RP, An Rhein und Lippe, Wesel, 13.01.2026

Am Montag blieben die Schulen wegen der landesweiten Glatteiswarnung geschlossen. Die älteren Schüler kannten das noch aus der Corona-Zeit. Schulleiterinnen berichten, wie der gestrige Tag organisiert war.

Auf Anweisung des Düsseldorfer Schulministeriums wurden die Kinder in Wesel zu Hause unterrichtet.Symbol-foto: Guido Kirchner

Wesel(ass) Angesichts der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes blieben in Wesel und Umgebung die Schulen am gestrigen Montag geschlossen. Stattdessen stand, wie schon aus Corona-Zeiten altbekannt, Distanzunterricht auf dem Stundenplan. Dass am Montag kein Präsenzunterricht stattfindet, stand erst Sonntagnachmittag fest. Das stellte die Kommunikationswege der Schulen allesamt auf die Probe. Nun ziehen die Weseler Schulen Bilanz.

Eine Notbetreuung vor Ort musste von allen Schulen gewährleistet werden, sollten einzelne Schüler nicht rechtzeitig von dem Distanzunterricht erfahren haben. Doch die Kommunikation klappte an den Weseler Schulen weitestgehend reibungslos. „Wir haben gestern über das Programm Teams und die Homepage der Schule alle Schüler informiert“, so Ulrike Teichmann, stellvertretende Schulleiterin der Gesamtschule Am Lauerhaas. Zwar seien Kollegen vor Ort gewesen, morgens habe aber kein Schüler vor der Tür gestanden.

An der Gesamtschule Am Lauerhaas fand der reguläre Unterricht nach Stundenplan über Videokonferenzen mit Teams statt. Während ältere Jahrgänge das noch aus Corona-Zeiten kennen, sei der Distanzunterricht für jüngere Jahrgänge neu. „Diese Jahrgänge bekommen dann für heute nur Aufgaben bereitgestellt“, so Teichmann. Dafür entschieden sich auch die Grundschule Fusternberg und die Grundschule Innenstadt, die ihren Schülern jeweils Materialien zur Verfügung stellten, die diese dann zu Hause in Eigenverantwortung bearbeiten konnten.

Auch an der Ida-Noddack-Gesamtschule kamen zu Corona-Zeiten entstandene Abläufe wieder zum Einsatz. Die Schüler seien damals gut ausgestattet worden, erklärt Schulleiterin Petra Haße-Schneider. „Alle hatten noch ihre Zugänge, die Kollegen waren auch noch im Thema drin. Daher war das heute gar kein Problem.“


„Es lief ja auch überall im Radio, die Eltern wussten teilweise schon vor der Mitteilung Bescheid“

Karin Schneider – Schulleiterin Konrad-Duden-Gymnasium


„Für uns war das heute ein hervorragender Test“, so Karin Schneider, Schulleiterin des Konrad-Duden-Gymnasiums. Für sie war der Beschluss des Ministeriums ein Anlass, zu testen, ob ihre Schule für den Distanzunterricht ausreichend vorbereitet ist. „Wir haben am Sonntag um viertel vor Drei die Mitteilung vom Ministerium bekommen und bis vier Uhr haben wir über unsere Homepage informiert, dass es keinen Präsenzunterricht geben wird.“ Das habe gut funktioniert, so Schneider. „Und es lief ja auch sonst überall im Radio, die Eltern wussten teilweise schon vor der Mitteilung Bescheid.“

Der Unterricht habe auch hier über Teams nach Stundenplan in Videokonferenzen stattfinden können. Die Chatfunktion des Programms nutze man ohnehin schon im Alltag für den Austausch zwischen Schülern und Lehrern. Unter den Kollegen habe es immer mal wieder kleinere technische Nachfragen gegeben, größere Probleme seien aber nicht aufgetaucht. Die Schulleiterin zeigt sich darüber zufrieden: „Ich denke, wir haben den Test bestanden.“

Während der Corona-Pandemie mussten Schulen in ganz Deutschland innerhalb kürzester Zeit auf Distanzunterricht umstellen. Nachdem der Unterricht wieder normal stattfinden konnte, haben viele Schulen Teile der Abläufe beibehalten, so auch in Wesel. „Wir sind technisch einfach weiter drangeblieben“, erklärt Karin Schneider. Beispielsweise werde am Konrad-Duden-Gymnasium schon ab der 5. Klasse Informatik unterrichtet. Das bewährte sich an Tagen wie am gestrigen Montag, wenn der Präsenzunterricht spontan ausfällt.