Mit Englisch Türen öffnen
Im Konrad-Duden-Gymnasium werden erstmals Cambridge-Prüfungen angeboten. Rund 25 Teilnejmer haben sich schon gemeldet, um mit dem besonderen Englisch-Zertifikat die Karriere-Chancen zu erhöhen
WESEl Schul-Englisch ist gut, reicht aber vielen Arbeitgebern längst nicht mehr. Die Frage „Können Sie Englisch'?" wird in immer mehr Bewerbungsgesprächen gestellt. Zum Beispiel jungen Leuten, die Industriekaufmann werden wollen. Gemeint ist „richtiges" Englisch. Am Geschäftstelefon ist die Welt ein Englisch sprechendes Dorf. Das verlangt andere Kenntnisse als Text-Analyse und Gedichts-interpretation. Das braucht zwar der angehende Anglistik-Student, aber nicht der Bank-Lehrling. Das Konrad-Duden-Gymnasium Wesel hat deshalb jetzt erstmals Cambridge-Prüfungen ins Angebot genommen. Es hatte sich für ein Pilotprojekt beworben, in dem das nordrhein-westfälische Schulministerium und die Traditions-Universität Cambridge kooperieren.
Werner Breitscheid freut sich bereits über rund 25 Anmeldungen. Der KDG-Lehrer hat früher an der Volkshochschule schon 20 Jahre lang Prüflinge auf das Cambridge-Zertifikat vorbereitet. An der VHS schrumpften die Kurse, die Pilot-Chance fürs KDG ergriff er sofort.
AVG und Rees mit im Boot
Mit dem Kollegen Klaus Pünzeler wird er in Düsseldorf ein Seminar besuchen, um die Prüfung durchführen zu können. Das KDG hat übrigens die Schulleiter Jürgen Berner (Andreas-Vesalius-Gymnasium) und Roman Claus (Rees), gebeten, Interessenten zu schicken.
Rene Knepper (Jahrgangsstufe 13) ist ein Aspirant aus eigenen Reihen. In den ersten fünf Jahren am KDG hatte er im bilingualen Zweig schon gut mit Englisch zu tun. Nun will er sich für den Beruf rüsten. „Ich werde eine Lehre bei der Volksbank Rhein-Lippe machen. Die werden sich bestimmt freuen, wenn ich das vorweisen kann", sagt er. „Außerdem interessiert mich die Prüfungssituation. Es ist schon was anderes als Schule." Sein Bruder Marc, der vor einem Jahr Abitur gemacht hat, will ebenfalls die Prüfung ablegen. „Wer nicht länger als zwei Jahre aus der Schule raus ist, kann teilnehmen", sagt Breitscheid.
Die Prüfung dauert einen ganzen Vormittag, setzt sich aus vier Teilen zusammen. Am Schluss steht ein Interview mit einem so genannten Native Speaker („Muttersprachler"). Im Vordergrund: authentisches Englisch für die alltägliche weltweite Kommunikation. Die Prüfung ist die einzige rund um den Globus anerkannte und wird am gleichen Tag auch überall auf der Welt abgenommen.
Firmen wie Airbus Deutschland, BASF, Bayer, DaimlerChrysler, Deutsche Bank und Siemens setzen den Test beispielsweise selbst ein, um die Kenntnisse ihrer Kandidaten zu überprüfen. Anerkannt wird der Nachweis unter anderem von hunderten Hochschulen in englischsprachigen Ländern. <personname w:st="on">Werner Breitscheid</personname>: „Die Qualifikation öffnet Türen."
ESOL Examination
Cambridge ESOL (English for Speakers of Other Languages) Examination heißt der Test. 130 Euro kostet die Teilnahme mit Schulrabatt (normalerweise 150 Euro). Anmeldeschluss am KDG ist am Mittwoch, 1. Dezember. Prüfungstag ist der 12. März 2005. Infos am KDG unter Tel.: 02 81 / 6 45 95 und im Internet: cambridgeesol.org/recognition.
VON FRITZ SCHUBERT in RP vom Donnerstag, 14.Oktober 2004

