NRZ, Wesel, 08.01.2026 – von Rita Meesters, Stellv. Red.-Leiterin
Wesel. Die Info, dass keine Busse mehr fahren, sorgte Mittwoch in Weseler Schulen für Irritationen. Die Niag erklärt dies mit einem Kommunikationsfehler.

Die winterlichen Verhältnisse auf den Weseler Straßen erschwerten am Mittwoch auch den Busverkehr. Einzelne Fahrten könnten wetterbedingt ausfallen, teilte das Verkehrsunternehmen Niag nach Einsetzen des Schneefalles mit. Die Weseler Schulen erreichte am Mittwochmittag sogar die telefonische Nachricht von der Niag, dass Busfahrten komplett eingestellt wurden. Das sorgte für Hektik und Verärgerung, denn die Schulen mussten alle Eltern informieren und teilweise Unterricht absagen.
Wie KDG-Leiterin Karen Schneider der NRZ berichtet, erreichte sie der Anruf mittags gegen 12.30 Uhr. Sie fühlte sich von der kurzfristigen Information überrumpelt: „Ich fände es schön, wenn die Niag uns informiert, bevor der letzte Bus fährt.“ So musste das Konrad-Duden-Gymnasium mit über 1000 Schülern ab 13.15 Uhr allen Eltern die Gelegenheit einräumen, die Kinder und Jugendlichen nach und nach abzuholen, obwohl der Unterricht wegen des Ganztages bis zum Nachmittag gedauert hätte. Das sei in Absprache mit der benachbarten Konrad-Duden-Realschule und dem AVG geschehen. Mit dem Andreas-Vesalius-Gymnasium bietet das KDG gemeinsame Kurse an. Schneider: „Wir wollten ein Chaos durch Elterntaxis vermeiden.“
Kein Busverkehr in Wesel? Das sagt die Niag
Am Schulzentrum Nord wird es zu Stoßzeiten ohnehin eng. Das KDG besuchen viele Kinder, die auf den Bus angewiesen sind, etwa aus Hamminkeln, Ginderich und Büderich, berichtet Karen Schneider. Am Ende habe zwar alles geklappt, aber sie hätte sich eine bessere Kommunikation seitens der Niag gewünscht, damit die Schulen Planungssicherheit haben, so die KDG-Leiterin. Auch die Leiterinnen der Ida-Noddack-Gesamtschule und der Gesamtschule Am Lauerhaas wurden von der Nachricht über den Ausfall der Busfahrten überrascht. Die Abholung der Kinder nach Unterrichtsschluss habe dort aber zu keinen größeren Problemen geführt.
Die Niag erklärt die Irritation auf Nachfrage mit einem Kommunikationsproblem. Der Linienverkehr sei trotz der schwierigen Wetterverhältnisse nicht komplett eingestellt worden, versichert Sprecher Michael Block. „Im Zuge der telefonischen Information einzelner Schulen ist es in unserem Weseler Team offenbar zu missverständlichen bzw. fehlerhaften Formulierungen gekommen.“ Grund sei die angespannte und dynamische Lage gewesen. „Wir bedauern ausdrücklich die Irritationen, die hierdurch bei Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie den Schulen entstanden sind.“
Schulpflicht auch bei Schnee und Glätte? Das sagt der Unwettererlass
Das Wetter soll auch in den kommenden Tagen winterlich bleiben. Ist der Schulbesuch auch bei Schnee und Glätte eigentlich Pflicht? Die Antwort gibt der sogenannte Unwettererlass des NRW-Schulministeriums: Demnach entscheiden Eltern selbst, ob der Weg zur Schule wegen extremer Witterungsverhältnisse unzumutbar ist.
n diesen Fällen können die Familien ihr Kind bei der Schule abmelden, die Fehlzeit gilt dann als entschuldigt. Davon haben am Konrad-Duden-Gymnasium am Donnerstag beispielsweise rund 140 Eltern Gebrauch gemacht, die Gesamtschulen berichten von lediglich einzelnen Abmeldungen. Die Schulen werden in den kommenden Tagen auf jeden Fall regulären Unterricht anbieten, heißt es.
