
1342 wurde das Konrad-Duden-Gymnasium Wesel (KDG) als Lateinschule erstmals erwähnt, später hieß es dann “Königliches”, “Staatliches” oder “Städtisches Gymnasium”, schließlich nach dem Neubau und Umzug “Gymnasium Wesel Nord” und seit […]
1342
1613

Seit 1613 war die Schule nicht mehr ein Posten auf der Ausgabenseite der Stadtrechnungen, sondern es wurde eine eigene Gymnasialrechnung geführt. Fortan existierte die Schule für weitere 270 Jahre auf dieser Grundlage.
Der Rat hatte der Schule zu ihrer Eröffnung an ihrem neuen Standort in einem Epigramm aus zwei Doppelversen (Distichen) die Zweckbestimmung für ihren künftigen Weg mitgegeben. Es war auf eine Holztafel geschrieben, die am Schulgebäude so angebracht war, dass jeder Schüler sie sah, wenn er vom Schulhofe aus das Gebäude betrat, die Tafel aus Metall hängt in der Aula des KDG:
1808 gliederte Napoleon Wesel als wichtige Festung in sein Kaiserreich ein; das Gymnasium hieß nun Ecole de Wesel. Sie wurde nicht nur in die straffe Schulaufsicht der französischen Staatsverwaltung einbezogen, sondern auch die Unterrichtsinhalte wurden nach französischem Muster gestaltet. Der Direktor und die Lehrer blieben in ihren Ämtern. Die Anordnung, dass der Unterricht in französischer Sprache abzuhalten sei, wurde nicht mehr umgesetzt, da die französische Herrschaft im Mai 1814 ihr Ende fand. Die Bestimmungen des Wiener Kongresses führten die Hohenzollern wieder in ihre alten Territorien im Rheinland und in Westfalen zurück. Wesel blieb, was es vorher gewesen war, eine Festung, nun aber wieder ein gegen Frankreich gerichtetes Bollwerk. Die Schule übernahm 1823 den Lehrplan des humanistischen Gymnasiums, wie ihn Wilhelm von Humboldt entworfen hatte.
1808
1882

Die Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes fand am 18. Oktober 1882 statt. Sicher wäre auch ein anderer Tag möglich gewesen; aber der Tag, an dem Napoleon I. bei Leipzig die entscheidende Niederlage erlitt (16.-18. Oktober 1812), war neben dem Tag von Sedan (2. September 1871), der geradezu der nationale Feiertag des deutschen Kaiserreiches war, ein herausragender Gedenktag der „vaterländischen“ (= preußischen) Geschichte. Bis 1977/78 Schulgebäude des KDG. Heute befindet sich hier das Amtsgericht Wesel am Herzogenring:
Die ersten Mädchen
Es ist für die Schülerinnen und Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums selbstverständlich, ja, gar nicht anders denkbar, als dass ihre Schule von Jungen und Mädchen gemeinsam besucht wird. Diese gemeinsame schulische Erziehung, Koedukation genannt, ist jedoch durch¬aus nicht ein seit jeher erreichter Zustand. Er trat auf dem Konrad-Duden-Gymnasium vor gerade vierzig Jahren ein; er ist damit allerdings etwas älter als der Name der Schule, der erst auf ein Alter von 37 Jahren zurückblicken kann. Seit 1972 konnten allerdings schon Mädchen angemeldet werden, wenn sie Latein von der 5. Klasse an lernen sollten. Geradezu sensationell aber war vor mehr als siebzig Jahren die Aufnahme von drei Mädchen in die Oberstufe des damaligen Staatlichen Gymnasiums Wesel, und zwar nicht nur für die Stadt selbst, sondern für ganz Deutschland, war doch die Koedukation zu jener Zeit zwar in den Grund- und Hauptschulen, damals Volksschulen genannt, und auch in den Realschulen üblich, nicht aber in den Gymnasien.
Wer waren diese jungen weiblichen Pioniere eines solchen gemeinsamen Schulbesuches und was waren die Gründe dafür? Lieselotte Bölitz, Leni Leyens und Lieselotte Ziegler stammten aus angesehenen Weseler Familien; Pfarrer, Kaufmann und Bauunternehmer waren ihre Väter.
1921
