Am 18. Juni 2026 besuchte die ungarische Schülergruppe des Deutschland-Plus-Programms gemeinsam mit ihrer Begleitlehrkraft den Archäologischen Park Xanten. Im Rahmen einer Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Geschichte der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana und die Entwicklung des heutigen Xantens. Dabei wurde auch die Herkunft des Stadtnamens thematisiert, der auf die lateinische Bezeichnung ad sanctos zurückgeht.

Begleitet wurde die Exkursion vom EF-Geschichte-Grundkurs von Herrn Bömer. Die Schülerinnen und Schüler des Kurses nutzten den Aufenthalt im Archäologischen Park, um eine Rallye für die Jahrgangsstufe 6 vorzubereiten. Diese soll während der Klassenfahrt der sechsten Klassen nach Xanten im Juli eingesetzt werden. Hierfür erkundeten die Kursteilnehmer mögliche Stationen und überprüften die Umsetzbarkeit der geplanten Aufgaben vor Ort.

Im Anschluss nahmen die ungarischen Gäste an einer Führung durch die Xantener Innenstadt teil. Dabei wurden unter anderem der Xantener Dom St. Viktor sowie weitere historische Orte der Stadt vorgestellt. Ein Schwerpunkt lag auf der Bedeutung Xantens im Nibelungenlied. Die Stadt gilt in der mittelalterlichen Dichtung als Heimat des Helden Siegfried. Auch die Kriemhildmühle erinnert an eine zentrale Figur des Epos.

Während der Stadtführung wurden zudem Bezüge zwischen dem Nibelungenlied und der ungarischen Geschichte aufgezeigt. Im Verlauf der Handlung führt die Reise der Burgunden über Passau und Wien bis zum Hof König Etzels. Dieser wird in der Forschung überwiegend im Gebiet des heutigen Ungarns verortet, vermutlich in der Pannonischen Tiefebene nahe der Donau. Die Figur Etzels geht auf den historischen Hunnenkönig Attila zurück, dessen Herrschaftszentrum ebenfalls im Karpatenbecken vermutet wird. Dadurch ergeben sich Verbindungen zwischen der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters und historischen Traditionen des heutigen Ungarns.

Text und Bilder: L. Bömer

Der Besuch verband damit Aspekte der römischen Geschichte, der Stadtgeschichte Xantens sowie der mittelalterlichen Literatur- und Kulturgeschichte.

Die ungarischen Schülerinnen und Schüler nehmen vom 11. bis 26.06. am Unterricht im Konrad-Duden-Gymnasium teil und schließen ihren Aufenthalt in Deutschland mit einer Exkursion nach Berlin ab.