Ein Lorbeerkranz von Herzen
WESEL. Zu Herzen ging die Verabschiedung von Gerd Boekhorst und Gerd Göbel gestern Morgen am Konrad-Duden-Gymnasium. Besonders dem scheidenden Chef war dies anzumerken. "Ich bin etwas weich", sagte der sichtlich bewegte Oberstudiendirektor Boekhorst schon bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste auf dem Flur vor der Aula. Was gerade die älteren und ehemaligen Kollegen erstaunte und freute, war die Tatsache, dass auch Helmut Beckmann gekommen war. Der vitale 85-Jährige war bis 1979 Boekhorsts Vorgänger, bewies echte Verbundenheit mit "seiner Penne".
So feierlich staatstragend die Atmosphäre samt Urkundenübergabe auch schien, es war ein fröhlich-humoriges Programm, in dem auch der Leitende Regierungsschuldirektor Wolfgang van Briel nicht mit lustigen Bemerkungen sparte. Er zeichnete ein äußerst menschliches Bild Boekhorsts nach und zitierte aus dessen Beurteilungen als Referendar: "Das Feuer in der Seele ist da, das einen echten Pädagogen auszeichnet."
Ernst Gadow fürs Kollegium, stellvertretender Bürgermeister Volker Haubitz für die Stadt, Schulpflegschaftsvorsitzender Dr. Ulrich Bröcheler oder Sigrid Stock vom Förderverein standen dem mit ihrem Lob nicht nach. Schülersprecherin Steffi Kloster hatte natürlich ihre ganz eigene Art, Erfahrungen zum Thema Boekhorst auf den Punkt zu bringen: "Ich habe noch nie einen Lehrer erlebt, dem Latein so viel Spaß macht, wie ihm." Sie attestierte ihm "verlässlicher Freund der Schüler" gewesen zu sein und setzte ihm einen Lorbeerkranz aufs Haupt. Der kam von Herzen. Boekhorst war tief gerührt.
Netter Räuber mit KDG-Abitur
Was es heißt, am KDG (gewesen) zu sein, bewiesen die Jüngsten aus der 5 e. In einem Doppel-Sketch zeigten sie zwei Typen von Räubern. Derjenige, der am KDG sein Abitur gemacht hatte, wollte nur "höchst ungern" auf sein Opfer, die "gnädige Frau", schießen, gewann mit ausgesuchter Höflichkeit und geschliffenen Umgangsformen gar ihr Herz.
Eingerahmt von artistischen Leckerbissen des schuleigenen Zirkus' Butterfly trugen unter anderem Schüler- und Lehrerchöre, das Trio Paul Marcovici (Klavier), Lena Wignjosaputro (Cello) und Alice Wignjosaputro (Violine), "Literaten" aus der 12 und Latein-Fan Ulrich Franck zu einem gelungenen Festakt bei. Letzterer Vortrag (und manches andere liebe Wort) galt selbstredend auch dem scheidenden Oberstudienrat Gerd Göbel (Latein / Deutsch), der seit 1976 am (damals noch Jungen-)Gymnasium gewirkt hatte.
Die Nachfolge Boekhorsts tritt nun Dr. Heinz-Gerd Schott an. Die Stelle des stellvertretenden Schulleiters ist seit dem Wechsel von Roman Claus nach Rees noch unbesetzt.
Von Fritz Schubert aus RP vom 30. Juni 2001, RP-Foto: Ekkehart Malz


