Benning-Cebula im Kerzenlicht aus der Autobiographie des Künstlers.

Von Newcastle, Stings Heimat, nahm Schulleiterin Karen Schneider das Publikum mit an den spanischen Königshof, denn hierher hat es den jungen Cellisten Feliu Delargo verschlagen, Protagonist aus dem Werk ihrer Wahl: „Der Bogen des Cellisten“ von Andromeda Romano-Lax.

Gekonnt ließ die Schulleiterin dessen verwirrte bis ängstlichen Gefühle – er hat eine Audienz bei der Königinmutter! – in ihre Stimme einfließen und bewies darüber hinaus, dass sie eine prima Cellistin ist.

Mit Geigenlehrerin Kate Hildebrandt und fünf Schülerinnen und Schülern, ebenfalls an Streichinstrumenten, intonierte sie ein Stück auf der Aula-Bühne. Ein gemütliches Setting, nicht nur wegen der schummerigen Beleuchtung, sondern auch, weil es mit 60 Zuhörern auf der kleinen Bühne ganz schön kuschelig wird.
Karen Schneider liest auf der Bühne der Aula. Foto: Pottgiesser

Ähnlich gemütlich war es im Ruheraum der Schule, wo Rita Matenaers die Zuhörer mit der Bach-Obsession des niederländischen Schriftstellers Maarten ‘t Hart konfrontierte. In „Bach und ich“ kommentiert dieser die Biografie des Komponisten, gewährt aber auch persönliche Einblicke und teilt „die bewegendste musikalische Erfahrung“ seines Lebens mit den Lesern.

Ins Paris des frühen 20. Jahrhunderts entführte Jochen Kirstein das Publikum im Musikraum. Florian Illies „1913.

Der Sommer des Jahrhunderts“ geleitet zur berühmt-berüchtigten Ballett-Uraufführung von Strawinskys „Sacre du Printemps“.

Dazu zeigte der Musiklehrer zwei Visualisierungen, als Ballett und als künstlerische Verbildlichung der Töne, die als bunte Balken und Sternchen aufleuchteten.

Den Abschluss fand die Tour in einem weiteren Musikraum.

Ricarda Stieber lieh der neunjährigen Klavier-Virtuosin Clara aus Claudia Schreibers „Solo für Clara“ ihre Stimme. In der amüsant erzählten Passage begleiteten die Zuhörer das Mädchen und ihre Eltern beim Flügelkauf, der sich schwierig gestaltete.

Doch schließlich findet sie die „goldenen Tropfen“ auf einem Steinway für 38 000 Euro. Die dazugehörige Klaviersonate (KV 280, 2. Satz, Adagio) trug Jochen Kirstein auf dem Schulflügel vor.

Melanie Koppel

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